Jährlich grüßt das Murmeltier! Irrwitzige US-Tradition zur Wettervorhersage
Punxsutawney (USA) - "Punxsutawney Phil" ist das wohl berühmteste und verehrteste Murmeltier der Welt. Er allein sagt den Menschen, ob sie sich auf einen baldigen Frühling freuen können oder noch länger mit eisigen Winterwochen rechnen müssen. So lautet zumindest die Legende rund um den Murmeltier-Tag in einem kleinen Ort in den USA.
"Wir wissen, dass das Ganze albern ist, aber wir wissen auch, dass es Spaß macht. Wir möchten, dass die Leute mit einem Sinn für Humor in unsere Stadt kommen", erklärt Marcy Galando, die Geschäftsführerin des örtlichen Murmeltier-Clubs, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur "AP".
So findet jedes Jahr am 2. Februar der sogenannte Murmeltier-Tag statt. Diese ulkige Festlichkeit feierte in diesem Jahr ihr 140. Jubiläum und ist seit jeher ein beliebter Brauch, um das Wetter vorherzusagen. Bei eisigen Temperaturen versammelten sich Tausende Menschen in der kleinen Stadt, um Zeugen dessen zu sein, was Murmeltier Phil (beziehungsweise Murmeltierpfleger und -flüsterer AJ Dereume) zu sagen hat.
Die Tradition besagt: Sollte Murmeltier Phil seinen eigenen Schatten sehen, wird der Winter für weitere sechs Wochen anhalten. Sollte er ihn nicht sehen, steht der Frühling unmittelbar bevor. Phils Urteil: Der Winter bleibt!
Seit dem Jahr 1993, als der Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" mit Bill Murray (75) veröffentlicht wurde, erfreut sich die besondere Tradition immer größerer Popularität.
Der Murmeltier-Tag ist eine Tradition aus Europa
Der Murmeltier-Tag ist Teil einer Tradition, die ihre Ursprünge in der europäischen Landwirtschaft hat. Der 2. Februar markiert dabei genau den Tag zwischen dem kürzesten Tag des Jahres und dem Frühlingsäquinoktium, also dem Tag, an dem Tag und Nacht gleich lang sind.
Tatsächlich waren es deutsche Einwanderer, die in Ost- und Zentralpennsylvania Murmeltiere und ihren Winterschlaf-Zyklus beobachtet haben. So ist nach und nach der Brauch des Murmeltier-Tages entstanden.
Schon früh in der Geschichte der Menschheit, beobachtete man Tiere beim Erwachen aus dem Winterschlaf, um etwa die Entscheidung zu treffen, wann es wieder warm genug ist, Getreide anzupflanzen.
In Deutschland beobachtete man zu dieser Zeit überwiegend Bären und Dachse. Die Auswanderer ersetzten diese beiden Tiere dann durch die einheimischen Murmeltiere, um die Tradition weiter aufleben zu lassen.
Titelfoto: Fotomontage: JEFF SWENSEN / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / GETTY IMAGES VIA AFP

