Drei Frauen tot: Mann wegen Brandstiftung festgenommen

Von Jan-Uwe Ronneburger

Miranda de Ebro (Spanien) - Bei einem durch Brandstiftung ausgelösten Feuer in einem Wohnhaus der nordspanischen Stadt Miranda de Ebro sind drei Frauen ums Leben gekommen und zwei Kinder verletzt worden.

Beamte der spanischen Nationalpolizei am Tatort.
Beamte der spanischen Nationalpolizei am Tatort.  © Tomás Alonso/EUROPA PRESS/dpa

Es handele sich um einen weiteren Fall geschlechtsspezifischer Gewalt, sagte Spaniens Innenminister Fernando Grande-Marlaska im Fernsehen.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich Medienberichten zufolge um den früheren Partner einer der drei Frauen, der wegen Entführung und sexuellen Missbrauchs vorbestraft sei.

Der Mann habe sich gestellt, als er erfahren habe, dass nach ihm gefahndet werde, sagte ein Sprecher der Polizei. Er streite ab, die Tat am Dienstagabend begangen zu haben, bei der neben seiner Ex-Partnerin auch deren Mutter und eine Nachbarin ums Leben kamen.

Kinder jahrelang eingesperrt und vernachlässigt: "Horrorhaus"-Eltern vor Gericht
Spanien Kinder jahrelang eingesperrt und vernachlässigt: "Horrorhaus"-Eltern vor Gericht

Grande-Marlaska sagte, der Mann sei vor Jahren im Viogén-System, einer Datenbank für Gewalt gegen Frauen erfasst gewesen. Inzwischen sei dieser Eintrag jedoch wegen des zeitlichen Abstands nicht mehr aktiv gewesen.

Laut Aussagen des spanischen Innenministers handelt es sich um einen weiteren Fall geschlechtsspezifischer Gewalt.
Laut Aussagen des spanischen Innenministers handelt es sich um einen weiteren Fall geschlechtsspezifischer Gewalt.  © Tomás Alonso/EUROPA PRESS/dpa

Die Zahl der registrierten Todesfälle von Frauen durch geschlechtsspezifische Gewalt seit Jahresbeginn wurde bis zu dem Brand in Miranda de Ebro mit zehn angegeben. Solche Gewalt meist von Männern gegen Frauen wird in Spanien sehr ernst genommen.

Es gibt eine spezielle Staatsanwaltschaft für die Verfolgung der Taten.

Titelfoto: Tomás Alonso/EUROPA PRESS/dpa

Mehr zum Thema Spanien: