Während Live-Interview im TV zu Kuba-Protesten: YouTuberin wird festgenommen

Von Nick Kaiser

Havanna - Während eines live ausgestrahlten Interviews im spanischen Fernsehen zu den Protesten in Kuba ist eine YouTuberin anscheinend festgenommen worden.

Anti-Regierungs-Demonstranten marschieren in Havanna, Kuba. Hunderte Demonstranten gingen in mehreren Städten Kubas auf die Straße, um gegen die anhaltende Lebensmittelknappheit und die hohen Preise für Lebensmittel zu protestieren.
Anti-Regierungs-Demonstranten marschieren in Havanna, Kuba. Hunderte Demonstranten gingen in mehreren Städten Kubas auf die Straße, um gegen die anhaltende Lebensmittelknappheit und die hohen Preise für Lebensmittel zu protestieren.  © Eliana Aponte/AP/dpa

Mitten in der Sendung "Todo es Mentira" des spanischen Senders Cuatro am Dienstag unterbrach die junge Frau, die sich Dina Stars nennt, plötzlich einen anderen Gast und sagte: "Die Sicherheitskräfte sind da draußen."

Die Kubanerin ging an die Tür ihrer Wohnung in Havanna, trat kurz darauf wieder vor die Kamera und erklärte, sie werde mitgenommen.

"Ich mache die Regierung dafür verantwortlich, was auch immer mit mir passiert", sagte sie.

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Zuvor hatte Dina Stars in dem Interview zu den Demonstrationen, die am Sonntag ausgebrochen waren, gesagt: "Wir brauchen Hilfe. Hier werden die Leute umgebracht."

Die Menschen hätten nichts mehr zu verlieren, betonte sie. "Die Leute in Kuba sterben - entweder verhungern sie oder sie werden krank, weil es keine Medikamente gibt, oder sie werden in einer Demonstration umgebracht."

Video zeigt, wie Dina Stars in den Polizeiwagen steigt

Tausende Kubaner gegen Mangelwirtschaft und Unterdrückung durch die Regierung auf den Straßen

Am Sonntag hatten Tausende Kubaner in zahlreichen Städten gegen Mangelwirtschaft und Unterdrückung durch die autoritäre Regierung demonstriert.

Das hatte es seit Jahrzehnten in dem Karibikstaat nicht mehr gegeben. Kubas Wirtschaft leidet stark unter dem Einbruch des Tourismus in der Pandemie sowie unter US-Sanktionen.

Wie in Videos zu sehen war, wendeten die Sicherheitskräfte Gewalt an. Nach Angaben von Aktivisten und Journalisten gab es Tote und Verletzte - offizielle Zahlen wurden dazu nicht veröffentlicht. Laut Amnesty International wurden mindestens 115 Menschen festgenommen, darunter prominente Dissidenten und Journalisten.

Dutzende Menschen galten als verschwunden.

Titelfoto: Eliana Aponte/AP/dpa

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