Makaberer Facebook-Handel: Bestatterin verkauft online geklaute Leichenteile!

Arkansas (USA) - Eine ehemalige Leichenbestatterin soll gestohlene Körperteile an einen Mann verkauft haben, den sie auf in einer Facebook-Gruppe namens "Merkwürdiges" kennenlernte. Dafür muss nicht nur sie sich vor Gericht verantworten: Auch der Käufer wurde angeklagt.

Die ehemalige Bestatterin Candace Chapman Scott (36) soll Leichenteile gestohlen und illegal auf Facebook verkauft haben. Dafür muss sie sich nun vor Gericht verantworten. (Symbolfoto)
Die ehemalige Bestatterin Candace Chapman Scott (36) soll Leichenteile gestohlen und illegal auf Facebook verkauft haben. Dafür muss sie sich nun vor Gericht verantworten. (Symbolfoto)  © 123RF/bialasiewicz

Nicht nur ist es äußerst merkwürdig, Körperteile von Toten online zu verkaufen - zudem ist es auch noch illegal in allen Staaten der USA, so die "Donor Alliance". Deshalb wurde die 36-jährige Candace Chapman Scott in zwölf Punkten angeklagt, darunter auch Postbetrug, Überweisungsbetrug, Diebstahl und Transport gestohlenem Eigentums.

Wie die US-Zeitung "New York Post" nun berichtete, plädierte sie auf nicht schuldig. Ganze 20 Pakete soll sie laut Anklageschrift vom vergangenen Freitag entsendet haben. Dafür soll Scotts Käufer Jeremy Lee Pauley (40) aus dem fast 1500 Kilometer entferntem Pennsylvania insgesamt 11.000 US-Dollar (circa 9900 Euro) gezahlt haben.

Die 36-Jährige war im Bestattungsunternehmen "Arkansas Central Mortuary Services" tätig und kannte sich mit dem Transport, der Einäscherung und der Einbalsamierung von menschlichen Überresten aus.

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Das Bestattungsinstitut verschickte unter anderem Leichenteile als Spenden an die Universität von Arkansas, wo sie am Institut für Medizinwissenschaften von den Studenten genutzt wurden.

Der Wissenschaft und zukünftigen Chirurgen einen Dienst zu erweisen, schien Scott nicht auszureichen. Sie hatte in der Facebook-Gruppe "Merkwürdiges" wohl makaberen Profit gewittert und nahm Kontakt mit einem Gruppenmitglied auf.

Versorgung mit Leichenteilen über mehrere Monate hinweg

20 Pakete mit menschlichen Überresten soll Scott an ihren Kunden Pauley geschickt haben. (Symbolfoto)
20 Pakete mit menschlichen Überresten soll Scott an ihren Kunden Pauley geschickt haben. (Symbolfoto)  © 123rf/theshots

"Nur aus Neugier, kennst du jemanden auf dem Markt, der für ein vollständig intaktes, einbalsamiertes Gehirn zu haben ist?", habe die Bestatterin Pauley laut Anklageschrift gefragt. Diese Nachricht vom Oktober 2021 sei der Erstkontakt gewesen.

Über die darauffolgenden neun Monate schickte Scott ihrem Kunden Föten, Gehirne, Herzen, Lungen, Genitalien, große Hautstücke und andere Körperteile.

In der Anklage wird sogar behauptet, die 36-Jährige habe einen Fötus mit Rabatt verkauft, da er "nicht in bester Verfassung" gewesen sei.

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Eine Nachricht vom 2. Dezember 2021 führte "zwei Gehirne, eines mit Schädeldecke, drei Herzen, zwei Fake-Brüste, ein Hautstück mit Bauchnabel, ein großes Stück Haut und eine Lunge" für 1600 US-Dollar (rund 1440 Euro).

Scott soll noch am selben Tag eine Zahlung von Pauley über eben diese Summe auf ihr PayPal-Konto erhalten haben.

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"Schockierend und verdorben"

Jeremy Lee Pauley (40) ist Konservierungsspezialist für medizinische Exemplare im Ruhestand und Kurator für historische Überreste und Artefakte. Sollte er tatsächlich Leichenteile von Scott gekauft haben, machte auch er sich strafbar.
Jeremy Lee Pauley (40) ist Konservierungsspezialist für medizinische Exemplare im Ruhestand und Kurator für historische Überreste und Artefakte. Sollte er tatsächlich Leichenteile von Scott gekauft haben, machte auch er sich strafbar.  © Bildmontage/Screenshots: Facebook/Jeremy Lee Pauley

Candace Chapman Scott wird bis zum nächsten Anhörungstermin am kommenden Dienstag im Gefängnis festgehalten. Grund dafür sei die hohe Wahrscheinlichkeit zur Flucht, da die ehemalige Bestatterin eine Aussicht auf eine überaus lange Haftstrafe habe.

"Ich denke, die Tatsachen, die der Anklageschrift zugrunde liegen, sind ungeheuerlich und anstößig, und wir glauben, dass es zu einem erheblichen öffentlichen Aufschrei kommen wird", sagte die US-Staatsanwältin Amanda Jegley.

Der zuständige Richter J. Thomas Ray nannte die Anschuldigungen "schockierend und verdorben", bestätigte jedoch, dass von der 36-Jährigen keine Gefahr ausginge und sie tatsächlich nur aufgrund möglicher Fluchtgedanken hinter Gittern festgehalten werde.

Auch Leichenteil-Käufer Pauley ist aufgrund der makaberen Transaktion angeklagt, kam jedoch gegen Kaution frei. Seine Anhörung ist für den 7. Juni angesetzt. Ihm wird Diebstahl, illegaler Handel und Missbrauchs einer Leiche vorgeworfen.

Was Pauley mit den gekauften Leichenteilen gemacht haben soll, ist bisher unklar.

Titelfoto: Bildmontage: 123RF/bialasiewicz, Screenshot: Facebook/Jeremy Lee Pauley

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