Mutter erdrückt Neugeborenes beim Stillen! War das Krankenhaus-Personal schuld?

Rom - Ein Neugeborenes ist auf tragische Weise ums Leben gekommen, nachdem es unter dem Gewicht seiner eigenen Mutter erstickte, als diese beim Stillen versehentlich einschlief. Nun wird untersucht, ob die Schuld womöglich bei dem Personal der Geburtsstation liegt.

Beim Stillen im Bett schlief die 30-jährige Italienerin ein und erstickte so ihr Neugeborenes mit ihrem eigenen Gewicht. (Symbolbild)
Beim Stillen im Bett schlief die 30-jährige Italienerin ein und erstickte so ihr Neugeborenes mit ihrem eigenen Gewicht. (Symbolbild)  © 123RF/zilvergolf

Die Tragödie spielte sich bereits Anfang Januar im Sandro-Pertini-Krankenhaus in Rom ab. Erschöpft von 17-stündigen Wehen habe die junge Italienerin (30) das Klinikpersonal des Krankenhauses, in dem sie ihren Sohn Carlo Mattia drei Tage zuvor zur Welt gebracht hatte, immer wieder um Hilfe gebeten.

"Ich habe um Hilfe gebeten, aber sie haben mich ignoriert", erzählte die 30-Jährige in einem Interview mit "La Repubblica".

"Wir haben mindestens fünfmal Hilfe gesucht, um den Kleinen zu betreuen: zweimal für mich, zweimal für meinen Partner und einmal für meine Mutter. Seit der Geburt meines Sohnes habe ich nicht mehr geschlafen. Er hat sehr laut und oft geschrien."

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Am dritten Tag des kurzen Lebens ihres Kindes wurde die junge Mutter angewiesen, in ihrem Krankenhaus-Bett zu stillen, doch aufgrund einer Infusion konnte sich die vollkommen übermüdete Frau dabei kaum bewegen.

Dann sei sie eingeschlafen - mit fatalen Folgen!

Wut und Schmerz begleiten die Frau seit dem Tod ihres Kindes

Normalerweise sollen Schwestern der Geburtsstation sowohl Mütter als auch Babys haargenau im Auge behalten. Der Tod des kleinen Carlo hätte so auch verhindert werden können, meint seine Mutter. (Symbolbild)
Normalerweise sollen Schwestern der Geburtsstation sowohl Mütter als auch Babys haargenau im Auge behalten. Der Tod des kleinen Carlo hätte so auch verhindert werden können, meint seine Mutter. (Symbolbild)  © 123RF/serrnovik

Später in dieser Nacht, erinnert sich die Italienerin, sei sie geweckt worden und "ohne ein Wort zu sagen" vom Personal gezwungen worden, aufzustehen und in ein benachbartes Zimmer zu gehen.

"Dort sagte man mir, dass das Baby tot sei. Ich erinnere mich weder daran, dass ein Psychologe anwesend war, noch daran, dass sie mir eine ausführlichere Erklärung gaben."

Zu diesem Zeitpunkt habe sie nichts mehr verstanden, alles sei über ihr zusammengebrochen.

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"Vielleicht bin ich sogar ohnmächtig geworden", erklärt sie. "Ich habe es erst nach und nach begriffen."

Seitdem wird die Frau, die mit ihrem Mann (36) am Rande Roms lebt, jede Sekunde von einer verzehrenden Mischung aus Wut und Schmerz begleitet.

"Ich verlange Klarheit über den Tod meines Kindes", betont sie vehement. Daher schaltete die Familie einen Anwalt ein, der nun vorerst gegen "Unbekannt" wegen Totschlags ermittelt.

Doch die Hauptschuld sieht die junge Mutter definitiv beim Personal der Geburtsstation.

Staatsanwaltschaft ermittelt: Welche Schuld trägt das Personal im Krankenhaus?

Bislang ist noch keine konkrete Anzeige bei der Polizei eingegangen. Dies soll sich jedoch bald ändern. (Symbolbild)
Bislang ist noch keine konkrete Anzeige bei der Polizei eingegangen. Dies soll sich jedoch bald ändern. (Symbolbild)  © 123rf/joseh51

Die Staatsanwaltschaft Roms will nun untersuchen, wie es zu einem so schwerwiegenden und vorhersehbaren Ereignis in einer solchen Station kommen konnte.

Die junge Frau wäre laut ersten Erkenntnissen "Opfer eines unterlassenen Verhaltens oder auf jeden Fall eines beruflichen Fehlverhaltens" geworden.

Mittlerweile sei sogar eine Augenzeugin ins Spiel gekommen, welche über die mangelnde Überwachung der Mutter in den Tagen nach der anstrengenden Geburt berichten könne.

Ein weiteres Detail erregte ebenfalls die Aufmerksamkeit der Ermittler - das Fehlen des Berichts des anatomischen Pathologen des Pertini-Krankenhauses, der zu einer ersten Untersuchung der Todesursache hinzugezogen wurde. Das Fehlen schien eine Anomalie zu sein, die Zweifel aufkommen ließ: Hatte der Arzt es vergessen oder wollte er es einfach nicht?

"Nächste Woche werde ich eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft einreichen, die mit einer Untersuchung der Verteidigung belegt ist", sagt Alessandro Palombi, der Anwalt der Frau, gegenüber der Zeitung. Wie die römische Ausgabe des Corriere della Sera am Sonntagmorgen berichtete, habe der zuständige Richter Professor Luigi Cipolloni mit der Autopsie der Leiche des Babys beauftragt.

In der Zwischenzeit startete der Verein "Mama Chat" eine Petition mit dem Titel "Keine einsamen Mütter mehr", um eine 24-Stunden-Betreuung für Wöchnerinnen in Italien zu fordern.

Titelfoto: 123RF/zilvergolf

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