"Ich liebe Hitler": Met Gala will umstrittenen Ex-Dior-Designer ehren

USA - Die Met Gala ist das wohl glamouröseste Mode-Event der Welt, bei dem sich jedes Jahr die größten Stars zeigen und Spenden gesammelt werden. Doch das Motto für 2027 sorgt bereits jetzt für Kontroversen.

Modedesigner John Galliano (65) wird bei der kommenden Met Gala geehrt.  © Dimitrios Kambouris / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

Denn das Metropolitan Museum of Art und die Vogue gaben am Freitag bekannt, dass sie den umstrittenen Modedesigner John Galliano (65) mit der Ausstellung "John Galliano: Horizon" im kommenden Jahr ehren wollen.

Bis 2011 arbeitete er als Designer für Dior, bevor er wegen eines Hassverbrechens festgenommen wurde. Damals hatte er in einer Bar in Paris Gäste mit antisemitischen Beleidigungen beschimpft und unter Alkoholeinfluss gesagt: "Ich liebe Hitler."

Er wurde außerdem dazu verurteilt, die Gerichtskosten und eine Geldstrafe zu zahlen. Dior trennte sich infolge des Vorfalls von dem Designer.

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Später entschuldigte sich Galliano und erklärte, er könne sich nicht an den Vorfall erinnern. Zudem habe er zu dieser Zeit mit einer Alkohol- und Drogenabhängigkeit zu kämpfen gehabt.

Nach dem Skandal zog er sich zunächst aus der Modewelt zurück und begab sich in eine Entzugsklinik. 2014 feierte er schließlich sein Comeback und kehrte als Kreativdirektor von Maison Margiela in die Modebranche zurück.

Vor der Bekanntgabe des Ausstellungsthemas sprach Modeikone Anna Wintour (76), die Hauptorganisatorin der Met Gala, mit "einflussreichen Rabbinern und jüdischen Führungspersönlichkeiten", um deren Einschätzung zu möglichen Problemen im Zusammenhang mit der geplanten Modeveranstaltung im kommenden Jahr einzuholen. Auch Galliano selbst und Andrew Bolton, Kurator des Costume Institute des Met, sollen an den Gesprächen beteiligt gewesen sein.

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Anna Wintour (76) und John Galliano sprachen mit "einflussreichen Rabbinern und jüdischen Führungspersönlichkeiten".  © Dimitrios Kambouris / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP

John-Galliano-Motto könnte für Mitglieder jüdischer Gemeinden problematisch sein

Im Mai 2027 wird die nächste Met Gala im Metropolitan Museum of Art in der US-Metropole New York stattfinden.  © Christina Horsten/dpa

Demnach räumten jüdische Vertreter, darunter Rabbi Rick Jacobs, Präsident der Union for Reform Judaism in Nordamerika, ein, dass Galliano eine zweite Chance verdient habe. Er sagte, er habe Gallianos "Aufrichtigkeit" gespürt.

"Er war offen. Er sah uns direkt an und sprach klar, nicht so, als hätte er auswendig gelernte Aussagen vorbereitet", so Jacobs. Ein weiterer Rabbi, Joshua Davidson, forderte zudem, dass auch Gallianos früheres Verhalten und dessen Folgen Teil der Ausstellung werden.

"Wir haben ihnen gesagt, dass es kraftvoll, bewegend und sinnvoll wäre, wenn sie die Ausstellung nutzen könnten, um über die Realität des Antisemitismus aufzuklären und irgendwie die Bedeutung des Kampfes dagegen sowie die Gefahren des Antisemitismus in der heutigen Zeit einzubinden", so Davidson.

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Dennoch rechnet er damit, dass einige Mitglieder der jüdischen Gemeinschaft die Ausstellung "problematisch" finden werden: "Die Menschen könnten sehr wahrscheinlich verärgert darüber sein. Ich kann diese Gefühle verstehen."

Die nächste Met Gala findet im Mai 2027 statt. Gallianos Ausstellung soll vom 9. Mai 2027 bis zum 9. Januar 2028 für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

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