New York City (USA) - Sie sind ein Relikt aus längst vergangenen Tagen und eine der Touristenattraktionen in der sonst so wuseligen Stadt. Doch ein tödlicher Unfall inmitten des weltberühmten Central Parks wirft viele Fragen auf. Sind Kutschfahrten in Großstädten überhaupt noch zeitgemäß?
Es war Mittwoch, als vier Menschen, darunter auch ein 18-jähriger Teenager, eine Kutschfahrt durch den New Yorker Central Park gebucht hatten. Zunächst schien alles ganz entspannt, doch kurz nach 15 Uhr, gerade als der Kutscher ausstieg, um ein Foto von der Gruppe zu schießen, geschah ein schreckliches Unglück, welches der junge Mann nicht überlebte.
Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur "AP" ging plötzlich das Pferd durch, als der Fahrer der Kutsche nicht im Wagen saß. Das Tier rannte mitsamt der vier Insassen über die Wege des Stadtparks. Mindestens zwei der unfreiwilligen Mitfahrer der Wahnsinnsfahrt wurden durch die hohe Geschwindigkeit aus dem Wagen geschleudert.
Der 18-Jährige wurde wenig später mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus eingeliefert, an denen er schließlich auch gestorben ist.
Alle weiteren Fahrgäste lehnten eine medizinische Behandlung laut dem Bericht ab.
Ein Video im Netz zeigt den heftigen Zusammenprall
Sicherheit im Stadtpark wird immer wieder zum Diskussionsthema
In einer Stellungnahme gegenüber der Agentur erklärte Alexander Kemp, der Verwaltungsvizepräsident der örtlichen Gewerkschaftsgruppe, dass das Pferd erst seit sechs Wochen im Park sei. Zudem soll es Fahrern prinzipiell nicht gestattet sein, die Kutsche zu verlassen, wenn sich Fahrgäste noch in dieser befinden - auch nicht, wenn es dabei nur um ein Erinnerungsfoto geht.
"Die Sicherheit im Park bereitet vielen zunehmend Sorge, und es müssen Verbesserungen in Bezug auf alle Fahrzeuge vorgenommen werden, einschließlich E-Bikes, Lieferfahrzeuge, Fahrradtaxis und Pferdekutschen", appelliert Kemp in seinem Statement.
Die gefährliche Fahrt endete erst, als die Kutsche auf einer viel befahrenen Straße die Räder eines anderen Pferdewagens touchierte und dadurch umkippte.
Gerade in den vergangenen Jahren werden die Stimmen, die sich für ein Verbot der Kutscherei im Central Park aussprechen, lauter. Die Touristenattraktion ist dabei nicht nur eine Gefahr für Touristen und Stadtbewohner, sondern auch tierschutzwidrig. Das zeigt auch ein Vorfall aus der vergangenen Woche, als eines der Tiere vor einer Kutsche kollabierte und anschließend starb.
Die Central Park Conservancy - die gemeinnützige Organisation, die den Park betreibt - hat sich bereits im vergangenen Jahr für ein Verbot von Pferdekutschen ausgesprochen.