Nach zwölf Jahren Gefangenschaft! Verwahrloste Frau in Wohnung von Priester gefunden

Lugano - Von christlicher Nächstenliebe konnte in diesem Fall wohl keine Rede sein. Denn die Frau (48), die vor wenigen Tagen in der Wohnung eines Priesters (80) in der Schweiz entdeckt wurde, war offenbar völlig verdreckt und in einem verwahrlosten Zustand.

In der Schweiz wurde in der Wohnung eines Geistlichen eine Frau entdeckt, ihr Zustand sei erbärmlich gewesen. (Symbolbild)
In der Schweiz wurde in der Wohnung eines Geistlichen eine Frau entdeckt, ihr Zustand sei erbärmlich gewesen. (Symbolbild)  © 123rf.com/thevisualsyouneed

Zwölf Jahre lang versteckte der frühere Dekan die aus Finnland stammende Frau in seiner Wohnung in Lugano, die der katholischen Kirche gehört. In dem Haus leben mehrere emeritierte Priester.

Die 48-Jährige habe keine gültigen Papiere gehabt. Offenbar hielt der Geistliche sie in seinem Zuhause gefangen.

Laut dem Schweizer "Blick" flog das Ganze am vergangenen Freitag durch einen Zufall auf - und weil sich der 80-Jährige plötzlich komisch benahm.

Denn obwohl die Elektrik im Haus erneuert werden musste, ließ der Mann keine Techniker der zuständigen Elektrizitätsgesellschaft rein.

Weil ihnen niemand die Tür aufmachte, drehten die Mitarbeiter der Wohnung schließlich aus Sicherheitsgründen den Strom ab - und informierten die Behörden, die sich vor Ort etwas genauer umsahen.

Dabei entdeckten sie schließlich die Finnin. Sie sei schmutzig und verwahrlost gewesen. Nach ihrer Befreiung wurde sie in eine geschützte Einrichtung gebracht.

Katholische Kirche will nichts gewusst haben

Der Priester wurde verhaftet und von der Polizei mit auf das Revier genommen, wo er stundenlang verhört wurde. Er sitzt in Untersuchungshaft. Ersten Ermittlungen zufolge haben er und die Frau sich während eines Online-Kurses im Internet kennengelernt. Offenbar arbeitete sie danach bei ihm als Hausdame.

Ob die Beziehung enger war, ist nicht bekannt. Ebensowenig gibt es Details darüber, weshalb das Opfer in diesem erbärmlichen Zustand war. Die Tessiner Staatsanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen Täter unter anderem Freiheitsberaubung, Nötigung und Körperverletzung vor.

Bei der katholischen Kirche will niemand die Missstände bemerkt oder etwas davon gewusst haben.

Titelfoto: 123rf.com/thevisualsyouneed

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