Migrantenansturm auf Ceuta: Mehr als 40.000 Menschen erreichen spanische Exklave
Ceuta (Spanien) - Der jüngste Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta fällt deutlich größer aus als zunächst angenommen. Nach Angaben der Behörden gelangten mehr als 40.000 Migranten in das nordafrikanische Grenzgebiet.
Das spanische Innenministerium geht sogar von rund 49.000 Menschen innerhalb von nur 24 Stunden aus. Damit handelt es sich um den bislang größten dokumentierten Grenzübertritt nach Ceuta.
Zum Vergleich: Beim bislang schwersten Vorfall im Jahr 2021 erreichten rund 10.000 Menschen die Exklave.
Angesichts der Lage entsandte Spaniens Regierung zusätzliche Militärkräfte nach Ceuta. Die Soldaten sollen die örtliche Polizei "bei allen weiteren Maßnahmen unterstützen, die zum Aufrechterhalten der Sicherheit" erforderlich sind, erklärte das spanische Innenministerium.
Ministerpräsident Pedro Sánchez und Innenminister Fernando Grande-Marlaska kündigten einen Besuch am Grenzübergang Tarajal an, um sich ein Bild von der Situation zu machen.
Die humanitäre Lage vor Ort ist angespannt. Zahlreiche Flüchtlinge verbrachten die Nacht unter freiem Himmel und verfügten laut Medienberichten kaum über persönliches Hab und Gut.
Zudem kamen nach Angaben aus Polizeikreisen mindestens 18 Menschen beim Versuch, die Exklave zu erreichen, ums Leben. Ceutas Regionalpräsident Juan Jesús Vivas sprach von einem "totalen humanitären und sozialen Notstand". Die Aufnahmezentren seien längst nicht mehr aufnahmefähig.
Ceuta ist Brennpunkt irregulärer Migration
Auch die zweite spanische Exklave Melilla verzeichnete neue Grenzübertritte. Nach Angaben der Regionalregierung gelangten rund 400 Migranten von Marokko aus in das Gebiet. Die Sicherheitskräfte hätten die Situation dort unter Kontrolle gehalten.
Ceuta und Melilla sind die einzigen Landgrenzen der Europäischen Union mit Afrika. Obwohl Marokko beide Gebiete als eigenes Staatsgebiet beansprucht, stehen sie weiterhin unter spanischer Verwaltung.
Die Exklaven gelten seit Jahren als zentrale Brennpunkte irregulärer Migration nach Europa.
Titelfoto: ABDEL MAJID BZIOUAT / AFP
