Spielzeughersteller bringt Autismus-Barbie auf den Markt
El Segundo (Kalifornien/USA) - Der Spielzeugriese Mattel sorgt für Aufsehen: Zum ersten Mal in der Geschichte bringt das Unternehmen eine autistische Barbie-Puppe auf den Markt.
Entwickelt wurde die Figur in Zusammenarbeit mit der US-amerikanischen Wohltätigkeitsorganisation Autistic Self Advocacy Network, um möglichst realistisch darzustellen, wie manche autistischen Kinder ihre Umwelt wahrnehmen.
Optisch bleibt Barbie zwar ihrem typischen Stil treu, doch die Details machen den Unterschied. Ihr Blick ist leicht zur Seite gerichtet.
An den Ohren trägt sie pinke Geräuschschutz-Kopfhörer, um sich vor zu vielen Reizen zu schützen, an der Hand einen Fidget-Spinner zum Stressabbau.
Dazu kommt ein Tablet mit Symbolen, das bei der Kommunikation helfen soll. Selbst ihre Kleidung ist bewusst gewählt: ein lockeres, violettes Kleid, das wenig Hautkontakt verursacht und so sensorische Überforderung vermeiden soll.
Ziel sei es, dass mehr Kinder sich selbst in Barbie wiederfinden
Mattel betont, dass es nicht "den einen Autismus" gebe. Die Puppe stelle daher nur einige typische Erfahrungen dar, mit denen sich viele Kinder identifizieren könnten.
Ziel sei es, dass mehr Kinder sich selbst in Barbie wiederfinden und andere spielerisch lernen, dass nicht jeder Mensch gleich denkt, fühlt oder handelt.
Besonders für autistische Mädchen könnte die neue Barbie eine wichtige Rolle spielen, denn sie werden oft später diagnostiziert und fühlen sich lange übersehen.
Titelfoto: Richard Drew/AP/dpa
