Hinrichtung muss abgebrochen werden: Anwältin spricht von Folter

Nashville (Tennessee/USA) - Es sollte die erste Hinrichtung des Jahres im US-Bundesstaat Tennessee werden, doch der Versuch endete im Chaos: Die Exekution des Todestrakt-Insassen Tony Carruthers (57) musste kurzfristig gestoppt werden, nachdem das Hinrichtungsteam über eine Stunde lang keine Vene für die tödliche Injektion gefunden haben soll.

Seit rund 30 Jahren sitzt Tony Carruthers im Todestrakt. Die geplante Hinrichtung des 57-Jährigen musste kurzfristig gestoppt werden.  © Tennessee Department of Correction

Laut seiner Anwältin Maria DeLiberato spielte sich dabei ein regelrechter Albtraum ab. "Sie haben ihn gefoltert", erklärte sie nach dem Vorfall gegenüber CBS News.

Demnach sollen Beamte mehrfach versucht haben, Infusionsnadeln in Arme und Füße des Häftlings einzuführen. Sogar ein Zugang über den Hals sei versucht worden.

Als Ärzte offenbar eine sogenannte zentrale Leitung über die Brust legen wollten, erhielt Carruthers zunächst eine Betäubungsspritze, sagte jedoch, dass er den Einstich weiterhin spüre.

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Trotzdem hätten die Mitarbeiter weitergemacht. Laut der Anwältin habe der Todeskandidat gestöhnt und aus mehreren Einstichstellen geblutet.

Das Gefängnis bestätigte die Panne. Zwar sei ein erster intravenöser Zugang schnell gelegt worden, doch ein vorgeschriebener zweiter Zugang habe nicht eingerichtet werden können.

Auch der Versuch einer zentralen Leitung sei gescheitert. Danach wurde die Exekution abgebrochen.

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Die Exekution musste abgebrochen werden, nachdem das Hinrichtungsteam offenbar keine geeignete Vene für die tödliche Injektion finden konnte. (Archivbild)  © CA. DEPARTMENT OF CORRECTIONS / AFP

Carruthers beteuert bis heute seine Unschuld

Der Gouverneur des Bundesstaates Tennessee, Bill Lee, gewährte Carruthers anschließend einen Aufschub von einem Jahr. Zuvor hatte er ein Gnadengesuch noch abgelehnt.

Carruthers sitzt seit rund 30 Jahren im Todestrakt. Er wurde wegen dreifachen Mordes im Jahr 1994 zum Tode verurteilt. Dennoch beteuert er bis heute seine Unschuld.

Bürgerrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren, dass mögliche DNA-Spuren und Fingerabdrücke nie vollständig untersucht worden seien.

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