Barcelona (Spanien) - Touristenmassen überfluten die spanische Metropole Barcelona, das kommt den 1,7 Millionen Einwohnern teuer zu stehen. Jetzt soll eine Anpassung der Touristensteuer Entlastung bringen.
Am gestrigen Mittwoch hat die Stadt die Gebühr verdoppelt. So berichtet die Nachrichtenagentur "Reuters", dass Reisende ab April bis zu 15 Euro pro Nacht blechen müssen, um in der zweitgrößten Stadt des Landes übernachten zu dürfen.
Grund für diese Anhebung ist der zunehmende Unmut der Bevölkerung. Die Stadt lebt vom Tourismus, doch in den vergangenen Jahren nahmen die Besucherzahlen überhand. In allen Ecken sprießen Hotelanlagen und Ferienwohnungen aus dem Boden. Einheimische vermieten zudem ihre eigenen vier Wände an Touristen. Knapper Wohnraum ist die Folge.
Besonders in der Innenstadt, aber auch in den Randgebieten schossen die Immobilienpreise in den vergangenen Jahren in die Höhe. Viele Menschen, die in Barcelona arbeiten, können sich die Mieten nicht leisten.
Die neue Touristensteuer soll Abhilfe schaffen, indem Besucherzahlen eingedämmt und bezahlbarer Wohnraum für die Katalanen unterstützt wird.
Erhöhung der Touristensteuer in der Region soll schrittweise erfolgen
Der lokale Nachrichtensender "Catalan News" berichtete, dass die Erhöhung dieser Touristensteuer über die nächsten Jahre hinweg auch über die Grenzen Barcelonas hinweg in ganz Katalonien angewendet werden soll.
Demzufolge soll diese Steuer über die nächsten Jahre hinweg schrittweise erhöht werden. Vom 1. April bis zum 31. März liegt dieser Steuersatz bei maximal 4,50 Euro pro Nacht außerhalb von Barcelona.
Ab April 2027 wird dieser Betrag dann auf 6 Euro pro Nacht angehoben. Zusätzlich müssen Touristen die bereits übliche Kurtaxe entrichten.
Ein Viertel dieser neuen Gelder wird anschließend für Wohnungsbauprogramme verwendet, während die restlichen 75 Prozent in Tourismusförderungsfonds fließen.