Frau wird gemobbt, weil sie in ihrer Schwangerschaft dünn ist

Sheffield - Samantha Ball war schon immer eine sehr schlanke Frau gewesen. Das änderte sich auch nicht während ihrer Schwangerschaft. Doch genau aus diesem Grund musste sie viele bösartige Kommentare ertragen.

Man sieht es ihrem schmalen Gesicht an: Die Brünette wirkt auch kurz nach der Geburt sehr zerbrechlich.
Man sieht es ihrem schmalen Gesicht an: Die Brünette wirkt auch kurz nach der Geburt sehr zerbrechlich.  © Twitter/samanthaballx

Als die heute 23-Jährige herausfand, dass sie schwanger sei, war es für die junge Dame ein ganz schöner Schock. Gegenüber der britischen Zeitschrift "The Sun" erzählt sie: "Mein Freund Dylan (24) und ich waren erst seit 5 Monaten zusammen und im ersten Jahr der Universität."

Zudem habe sie viele Jahre lang unter Essstörungen gelitten. Sie weigerte sich, Nahrung zu sich zu nehmen. Daher war sie sehr dünn, die junge Frau besaß die Kleidergröße 30/32. Als sie 18 war, erklärten ihr ihre Ärzte, dass sie niemals Kinder bekommen würde, sollte sie so weitermachen. Der Britin war daraufhin klar, dass sich etwas ändern musste. Sie wollte schon immer ein Baby haben!

Obwohl ihr Leo (heute 3) damals nicht geplant war, entschied sie sich, das Baby zu behalten. Sie aß mehr Fast-Food und Milchshakes, weil sie genügend Energie für sich und ihr Kind haben wollte.

Doch Samantha blieb bei der Kleidergröße 36 konstant stehen. Selbst im 7. Schwangerschaftsmonat sah die damals 19-Jährige sehr zerbrechlich aus. Ein Bauch war kaum bis überhaupt nicht zu sehen.

Während dieser Zeit sagten ihr zahlreiche Menschen, dass sie überhaupt nicht schwanger aussehe. "Es verletzte mich tief. Ich fühlte mich schuldig, als ob ich etwas falsch gemacht hätte. Ich hatte schreckliche Angst, dass mein Baby leiden würde."

Der Hass ging im Netz weiter

Stolz zeigt Samantha ihren jungen Sohn.
Stolz zeigt Samantha ihren jungen Sohn.  © Twitter/samanthaballx

Die Vorwürfe hörten auch im Netz nicht auf. Unter einem Foto schrieb eine Bekannte, dass sie nicht nach dem 7. Schwangerschaftsmonat aussah. Aus Scham löschte die 23-Jährige das Bild. In den öffentlichen Verkehrsmitteln wünschte sich die körperlich ermattende hochschwangere Frau oft, sich hinzusetzen. Doch niemand stand bereitwillig auf, um ihr seinen Platz anzubieten.  

Erst kurz vor der Geburt war ihr Babybauch endlich sichtbar.  Wenige Tage nach Weihnachten 2016 kam ihr Sohn Leo zur Welt. Während der gesamten Schwangerschaft hatte Samantha lediglich drei Kilogramm zugenommen. Nach der Austragung sah ihr Körper fast sofort wieder aus wie zuvor.

Die Kommentare wurden nun sogar noch schlimmer. Ein paar Leute sagten ihr, dass sie niemals die Mutter von Leo sein könne. Der Sohn sei doch viel zu groß für sie!

In einer Mutter- und Babygruppe wollte sie neue Erfahrungen sowie Freunde sammeln. Doch die Anwesenden konnten nicht glauben, dass die dünne Frau tatsächlich erst vor kurzem ein Baby zur Welt gebracht hätte. Sie musste ihnen daher Bilder von ihrer Schwangerschaft zeigen. Samantha ging danach niemals zu dieser Gruppe zurück.

Erst nach einigen Monaten konnte sie die Kommentare ignorieren. Das Verhältnis zum Essen verbesserte sich, berichtet die Brünette. "Ich bin so froh, dass mein Gewicht nicht Leo beeinflusst hat. Er ist glücklich und gesund, dass ist alles, worum es geht."

Samantha hat sich nicht von all dem Stress beeinflussen lassen. Sie absolvierte im Mai 2019 ihren Abschluss im Journalismus-Bereich und lebt mit dem Vater des Kindes zusammen.

Titelfoto: Twitter/samanthaballx

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