US-Regierung in Bedrängnis: Tödliche Schüsse auf Krankenpfleger waren keine Notwehr
Minneapolis (USA) - Nach den tödlichen Schüssen auf Alex Pretti (†37) sprach die US-Regierung schnell von einem legitimen Akt der Selbstverteidigung. Jetzt hat die Grenzschutzbehörde einen ersten Bericht vorgelegt.
Zwei Bundesbeamte hätten die Schüsse auf den US-Bürger Alex Pretti abgefeuert, heißt es in dem offiziellen Bericht.
Brisant: Nirgendwo in dem Dokument ist die Rede davon, dass Pretti nach seiner Waffe gegriffen habe.
Die Grenzschützer der umstrittenen Behörde ICE hatten am Samstag am Rande einer Abschiebe-Razzia in Minneapolis den 37-jährigen Krankenpfleger erschossen.
Das Heimatschutzministerium der USA sprach daraufhin von "Abwehrschüssen". Videoaufnahmen zeigen den bereits überwältigten Pretti jedoch am Boden und lassen erhebliche Zweifel an dieser Darstellung aufkommen.
Pretti trug zwar eine Pistole bei sich - die Grenzschützer hatten ihm diese jedoch bereits abgenommen, als sie das Feuer eröffneten.
Trump-Berater Miller deutet mögliches Fehlverhalten von ICE-Beamten an
Nachdem Regierungsvertreter anfangs noch schwere Vorwürfe gegen Pretti erhoben und ihm wegen einer mitgeführten Waffe Tötungsabsicht unterstellt hatten, bemühen sie sich unter dem Eindruck des öffentlichen Gegenwinds inzwischen um differenziertere Töne.
So etwa Trumps Vizestabschef Stephen Miller (40): Dieser hatte Pretti ursprünglich als "inländischen Terroristen" bezeichnet und ihm faktisch die Schuld an seinem eigenen Tod gegeben.
Gegenüber CNN warf er nun jedoch die Frage auf, warum sich die Beamten vor den Schüssen möglicherweise nicht an die vorgeschriebenen Protokolle für ihren Einsatz gehalten hätten.
Die Tötung des 37-Jährigen hatte landesweit große Empörung ausgelöst und Trumps Regierung in Erklärungsnot gebracht - so wie zuvor bereits die tödlichen Schüsse auf die US-Amerikanerin Renée Good (†37).
Auch Donald Trump (79) selbst sprach inzwischen von einem "bedauerlichen Vorfall", blieb jedoch bei seiner Einschätzung, dass Pretti keine Waffe mit zwei voll geladenen Magazinen bei sich hätte tragen dürfen.
Titelfoto: Adam Gray/AP/dpa

