Razzien wegen schwerer Korruption: Epstein-Akten belasten ehemaligen Regierungschef

Oslo (Norwegen) - Kürzlich veröffentlichte Epstein-Akten belasten in Norwegen nicht nur das Königshaus. Der norwegische Kriminaldienst "Økokrim" setzt seit Donnerstagmorgen einen Durchsuchungsbeschluss gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland (75) durch.

"Ich habe nur eines zu sagen, und zwar, dass ich sehr froh bin, dass die Angelegenheit aufgeklärt wird. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen", erklärte der ehemalige Ministerpräsident Thorbjørn Jagland (75) der Presse, nachdem er Hals über Kopf sein Haus verlassen hatte. (Archivfoto)  © Adem ALTAN / AFP

Das bestätigte ein Anwalt des ehemaligen Staatsoberhauptes der norwegischen Zeitung "Verdens Gang". Gegen den 75-Jährigen läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Korruption, nachdem sein Name in einigen Passagen der Epstein-Akten gefallen ist.

Der Leiter der Kriminalpolizei informierte die Zeitung über die Ermittlungen gegen Jagland und führte aus, dass Beamte seit Donnerstagmorgen sämtliche Immobilien, die mit dem Ex-Ministerpräsidenten in Verbindung stehen, durchsuchen. Zuvor habe der Europarat Jaglands Immunität aufgehoben, was die Hausdurchsuchungen erst ermöglichte.

Anders Brosveet (56), Rechtsanwalt des Angeklagten, informierte "VG" darüber, dass der 75-Jährige bereits geäußert hat, vollständig mit der Polizei zu kooperieren, damit der Fall schnellstmöglich abgeschlossen werden kann.

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Zudem habe er selbst betont, dass eine genaue Untersuchung des Sachverhalts auch in seinem Interesse liege.

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Das wird dem Ex-Ministerpräsidenten konkret vorgeworfen

Steckten hinter Jeffrey Epsteins (†66) Geschenken und Darlehen wirklich nur Gefälligkeiten oder war es doch Korruption? (Archivfoto)  © HANDOUT / US DEPARTMENT OF JUSTICE / AFP

In den Epstein-Akten werden immer wieder Geschenke erwähnt, die der verurteilte Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (†66) dem damaligen Ministerpräsidenten während seiner Amtszeit gemacht haben soll.

Jagland soll so immer wieder Reisekosten, private Urlaubsreisen und Darlehen von Epstein erhalten haben. Zudem wird dem Norweger vorgeworfen, dass dieser Epstein um Hilfe bei der Beschaffung eines Bankkredites gebeten haben soll. Letzteres konnte jedoch noch nicht bestätigt werden.

Der norwegische Kriminaldienst prüft nun, ob es sich bei diesen Präsenten tatsächlich um Nettigkeiten handelt oder nicht doch um Bestechungsgelder.

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