Adamuz (Spanien) - Das schwere Zugunglück in Andalusien hat landesweit Entsetzen ausgelöst. Die Verantwortlichen stehen vor einem Rätsel: Wie konnte es dazu kommen?
"Es ist ein außergewöhnlich seltsamer Unfall", sagte Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente (57) gegenüber lokalen Medien. "Es ist sehr seltsam und sehr schwer zu erklären."
Der entgleiste Iryo-Zug war keine vier Jahre alt, die Gleise wurden erst im Frühjahr vollständig erneuert. 700 Millionen Euro hatte die staatliche Bahngesellschaft Adif in die Strecke investiert.
Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez (53) rief eine dreitägige Staatstrauer aus und kündigte bei einem Besuch in Adamuz nahe der Unglücksstelle eine gründliche Untersuchung des Unfalls an. Dabei werde es "absolute Transparenz" geben, versprach Sánchez.
Eine unabhängige Untersuchungskommission soll die Ursache, die zu dem schweren Unfall führte, klären. Spekuliert wird bereits, ob es am Rollmaterial oder an den Gleisen gelegen haben könnte.
Mindestens 39 Tote und über 150 Verletzte nach schwerem Zugunglück
Bei dem Unglück wurden nach Behördenangaben mindestens 39 Menschen getötet und mehr als 150 weitere verletzt. Zwölf Menschen lagen am Montag weiter auf der Intensivstation.
Die Rettungsarbeiten dauerten die ganze Nacht an. Besonders kompliziert gestaltete sich die Bergung der Opfer aus den beiden ersten Waggons des Alvia-Zuges, der in den entgleisten Iryo-Zug hineinraste.
Der Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Madrid und Andalusien bleibt vorerst weiterhin komplett eingestellt.