Mutmaßliche Mafia-Kontakte setzen Präsidenten-Sohn unter Druck

Belgrad (Serbien) - Die mutmaßlichen Mafia-Kontakte seines Sohnes Danilo (22) bringen den serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic (50) in Erklärungsnot. 

Aleksandar Vucic (50), Serbiens Präsident. (Archivbild)
Aleksandar Vucic (50), Serbiens Präsident. (Archivbild)  © DPA/AP/Darko Vojinovic

Seit zwei Tagen schimpft der mächtigste Politiker des Landes über die angebliche "Hetzjagd" gegen seinen 22-jährigen Sprössling. 

"Meine politischen Gegner schaffen es nicht, mich mit Ideen und Programmen zu besiegen, deshalb versuchen sie, mich durch Angriffe auf meine Familie psychologisch zu brechen", klagte er am Freitagabend im regierungsnahen Fernsehsender TV Prva.

Eine Reporterin des unabhängigen Recherche-Netzwerks Krik hatte Danilo Vucic am vergangenen Mittwoch in einem Belgrader Innenstadtlokal in Gesellschaft eines stadtbekannten Fußball-Hooligans fotografiert. Die Runde sah sich dort die Übertragung des Lokal-Derbys Roter Stern Belgrad gegen Partizan an. 

Schon in der Vergangenheit war der junge Vucic mindestens drei Mal zusammen mit Aleksandar Vidojevic gesehen worden. Gegen diesen laufen auch Polizeiermittlungen wegen seiner mutmaßlichen Mitgliedschaft in einem international agierenden montenegrinischen Mafia-Clan.

Vidojevic führt die Partizan-Ultras an, die sich "Janitscharen" nennen und regelmäßig durch Gewalttaten und Vandalismus auffallen. Vucic senior nahm Vidojevic in Schutz. "Dieser junge Mann wurde noch nie wegen Drogendelikten angeklagt, nur wegen Schlägereien, aber auch da wurde er noch nie verurteilt", betonte er in dem anderthalbstündigen Fernseh-Interview.

Am 21. Juni stehen in Serbien Parlaments- und Kommunalwahlen an. Die von Vucic geführte rechtsnationale Serbische Fortschrittspartei (SNS) gilt als klarer Favorit. Ein Teil der Opposition boykottiert den Urnengang. 

Kritiker werfen Vucic vor, durch Repression und Missbrauch von staatlichen Ressourcen die Voraussetzungen für freie Wahlen beseitigt zu haben. Da Vucic auch die reichweitenstarken Medien kontrolliert, dürften ihm die Affären seines Sohnes nicht schaden.

Titelfoto: DPA/AP/Darko Vojinovic

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