Block-Prozess: Tochter Klara "tief erschüttert" über Sicherstellung der ZEIT-Tonaufnahmen

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Hamburg - Nach dem äußerst kurzen 81. Verhandlungstag und dem Ausfall am Montag wurde der Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) am Dienstag fortgesetzt. TAG24 war vor Ort und berichtete im Liveblog.

Der Steakhouse-Erbin (53) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben.
Der Steakhouse-Erbin (53) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben.  © Marcus Brandt/dpa

Am 82. Verhandlungstag lehnte die Kammer erneut mehrere Anträge der Verteidigung ab.

Darunter auch den von Dr. Marko Voß, Verteidiger des Familienanwalts der Blocks, der eine Verlängerung der Beweisantragsfrist sowie der Beweisaufnahme beantragt hatte.

Er begründete dies damit, dass die Zeit bis zum Ablauf der Beweisantragsfrist am 28. Oktober 2026 nicht ausreiche, um die 50 Gigabyte an Handydaten von Christina Block vollständig zu sichten und auszuwerten. Darunter unter anderem 2500 Chats, 2000 E-Mails und 700 Notizen.

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Zudem wurde bekannt, dass Astrid Have, die Ehefrau von Stephan Hensel, für heute als Zeugin geladen war, jedoch nicht erschien. Sie soll ihr Fernbleiben bereits im Vorfeld angekündigt haben. Dennoch wurde sie mehrfach für das Protokoll aufgerufen.

Thema waren außerdem die am Montag vom Gericht sichergestellten Tonaufnahmen, die dem ZEIT-Podcast "House of Block" zugrunde liegen. Die Auswertung sei noch nicht abgeschlossen, erklärte die Richterin.

Die Anwältin der jüngsten Block-Tochter teilte dazu mit, dass Klara Hensel über die Beschlagnahmung "tief erschüttert" sei. Sie habe der ZEIT-Journalistin Dinge "im Vertrauen" erzählt. "Sie ist sehr mitgenommen und fühlt sich schlecht", so die Anwältin.

14.25 Uhr: Verhandlungstag beendet

Damit endet der 82. Verhandlungstag. Der Prozess wird am 28. Oktober 2026 fortgesetzt.

14.20 Uhr: Richterin "irritiert" über Bott-Antrag

Eigentlich wollte die Richterin den Verhandlungstag bereits beenden, als sich Ingo Bott noch einmal zu Wort meldete. Er beantragt, der Nebenklage die Einsicht in die Auswertung von Christina Blocks Handy zu verwehren.

Dies verletze das Persönlichkeitsrecht seiner Mandantin. So müsste beispielsweise nicht in der Presse landen müssen, "wie sehr sich Herr Delling und sie mögen".

Die Richterin zeigte sich über den Antrag "irritiert". Das Handy sei bereits vor eineinhalb Jahren vollständig ausgewertet worden. Die Ergebnisse seien Bestandteil der Akten, in die allen Verfahrensbeteiligten Einsicht gewährt worden sei.

Bott entgegnete, er sehe die jetzige Bereitstellung sämtlicher Handydaten als "erweiterte Akteneinsicht".

Von der Meden dazu: Der Antrag sei ohnehin hinfällig, da die Nebenklage die Daten bereits erhalten habe.

14.17 Uhr: Es geht weiter

Die Kammer lehnt den Antrag von Voß ab. Bis zum 28. Oktober sei ausreichend Zeit, die Daten auszuwerten, zumal bis dahin keine weiteren Verhandlungstage angesetzt seien. Der für morgen (14. Oktober 2026) geplante Verhandlungstag wird aufgehoben.

13.53 Uhr: Pause

Die Kammer zieht sich zur Beratung zurück. 20 Minuten Pause.

13.45 Uhr: Voß beantragt die Verlängerung der Beweisantragsfrist

Dr. Marko Voß, Verteidiger des Familienanwalts der Blocks, nimmt Stellung zu den Auswertungen der Handydaten von Christina Block. Wegen anfänglicher Download-Probleme habe er sich erst am Montag einen ersten Überblick über die vom LKA bereitgestellten Daten verschaffen können.

Die Zeit bis zum Ablauf der Beweisantragsfrist am 28. Oktober 2026 reiche jedoch nicht aus, um die 50 Gigabyte an Daten, darunter 2500 Chats, 2000 E-Mails und 700 Notizen der Steakhouse-Erbin, vollständig zu sichten und auszuwerten. Deshalb beantragt Voß eine Verlängerung der Frist sowie der allgemeinen Beweisaufnahme.

Während sich die übrigen Verteidiger dem Antrag von Voß anschließen, hält von der Meden eine Verlängerung der Frist nicht für erforderlich. Mit entsprechender Software sei es möglich, die Daten innerhalb weniger Tage zu strukturieren und gezielt nach bestimmten Schlagwörtern zu durchsuchen.der

13.37 Uhr: Geht weiter

Wiederum mit ein paar Minuten Verspätung geht es nach Mittagspause weiter.

Die Anwältin des Sicherheitsunternehmers gibt an, die Zeit habe "leider" nicht gereicht, um sich umfassend vorzubereiten. Daher wird die Einlassung ihres Mandanten auf übernächste Woche verschoben.

10.55 Uhr: Lange Mittagspause

Die stellvertretende Anwältin des angeklagten Sicherheitsunternehmers kündigt eine ergänzende Einlassung ihres Mandanten an, benötigt dafür jedoch noch Zeit.

Dabei gehe es auch um die heute bekannt gegebenen Beschlüsse der Kammer. Da die eigentliche Verteidigerin des Unternehmers, Gül Pınar, heute nicht anwesend ist, müsse man sich zunächst abstimmen.

Die Richterin stimmt dem zu und setzt eine längere Mittagspause bis 13.30 Uhr an.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt am Dienstag.
Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt am Dienstag.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

10.50 Uhr: Klara Hensel "tief erschüttert"

Anschließend fragt Nebenklagevertreter Philip von der Meden nach dem aktuellen Stand zu den am Vortag beschlagnahmten Tonaufnahmen der ZEIT. Diese seien bislang auch nicht beschlagnahmt, sondern "vorläufig sichergestellt", erklärt die Richterin.

Inzwischen seien zudem zwei Beschwerden sowie ein Antrag der Staatsanwaltschaft eingegangen, die nun zunächst gesichtet werden müssten. Anschließend würden alle Prozessbeteiligten über den aktuellen Stand informiert.

Danach meldete sich auch die Anwältin der jüngsten Block-Kinder zu Wort. Klara Hensel habe sie gebeten auszurichten, dass sie über die Beschlagnahmung "tief erschüttert" sei. Sie habe den ZEIT-Journalisten auch Dinge "im Vertrauen" erzählt. "Sie ist sehr mitgenommen und fühlt sich schlecht", so die Anwältin weiter.

10.44 Uhr: Astrid Have wird erneut ausgerufen

Die Kammer ist mit ihrem Marathon an Antragsablehnungen durch. Anschließend lässt die Richterin erneut Astrid Have aufrufen, die wie erwartet, nicht erschienen ist. Es wird in Protokoll aufgenommen, "dass Have trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht gekommen ist".

Wie die Richterin danach erklärte, habe Have allerdings bereits im Vorfeld angekündigt, nicht zu erscheinen.

Der Verteidiger des angeklagten Familienanwalts, Dr. Marko Voß., fragt daraufhin, wie mit der Zeugin weiter umgegangen wird. Die Richterin erklärt: "Ein Ordnungsgeld kann nicht erhoben werden, da es sich um eine Auslandszeugin handelt!"

10.25 Uhr: Delling-Antrag wird abgelehnt

Auch der Antrag von Gerhard Delling (67), ein von Klara Hensel gemaltes Bild sowie ein Video aus dem August 2021 als Beweismittel einzuführen, lehnt die Richterin ab.

Insbesondere sei für die Kammer nicht ersichtlich, welche Bedeutung es habe, dass die jüngste Tochter von Block und Hensel Gerhard Delling "Gernhard" genannt, ihm zugewinkt und zugelächelt habe.

Auch lasse sich für die Kammer nicht erkennen, inwiefern die Aufnahmen dazu beitragen könnten, Klaras frühere Aussage über die "Duldung von Gewalt" zu relativieren.

Gerhard Delling (67) mit seinem Anwalt David Rieks vor dem Hamburger Landgericht. Dem Lebensgefährten von Christina Block wird unter anderem Beihilfe vorgeworfen.
Gerhard Delling (67) mit seinem Anwalt David Rieks vor dem Hamburger Landgericht. Dem Lebensgefährten von Christina Block wird unter anderem Beihilfe vorgeworfen.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

10.15 Uhr: Kammer lehnt mehrere Anträge ab

Die Richterin fährt fort und lehnt wie schon zuletzt mehrere Anträge der Verteidiger ab. Dabei geht es unter anderem darum, weitere Zeugen, darunter Rechtsanwälte, zu laden. Einen Beweisantrag von Ingo Bott, eine weitere E-Mail zu verlesen, lehnt die Kammer ebenfalls ab.

Es sei nicht Aufgabe der Kammer, "eine umfangreiche Aufarbeitung der familiengerichtlichen Verfahrensgeschichte zu gewährleisten", betont die Richterin in einer ihrer Begründungen.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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