Block-Prozess: Ex-GNTM-Model spricht über Geschehnisse in der Silvesternacht

Hamburg - Am Mittwoch findet der 62. Verhandlungstag im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (53) statt. Im Fokus steht eine mit Spannung erwartete Zeugenaussage. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Seit fast genau einem Jahr muss sich Steakhouse-Erbin Christina Block (53) wegen mutmaßlicher Kindesentführung vor Gericht verantworten.  © Markus Scholz/dpa-Pool/dpa

10.50 Uhr: Zeuge wusste laut eigener Aussage zunächst überhaupt nichts

Es geht weiter. Richterin Isabel Hildebrandt hat einige Nachfragen zu der Erzählung des Zeugen. Unter anderem will sie noch einmal wissen, was genau ihm sein Freund ganz zu Beginn über David B. und dessen "Mission" erzählt habe. "Nichts", antwortet G. Er habe lediglich gesagt bekommen, dass B. ein Mossad-Agent sei und er alles weitere zu dem geplanten Vorhaben in Hamburg erfahren würde.

Auch im Gespräch mit Keren T. sei ihm nicht wirklich erzählt worden, worum es eigentlich gehe, erklärt der Zeuge. Warum er trotzdem bereitwillig Auskunft über sein Leben gegeben habe, will Hildebrandt wissen. Er habe gespürt, dass es um eine große Sache gehe, entgegnet G.

10.32 Uhr: Staatsanwalt muss Zeugenaussage "erst mal sacken lassen"

Nach der Aktion habe er im Hotel erst einmal "18 Stunden durchgeschlafen", ehe er kurz darauf zurück nach Israel geflogen sei. Das Flugticket hätten David B. und "Olga" für ihn organisiert. Dort habe es ein Treffen gegeben, indem er erfahren habe, dass die Rettung der Kinder offenbar doch nicht so legal gewesen sei.

Ein paar Tage später sei er wieder nach Hamburg geflogen und habe sein Leben irgendwie weitergelebt. Knapp zwei Jahre später sei dann schließlich auch sein Name durch die Medien gegeistert und er habe daraufhin entschieden, sich öffentlich zu äußern. Deshalb sei er heute hier.

Der Staatsanwalt bittet direkt nach Abschluss der Erzählung um eine zehnminütige Pause. "Ich muss das erst mal sacken lassen", erklärt der Jurist.

Staatsanwalt Marvin Steinberg bat direkt nach der umfangreichen Erzählung von Ex-GNTM-Model Jonathan G. um eine Pause. (Archivfoto)  © Marcus Brandt/dpa-Pool/dpa

10.23 Uhr: Mit-Entführer berichtet von Auseinandersetzung mit Hund im Wald

Nach der Ergreifung der Kinder sei man schnell im Dunkeln durch den Wald geflohen. Die Polizei sei ihnen auf der Spur gewesen, irgendwann habe sich ein Hund an ihre Fersen geheftet. Er habe in dieser Situation nur daran gedacht, die Kinder vor dem Hund zu schützen.

Das Tier habe ihn schließlich angefallen und die beiden seien zusammen einen Hügel hinuntergerollt. Danach habe der Hund jedoch von ihm abgelassen und sei "weggegangen", nachdem er ihn noch ein bisschen gestreichelt und ihm gut zugeredet habe, berichtet G. Die beiden hätten sogar gemeinsam aus einer Pfütze getrunken, erklärt der Zeuge und erntet dafür Lacher aus dem Zuschauerraum.

Nach der Konfrontation mit dem Hund sei er vom Rest des Teams getrennt gewesen und habe sich selbst über die Grenze durchgeschlagen.

10.17 Uhr: Ex-GNTM-Model spricht über Geschehnisse in der Silvesternacht

Kurz vor der Silvesternacht sei das Team bereits einmal nach Dänemark gefahren, um die Lage vor Ort zu checken und sich ein Bild der Gegebenheiten zu machen. Es sei auch darum gegangen, den "besten Weg" zu finden, berichtet G.

Am 31. Dezember hätte das Team dann erfahren, dass sich die Kinder das große Feuerwerk in Gråsten anschauen würden und das dies die ideale Gelegenheit für die Rettung der Kinder sei. Er und seine Mitstreiter seien "aufgeregt" gewesen, hätten aber das klare Ziel gehabt, die Kinder aus der Obhut ihres Vaters zu "befreien".

Als es schließlich so weit gewesen sei, sei alles sehr schnell gegangen. Man habe die Kinder gegriffen und sei schnell zu den bereitstehenden Autos gerannt, so G. - von einer körperlichen Auseinandersetzung mit Stephan Hensel erzählt der Zeuge zunächst nichts.

10.10 Uhr: Auch G. berichtet von Treffen mit Christina Block im "Grand Elysée"

G. berichtet von einem Meeting mit B., "Olga" und anderen Mitgliedern des Teams. In diesem sei besprochen worden, dass man nicht viel Zeit habe, sondern die Kinder schnellstmöglich gerettet werden müssten.

Am Ende dieses Meetings sei Frau Block ins Zimmer gekommen, nachdem er und andere Beteiligte sich die Gesichter maskiert hätten. Die Steakhouse-Erbin habe geweint und verzweifelt gewirkt, so der Zeuge. "Man konnte die Traurigkeit fühlen", betont das Ex-GNTM-Model.

Während verschiedene Beteiligte des mutmaßlichen Entführer-Teams schon öfter von dem ominösen Meeting erzählt hatten, behauptet Block-Anwalt Ingo Bott stets, dass es dieses Treffen nie gegeben habe.

Der mutmaßliche Mit-Entführer Jonathan G. (r.) mit seinem Anwalt auf dem Weg zum Gerichtssaal.  © Marcus Brandt/dpa

G. berichtet, dass er über einen Freund Kontakt zum mutmaßlichen Chef-Entführer David B. bekommen habe. Dieser habe ihn angeworben für eine "Operation" in Deutschland. Später habe Keren T. alias "Olga" ihn über sein Leben ausgefragt. Es habe sich wie ein "Interview für ein Jobangebot" angefühlt, so G.

Er habe einen guten Eindruck hinterlassen wollen, was offensichtlich funktioniert habe. B. habe ihn aufgefordert, so schnell wie möglich nach Hamburg zu kommen, was am 27. Dezember 2023 passiert sei. Er sei direkt zum Hotel "Grand Elysée" gereist.

Dort sei ihm erklärt worden, dass die Kinder aus der Obhut ihres Vaters Stephan Hensel gerettet werden müssten. Dieser sei unter anderem pädophil. Er habe gefragt, ob die Aktion legal sei, was ihm von B. bestätigt worden sei. "Ich wollte helfen", erklärt G. die Gründe für seine Beteiligung.

9.55 Uhr: Ex-GNTM-Model hat nun einen anderen Nachnamen

Der Zeuge erklärt zu Beginn, dass er seinen Nachnamen C. abgelegt habe und nun einen anderen Nachnamen (G.) trage. Er habe aktuell keinen Job und sei arbeitssuchend, führt er auf Nachfrage der Richterin aus. G. erklärt weiter, dass er von 2014 bis 2024 in Hamburg gelebt habe.

Nun lässt Hildebrandt sich bestätigen, dass die schriftliche Stellungnahme, die G. im Frühjahr über seinen Anwalt eingereicht hatte, tatsächlich von ihm sei. Der Zeuge bestätigt und erläutert, dass er die Stellungnahme allein und ohne Hilfe seines Anwalts erstellt habe.

9.46 Uhr: Verhandlung läuft

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet nach dem Erscheinen des weiterhin in U-Haft sitzenden mutmaßlichen Mit-Entführers Tal S. mit reichlich Verspätung die heutige Verhandlung.

Es geht sogleich los mit der Zeugenaussage von Jonathan C.

Richterin Isabel Hildebrandt hat den Vorsitz im Prozess gegen Christina Block.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

9.21 Uhr: Wenig Andrang im Verhandlungssaal

Trotz des eigentlich sehr spannenden Zeugen ist das Interesse an der heutigen Verhandlung ziemlich gering.

Wenige Minuten vor Beginn ist der Zuschauerraum in Saal 237 nur spärlich gefüllt.

9 Uhr: So geht es am Mittwoch weiter

Am Mittwoch wird erstmals der mutmaßlich ebenfalls an der Entführung beteiligte Jonathan C. (35) als Zeuge aussagen, wie das Gericht ankündigte.

Das ehemalige GNTM-Model soll unter anderem laut der Aussage des in U-Haft sitzenden Tal S. in der Tatnacht sehr brutal gegen Block-Ex Stephan Hensel vorgegangen sein.

Tochter Klara hatte zudem ausgesagt, dass sich C. auch ihr und ihrem Bruder gegenüber sehr rabiat verhalten habe.

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