Paukenschlag für Donald Trump: Anti-Terror-Chef tritt wegen Iran-Krieg zurück

Washington, D.C. (USA) - Aus Protest gegen den Iran-Krieg ist der amerikanische Anti-Terror-Chef Joe Kent (45) zurückgetreten.

Joe Kent (45), Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, kann den Iran-Krieg nicht gutheißen und ist deshalb zurückgetreten. (Archivfoto)
Joe Kent (45), Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung, kann den Iran-Krieg nicht gutheißen und ist deshalb zurückgetreten. (Archivfoto)  © Jenny Kane/AP/dpa

"Nach reiflicher Überlegung habe ich beschlossen, mit sofortiger Wirkung von meinem Amt als Direktor des Nationalen Zentrums für Terrorismusbekämpfung zurückzutreten", erklärte der 45-Jährige in seinem Schreiben an US-Präsident Donald Trump (79) am Dienstag.

Seine Begründung sorgte dabei für Aufsehen. Denn laut Kent habe der Iran "keine unmittelbare Bedrohung" für die Vereinigten Staaten dargestellt.

US-Präsident Trump und seine Regierung habe den Krieg lediglich "aufgrund des Drucks Israels und seiner einflussreichen amerikanischen Lobby" begonnen.

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Kent, Mitglied der republikanischen Partei und im Februar 2025 von Trump selbst für den Direktor-Posten des Anti-Terror-Zentrums nominiert, sprach von einer "Desinformation-Kampagne", die von "hochrangigen israelischen Beamten" und "einflussreichen Mitgliedern amerikanischer Medien" gestartet worden sei, um Trump glauben zu lassen, dass der Iran eine Bedrohung darstellen und ein Angriff einen "schnellen Sieg" mit sich bringen würde.

"Das war eine Lüge und dieselbe Taktik, mit der die Israelis uns in den verheerenden Irak-Krieg hineingezogen haben, der unsere Nation das Leben kostete", schrieb Kent weiter. Das Weiße Haus reagierte umgehend.

Laut Kent habe der Iran keine Bedrohung für die USA dargestellt.
Laut Kent habe der Iran keine Bedrohung für die USA dargestellt.  © Vahid Salemi/AP/dpa

Donald Trump reagiert auf Rücktritt von Joe Kent: "Ich hielt ihn immer für einen netten Kerl ..."

US-Präsident Donald Trump (79) sei bei seiner Entscheidung über einen Angriff auf den Iran laut Kent von Israel beeinflusst worden.
US-Präsident Donald Trump (79) sei bei seiner Entscheidung über einen Angriff auf den Iran laut Kent von Israel beeinflusst worden.  © Niall Carson/PA Wire/dpa

Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt (28) erklärte, dass Kents Schreiben mehrere "Falschbehauptungen" beinhalte. Insbesondere dessen Aussage, wonach der Iran keine Bedrohung für die USA dargestellt habe, sei nicht zutreffend.

"Wie Präsident Trump klar und deutlich erklärt hat, verfügte er über starke und überzeugende Beweise dafür, dass der Iran zuerst die Vereinigten Staaten angreifen würde", so Leavitt.

Aufgrund dieser Beweise sei Trump zu dem Schluss gekommen, dass "ein gemeinsamer Angriff mit Israel das Risiko für amerikanische Leben durch einen Erstschlag des terroristischen iranischen Regimes erheblich verringern" würde.

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Leavitt betonte dabei, dass Trump seine Entscheidung keinesfalls "unter dem Einfluss anderer" getroffen habe. Kents Behauptung, Israel und die Medien hätten den US-Präsidenten beeinflusst, sei "absurd".

Auch Trump selbst bezog bereits Stellung zum Rücktritt seines Anti-Terror-Chefs. Vor Reportern im Weißen Haus sagte er: "Ich hielt ihn immer für einen netten Kerl, aber ich fand ihn in Sicherheitsfragen immer schwach. Als ich seine Erklärung las, wurde mir klar, dass es gut ist, dass er weg ist. Denn er hat gesagt, der Iran sei keine Bedrohung. Der Iran war eine enorme Bedrohung."

Titelfoto: Bildmontage: Niall Carson/PA Wire/dpa, Jenny Kane/AP/dpa

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