31-Jährige stirbt nach rätselhaftem Verhalten: Hätte ihr Tod verhindert werden können?
Anchorage (USA) - Was mit einem ungewöhnlichen Verhalten begann, endete für eine 31-Jährige im US-Bundesstaat Alaska tragisch. Doch hätte ihr Tod womöglich verhindert werden können?
Wie WBBJTV berichtet, reichte die Familie von Alecia Lindsay am 5. Februar 2026 Klage wegen fahrlässiger Tötung gegen die Stadt ein.
Sie wirft dem Notrufdisponenten vor, den medizinischen Notfall ihrer Tochter am 8. Februar 2024 nicht erkannt und die Entsendung von Hilfe über eine Stunde verzögert zu haben - ein Versäumnis, das letztlich zu ihrem Tod beigetragen haben soll.
Überwachungskameras dokumentierten, wie die 31-Jährige in den frühen Morgenstunden jenes Tages ziellos durch die Straßen von Anchorage lief - nur leicht bekleidet, trotz der weit unter dem Gefrierpunkt liegenden Temperaturen.
Schließlich klopfte sie an die Tür eines Hauses in der Nähe. Die Bewohner verständigten sofort den Notruf, doch der Vorfall wurde zunächst als Ruhestörung und nicht als medizinischer Notfall eingestuft, weshalb er als niedrige Priorität behandelt wurde. Erst etwa eine Stunde nach dem Anruf wurden Einsatzkräfte entsandt.
Als die Beamten schließlich eintrafen, fanden sie die 31-Jährige in kritischem Zustand vor: Sie verlor wiederholt das Bewusstsein und fuchtelte unkontrolliert mit den Armen. Daraufhin wurde ein Rettungswagen alarmiert. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits rund 80 Minuten seit dem ersten Notruf vergangen. Kurz nach dem Eintreffen der Rettungskräfte verstarb Alecia jedoch an den Folgen einer schweren Unterkühlung.
Am 10. März 2026 reichte die Stadt ihre formelle Antwort auf die Klage ein und wies jegliche Schuld von sich. Die Mordkommission ermittelt weiterhin in dem Fall.
Kurz vor ihrem Tod verhielt sich die 31-Jährige ungewöhnlich
Alecia Lindsay befand sich am Tag vor ihrem Tod am Flughafen von Anchorage.
Gegenüber den Beamten gab sie an, ihr Handy verloren zu haben und dass jemand ihr einen Flug habe buchen sollen, dies jedoch nicht geschehen sei. Auf Nachfragen reagierte sie ausweichend. Sie erklärte, sie sei "die ganze Nacht wach" gewesen, völlig erschöpft, und es seien "ein paar schlimme Dinge passiert".
Obwohl laut Protokoll Bedenken bestanden, dass sich die 31-Jährige in einer psychischen Krise befinden könnte, brachte die Flughafenpolizei sie schließlich nach Hause.
Wenig später erschien Alecia, ganz in Schwarz gekleidet und mit einem Koffer, vor dem Haus ihrer Nachbarin. Mit stummen Gesten machte sie deutlich, dass sie eine Mitfahrgelegenheit zum Flughafen benötigte.
Sichtlich irritiert versuchte die Nachbarin, mit der tränenüberströmten und abwesend wirkenden Frau ins Gespräch zu kommen - jedoch ohne Erfolg. Schließlich brachte sie die 31-Jährige zum Flughafen. Ein Flugzeug betrat Alecia an diesem Tag jedoch nie, und auch zu Hause kehrte sie nicht zurück. Auf Nachrichten soll sie ebenfalls nicht reagiert haben.
Erst am 8. Februar 2024 wurde sie wieder gesehen, als sie ohne Mantel vor dem Haus erschien und an die Tür klopfte.
Titelfoto: Bildmontage: Facebook/Screenshot/Matthew Lindsay, Facebook/Screenshot/Alecia Lindsay

