Ausnahmezustand in den USA: Eiskalter Wintersturm legt zahlreiche Bundesstaaten lahm

Von Anna Ringle und Juliane Rodust

Washington/New York (USA) - Schneegestöber, Flugchaos und Hunderttausende ohne Strom: Winterliches Extremwetter hat das Leben in vielen Regionen der USA weitgehend zum Erliegen gebracht.

Ein heftiger Wintersturm zieht derzeit mit klirrender Kälte, Schnee und Eis über große Teile der USA wie hier in New York.
Ein heftiger Wintersturm zieht derzeit mit klirrender Kälte, Schnee und Eis über große Teile der USA wie hier in New York.  © Christina Horsten/dpa

Der Wintersturm erfasste den Süden, Mittleren Westen und auch die Ostküste der Vereinigten Staaten. Für fast 90 Millionen Menschen des Landes gelten weiter Warnungen vor extremer Kälte des US-Wetterdienstes.

Auch forderten die Auswirkungen von Eiseskälte und Schneesturm bereits erste Tote. Die Zeitung "USA Today" berichtete unter Berufung auf örtliche Behörden von mindestens 13 Toten in fünf US-Bundesstaaten seit dem Wochenende, der Sender CNN von mindestens elf.

Als vermutlich erfroren galten demnach fünf Menschen, die laut New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani (34) am Wochenende in der Millionenmetropole tot im Freien gefunden wurden. Eine offizielle Todesursache wurde bisher nicht festgestellt.

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Tod durch Unterkühlung galt auch in den Fällen von drei Menschen in den US-Bundesstaaten Kansas, Michigan und Texas laut Behörden als wahrscheinlich.

Deren Leichen wurden - teils nach stundenlanger Suche - jeweils in eisiger Kälte gefunden. Auch im Süd-Bundesstaat Louisiana waren am Wochenende zwei Männer an Unterkühlung gestorben.

Zahlreiche Social-Media-Kanäle verdeutlichen die Lage in New York und machen das Ausmaß des "Schnee-Tsunamis" sichtbar.
Zahlreiche Social-Media-Kanäle verdeutlichen die Lage in New York und machen das Ausmaß des "Schnee-Tsunamis" sichtbar.  © Fotomontage: Screenshoot/TikTok/scarlettlove002, Screenshoot/TikTok/ashiontheloose

Fast eine Million Menschen an der Ostküste sind von Stromausfall betroffen

Viele verbinden mit New York den dichten und vor allem lauten Stadtverkehr - mit dem Beginn des Wintereinbruchs leerten sich jedoch allmählich die Straßen.
Viele verbinden mit New York den dichten und vor allem lauten Stadtverkehr - mit dem Beginn des Wintereinbruchs leerten sich jedoch allmählich die Straßen.  © Christina Horsten/dpa

In der Nacht zum Montag waren immer noch mehr als 820.000 Menschen im Süden und an der Ostküste der USA von Stromausfällen betroffen, wie die Übersichtsseite "poweroutage.us" zeigte.

In vielen US-Großstädten blieben die Schulen geschlossen. Zum Wochenbeginn machen die Wetterverhältnisse weiter vor allem Reisenden zu schaffen. Tausende Flüge waren bereits am Wochenende abgesagt worden. Die Airline Delta kündigte an, Flüge nach Möglichkeit wieder umzusetzen.

Der Sturm hat auch Auswirkungen auf den Profi-Sport. Die NBA musste zwei für Sonntag geplante Basketball-Partien absagen - unter anderem, weil eine Mannschaft wegen des Wetters nicht zum Spiel anreisen konnte.

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Trotz der angespannten Lage prägten am Sonntag auch fröhliche Winterszenen das Stadtbild: Mitten in Washington rodelten Kinder die verschneiten Hänge des Kapitols hinunter, Passanten stiegen auf Skier um.

Titelfoto: Fotomontage/Screenshoot/TikTok/scarlettlove002/Christina Horsten/dpa

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