Block-Prozess: Ex-GNTM-Model widerspricht mutmaßlichem Chef-Entführer
Hamburg - Am Mittwoch findet der 62. Verhandlungstag im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (53) statt. Im Fokus steht eine mit Spannung erwartete Zeugenaussage. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.
14.54 Uhr: Ex-GNTM-Model widerspricht mutmaßlichem Chef-Entführer
Nach Bott übernimmt Dr. Marko Voß, der Anwalt des mitangeklagten Familienanwalts Dr. Andreas C., die Befragung des Zeugen. Er möchte wissen, ob G. bei seiner Aussage bleibe, David B. einige Tage anstatt mehrere Monate nach der Entführung noch einmal getroffen zu haben.
Genau dies hatte B. in seiner Zeugenaussage erklärt. Im selben Zuge hatte der mutmaßliche Chef-Entführer auch gesagt, dass G. ihm gegenüber eine Gewaltanwendung im Rahmen der Entführung zugegeben habe. Das sei nicht zutreffend, widerspricht der Zeuge dieser Darstellung.
14.35 Uhr: Richterin mischt sich in Befragung von Block-Anwalt ein
Wie er von der Verhaftung von Tal S. erfahren habe, will Bott als nächstes Wissen. Durch eine Textnachricht von David B., antwortet G. Der Block-Anwalt will daraufhin die genaue App wissen. "WhatsApp oder Signal", entgegnet der Zeuge. "Im Rahmen einer Gruppe oder privat?", fragt Bott. "Privat", erinnert sich G.
Abschließend will Bott wissen, was der Zeuge über sein "sicheres Geleit", das seinen Besuch im Zeugenstand erst möglich gemacht hat, sagen könne. Ob der Antrag darauf nach seiner Kenntnis direkt vom Amtsgericht bewilligt worden sei, fragt der Block-Anwalt. "Was meinen Sie mit direkt? Der Antrag ist bewilligt worden, er sitzt hier", mischt sich die Richterin ein.
Nach einem kurzen Wortgefecht hat Bott keine weiteren Fragen, es gibt erneut eine zehnminütige Pause.
14.16 Uhr: Block-Anwalt befragt Zeugen zu vermeintlichem Treffen im Hotel
Nach dem Nebenklagevertreter haben auch Tana Jeney, die Anwältin der Kinder, sowie die kinderpsychiatrische Sachverständige Dr. Schüler-Springorum Fragen an den Zeugen.
Sie erkundigen sich insbesondere zu dem Umgang mit den Kindern in der Silvesternacht. Zu vielem kann G. allerdings keine genauen Angaben machen, weil er sich nicht mehr genau erinnere oder es nicht mitbekommen habe.
Anschließend übernimmt Block-Anwalt Ingo Bott die Befragung des Zeugen. Er kommt auf das vermeintliche Treffen im "Grand Elysée" zu sprechen. Um wie viel Uhr das Treffen stattgefunden habe, will der Anwalt wissen. "Abends", antwortet G. Es sei bereits dunkel gewesen.
Warum er in seiner schriftlichen Stellungnahme nichts von der Maskierung während des Treffens geschildert habe, fragt der Anwalt. Das habe er, entgegnet G., woraufhin Bott das widerlegt. Der Zeuge schaut daraufhin selbst in seine Einlassung und räumt schließlich ein, dass es doch nicht Teil gewesen sei.
14.01 Uhr: "Also haben sie nur zugeguckt und sind dann weggerannt?"
Auch von der Meden kommt jetzt noch einmal auf die Aussage von Tal S. zu sprechen, der ausgesagt hatte, dass G. auf Hensel eingeschlagen habe und sehr brutal vorgegangen sei.
Der Zeuge wiederholt noch einmal seine Aussage von vorhin, dass er weder den Vater noch die Kinder angerührt habe. "Also zusammengefasst haben sie nur dagestanden, zugeguckt und sind dann weggerannt?", fragt von der Meden wenig überzeugt. Alles sei so schnell gegangen, wiederholt G. noch einmal.
"Haben Sie denn eine Erklärung dafür, warum Herr S. uns das so erzählt hat?", will der Anwalt weiter wissen. "Vielleicht, weil er nicht die Verantwortung übernehmen will", mutmaßt G.
13.53 Uhr: David B. will Beweise für Pädophilie durch Hensel gehabt haben
Die Richterin hat keine weiteren Fragen, jetzt hat Staatsanwalt Marvin Steinberg das Fragerecht. Er stellt einige Nachfragen, unter anderem zu den persönlichen Gegenständen, die Frau Block dem Team bei dem Treffen im "Grand Elysée" übergeben habe. Es könnte ein Teddybär darunter gewesen sein, erinnert sich der Zeuge auf Nachfrage.
Anschließend befragt Nebenklagevertreter Philip von der Meden den ehemaligen Fitness-Trainer. Der Hensel-Anwalt möchte wissen, was im Vorwege die Vorstellung des Teams gewesen sei, wie man denn an die Kinder herankommen könne. "Wir hatten keinen genauen Plan", unterstreicht G.
Auch über die Pädophilie-Vorwürfe gegen seinen Mandanten will der Jurist sprechen. G. berichtet, dass es ihm von David B. so verkauft worden sei, als dass es Beweise für Übergriffe durch Herrn Hensel gegeben habe. Selbst gesehen habe er diese Beweise aber nicht.
13.38 Uhr: Zeuge bekam von seinem Anwalt eine Kopie der Gerichtsakten
Hildebrandt will von G. wissen, ob im Vorwege geplant worden sei, die Kinder nach der Entführung erst nach Süddeutschland und dann nach Hamburg zu bringen. "Daran erinnere ich mich nicht", antwortet der Zeuge.
Auch an die konkreten Inhalte des Treffens in Israel, das nach der Silvesternacht stattfand, könne er sich nicht erinnern. David B. habe lediglich gesagt, dass die Kinder erfolgreich zur Mutter zurückgebracht worden seien. Wegen möglicher Sorgen, die Aktion könne doch nicht legal gewesen sein, habe B. klar gemacht, dass "alles in Ordnung" komme.
Als die Sache jedoch medial immer größer geworden sei, habe er den Entschluss gefasst, sich zu Wort zu melden und die schriftliche Stellungnahme über seinen Anwalt einzureichen. Von diesem habe er auch eine Kopie der Prozessakten erhalten, so G.
13.27 Uhr: Mit-Entführer spricht über Wunden, die tagelang geblutet hätten
Weiter im Text: Nach der Mittagspause setzt Richterin Hildebrandt ihre Zeugenbefragung von Jonathan G. fort. Sie möchte mehr wissen zu der Zeit unmittelbar nach der Entführung am Hafen, als das Team im Wald unterwegs war.
Das Auftauchen der Polizei habe ihn überrascht, erklärt der Zeuge. Immerhin sei er davon ausgegangen, dass die Aktion legal und von den deutschen Behörden geduldet sei.
Der Polizeihund habe ihn gebissen, in dem Moment selbst habe er aber keinen Schmerz gespürt, erklärt G. Zuvor hatte er bereits ausgesagt, Bisswunden davongetragen zu haben, die noch tagelang geblutet hätten.
12.10 Uhr: Mittagspause
Ein Verteidiger bittet um eine kurze Toilettenpause, woraufhin die Richterin die Verhandlung für die obligatorische Mittagspause unterbricht.
Weiter geht es um 13.15 Uhr.
12.05 Uhr: Ex-GNTM-Model widerspricht Aussage von Block-Tochter Klara
Nach der Ergreifung am Hafen habe er im zweiten Auto gesessen, während die Kinder im ersten Auto gesessen hätten, berichtet G. weiter. Die Richterin hält dem Zeugen daraufhin die Aussage von Tochter Klara vor, die berichtet hatte, dass "der Typ, der Deutsch spricht" bei ihr und ihrem Bruder gesessen habe. Das streitet der ehemalige Fitness-Trainer ab.
Erst im Wald habe er mit Klara und Theo gesprochen. Dabei habe Erstere ihm gesagt, dass sie nicht zurück zu ihrer Mutter wolle, weil sie von dieser geschlagen worden sei. Er habe versucht, sie zu beruhigen. Theo sei ohnehin sehr ruhig gewesen, erinnert sich der Zeuge.
Hildebrandt will wissen, ob die Kinder gefesselt worden seien oder etwas auf ihren Mund geklebt worden sei. "Nicht, dass ich es gesehen habe", entgegnet G. Er hätte ja nicht mit den Kindern sprechen können, wenn diesen etwas auf den Mund geklebt worden wäre, verdeutlicht er.
11.51 Uhr: Richterin konfrontiert Zeugen mit Anschuldigungen von Mit-Entführer
Jetzt geht es noch einmal um die Geschehnisse am Hafen selbst. David B. und Keren T. hätten so getan, als seien sie ein Paar, die anderen hätten sich wie Touristen verhalten, erzählt der Zeuge. Als Stephan Hensel mit den Kindern gesehen worden sei, habe schnell die "Ergreifung" stattgefunden und anschließend sei man geflohen, so G.
Hildebrandt geht das zu schnell. Die Richterin will Details wissen, unter anderem, wer genau die Kinder in seine Obhut genommen habe und wer den Vater außer Gefecht gesetzt habe. "Das kann ich nicht sagen", antwortet G. Auch für ihn sei das Ganze "viel zu schnell" gegangen, erläutert der Zeuge.
Die Richterin hält G. nun die Aussage vom mutmaßlichen Mit-Entführer Tal S. vor, der berichtet hatte, dass dieser Stephan Hensel brutal attackiert und mit mehreren Faustschlägen außer Gefecht gesetzt habe.
Er sei "nicht dieser deutsche Typ", von dem S. gesprochen habe, erklärt G. Wer es stattdessen gewesen sei, könne er allerdings nicht sagen. Auch die Kinder habe er nicht ein einziges Mal berührt. "Das war nicht mein Job", ergänzt der Zeuge.
11.44 Uhr: Fitness-Trainer spricht über Fahrt von Hamburg nach Dänemark
Frau Block sei bei dem Treffen im "Grand Elysée" in Begleitung eines Mannes gewesen. Er gehe davon aus, dass es sich dabei um ihren Anwalt gehandelt habe, berichtet G. An dessen Aussehen könne er sich nun aber nicht mehr erinnern, erklärt der Zeuge.
Sehr wohl erinnern könne er sich an die Fahrt von Hamburg nach Dänemark. Das Team sei mit zwei Autos und einem Wohnmobil unterwegs gewesen, er habe in einem der beiden Wagen gesessen. Vor der Grenze habe das Team eine Pause gemacht. Mindestens acht Leute seien mit dabei gewesen, so G.
In Dänemark sei man "einmal um den Block gefahren", erklärt der Zeuge. Zum Hafen sei man zu Fuß gegangen, erklärt das ehemalige GNTM-Model.
11.23 Uhr: Zeuge erinnert sich an eine Tasche, die Frau Block übergeben habe
Hildebrandt befragt G. weiter, unter anderem zu den Rollen der einzelnen Teammitglieder sowie den verwendeten Autos und deren Herkunft. Diese stammten von einer Autovermietung am Flughafen, erklärt der ehemalige Fitness-Trainer.
Zudem spricht er über verschiedene Spitznamen, die im Team verwendet worden seien. Er erinnere sich an "die Saudis" und "die Ninjas". Er selbst sei "Nils" genannt worden, berichtet G.
Warum er und die anderen Teammitglieder sich bei dem ominösen Treffen mit Frau Block im "Grand Elysée" maskiert hätten, will die Richterin wissen. "Weil es eine Geheimoperation war", antwortet der Zeuge. B. habe die Maskierung angeordnet, damit eine Identifizierung nicht möglich sei.
Die Steakhouse-Erbin habe "fünf oder zehn Minuten" zum Team gesprochen, erinnert sich G. Zudem habe sie eine "Tasche mit persönlichen Gegenstand" übergeben. Daran habe er sich allerdings erst nach einer entsprechenden Berichterstattung über den Prozess wieder erinnern können, gibt G. zu.
11.20 Uhr: Vorsitzende Richterin löchert Ex-GNTM-Model mit Fragen
Nun will die Richterin wissen, ob vor der Aktion in der Silvesternacht eigentlich ganz konkret darüber gesprochen worden sei, wie man die Kinder genau "befreien" wolle. Man habe besprochen, wie man am besten von Hensels Haus bis zur Grenze käme, antwortet G. Die konkrete Ergreifung der Kinder sei aber nicht im Detail geplant worden.
Hildebrandt zeigt sich darüber irritiert, dass man nicht einfach versucht habe, die Kinder mithilfe der Autos über die Grenze zu bringen, sondern zu Fuß durch den Wald geflohen sei. Er habe dies nicht infrage gestellt, antwortet G. "Das war einfach der Plan", ergänzt der Israeli.
Ob es vor der Aktion die Idee gegeben habe, Stephan Hensel mithilfe von Klebeband zu "neutralisieren", wie Tal S. es ausgesagt hatte, erinnere er nicht mehr, erklärt der Zeuge auf die entsprechende Nachfrage der Richterin.
11.08 Uhr: Wurde Jonathan G. aufgrund seiner "sozialen Ader" rekrutiert?
Sein Job im Rahmen der "Mission" sei es gewesen, sicherzustellen, dass es den Kindern gut gehe und sie wohlbehalten zu ihrer Mutter gebracht würden. Dafür seien ihm 10.000 Euro in bar versprochen worden, die er "neun bis elf Monate" nach der Aktion auch bekommen habe, so G.
Warum ausgerechnet er - ein Model und Fitness-Trainer - von David B. und "Olga" ausgewählt worden sei, will Hildebrandt von dem Israeli wissen. G. entgegnet, dass er vermute, dass es an seiner "sozialen Ader" und dem Umstand, dass er Deutsch spreche, gelegen habe.
11.01 Uhr: G. spricht von vermeintlicher "Gehirnwäsche" durch den Kindsvater
Die Richterin möchte ganz genau von G. wissen, wann er über was informiert worden sei - zum Beispiel wann und wie er davon erfahren habe, dass die Kinder von ihrem Vater einer vermeintlichen "Gehirnwäsche" unterzogen worden seien und gerettet werden müssten.
Dies sei ihm erst ganz konkret gesagt worden, nachdem er eine Beteiligung zugesagt habe. Zuvor habe er sich bestätigen lassen, dass alles legal sei und von den deutschen Behörden unterstützt werde, wiederholt der Zeuge. Er sei der Überzeugung gewesen, dass die Kinder zur Mutter gehörten.
10.50 Uhr: Zeuge wusste laut eigener Aussage zunächst überhaupt nichts
Es geht weiter. Richterin Isabel Hildebrandt hat einige Nachfragen zu der Erzählung des Zeugen. Unter anderem will sie noch einmal wissen, was genau ihm sein Freund ganz zu Beginn über David B. und dessen "Mission" erzählt habe. "Nichts", antwortet G. Er habe lediglich gesagt bekommen, dass B. ein Mossad-Agent sei und er alles weitere zu dem geplanten Vorhaben in Hamburg erfahren würde.
Auch im Gespräch mit Keren T. sei ihm nicht wirklich erzählt worden, worum es eigentlich gehe, erklärt der Zeuge. Warum er trotzdem bereitwillig Auskunft über sein Leben gegeben habe, will Hildebrandt wissen. Er habe gespürt, dass es um eine große Sache gehe, entgegnet G.
10.32 Uhr: Staatsanwalt muss Zeugenaussage "erst mal sacken lassen"
Nach der Aktion habe er im Hotel erst einmal "18 Stunden durchgeschlafen", ehe er kurz darauf zurück nach Israel geflogen sei. Das Flugticket hätten David B. und "Olga" für ihn organisiert. Dort habe es ein Treffen gegeben, indem er erfahren habe, dass die Rettung der Kinder offenbar doch nicht so legal gewesen sei.
Ein paar Tage später sei er wieder nach Hamburg geflogen und habe sein Leben irgendwie weitergelebt. Knapp zwei Jahre später sei dann schließlich auch sein Name durch die Medien gegeistert und er habe daraufhin entschieden, sich öffentlich zu äußern. Deshalb sei er heute hier.
Der Staatsanwalt bittet direkt nach Abschluss der Erzählung um eine zehnminütige Pause. "Ich muss das erst mal sacken lassen", erklärt der Jurist.
10.23 Uhr: Mit-Entführer berichtet von Auseinandersetzung mit Hund im Wald
Nach der Ergreifung der Kinder sei man schnell im Dunkeln durch den Wald geflohen. Die Polizei sei ihnen auf der Spur gewesen, irgendwann habe sich ein Hund an ihre Fersen geheftet. Er habe in dieser Situation nur daran gedacht, die Kinder vor dem Hund zu schützen.
Das Tier habe ihn schließlich angefallen und die beiden seien zusammen einen Hügel hinuntergerollt. Danach habe der Hund jedoch von ihm abgelassen und sei "weggegangen", nachdem er ihn noch ein bisschen gestreichelt und ihm gut zugeredet habe, berichtet G. Die beiden hätten sogar gemeinsam aus einer Pfütze getrunken, erklärt der Zeuge und erntet dafür Lacher aus dem Zuschauerraum.
Nach der Konfrontation mit dem Hund sei er vom Rest des Teams getrennt gewesen und habe sich selbst über die Grenze durchgeschlagen.
10.17 Uhr: Ex-GNTM-Model spricht über Geschehnisse in der Silvesternacht
Kurz vor der Silvesternacht sei das Team bereits einmal nach Dänemark gefahren, um die Lage vor Ort zu checken und sich ein Bild der Gegebenheiten zu machen. Es sei auch darum gegangen, den "besten Weg" zu finden, berichtet G.
Am 31. Dezember hätte das Team dann erfahren, dass sich die Kinder das große Feuerwerk in Gråsten anschauen würden und das dies die ideale Gelegenheit für die Rettung der Kinder sei. Er und seine Mitstreiter seien "aufgeregt" gewesen, hätten aber das klare Ziel gehabt, die Kinder aus der Obhut ihres Vaters zu "befreien".
Als es schließlich so weit gewesen sei, sei alles sehr schnell gegangen. Man habe die Kinder gegriffen und sei schnell zu den bereitstehenden Autos gerannt, so G. - von einer körperlichen Auseinandersetzung mit Stephan Hensel erzählt der Zeuge zunächst nichts.
10.10 Uhr: Auch G. berichtet von Treffen mit Christina Block im "Grand Elysée"
G. berichtet von einem Meeting mit B., "Olga" und anderen Mitgliedern des Teams. In diesem sei besprochen worden, dass man nicht viel Zeit habe, sondern die Kinder schnellstmöglich gerettet werden müssten.
Am Ende dieses Meetings sei Frau Block ins Zimmer gekommen, nachdem er und andere Beteiligte sich die Gesichter maskiert hätten. Die Steakhouse-Erbin habe geweint und verzweifelt gewirkt, so der Zeuge. "Man konnte die Traurigkeit fühlen", betont das Ex-GNTM-Model.
Während verschiedene Beteiligte des mutmaßlichen Entführer-Teams schon öfter von dem ominösen Meeting erzählt hatten, behauptet Block-Anwalt Ingo Bott stets, dass es dieses Treffen nie gegeben habe.
10.04 Uhr: Zeuge: David B. habe ihm bestätigt, dass die Aktion legal sei
G. berichtet, dass er über einen Freund Kontakt zum mutmaßlichen Chef-Entführer David B. bekommen habe. Dieser habe ihn angeworben für eine "Operation" in Deutschland. Später habe Keren T. alias "Olga" ihn über sein Leben ausgefragt. Es habe sich wie ein "Interview für ein Jobangebot" angefühlt, so G.
Er habe einen guten Eindruck hinterlassen wollen, was offensichtlich funktioniert habe. B. habe ihn aufgefordert, so schnell wie möglich nach Hamburg zu kommen, was am 27. Dezember 2023 passiert sei. Er sei direkt zum Hotel "Grand Elysée" gereist.
Dort sei ihm erklärt worden, dass die Kinder aus der Obhut ihres Vaters Stephan Hensel gerettet werden müssten. Dieser sei unter anderem pädophil. Er habe gefragt, ob die Aktion legal sei, was ihm von B. bestätigt worden sei. "Ich wollte helfen", erklärt G. die Gründe für seine Beteiligung.
9.55 Uhr: Ex-GNTM-Model hat nun einen anderen Nachnamen
Der Zeuge erklärt zu Beginn, dass er seinen Nachnamen C. abgelegt habe und nun einen anderen Nachnamen (G.) trage. Er habe aktuell keinen Job und sei arbeitssuchend, führt er auf Nachfrage der Richterin aus. G. erklärt weiter, dass er von 2014 bis 2024 in Hamburg gelebt habe.
Nun lässt Hildebrandt sich bestätigen, dass die schriftliche Stellungnahme, die G. im Frühjahr über seinen Anwalt eingereicht hatte, tatsächlich von ihm sei. Der Zeuge bestätigt und erläutert, dass er die Stellungnahme allein und ohne Hilfe seines Anwalts erstellt habe.
9.46 Uhr: Verhandlung läuft
Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet nach dem Erscheinen des weiterhin in U-Haft sitzenden mutmaßlichen Mit-Entführers Tal S. mit reichlich Verspätung die heutige Verhandlung.
Es geht sogleich los mit der Zeugenaussage von Jonathan C.
9.21 Uhr: Wenig Andrang im Verhandlungssaal
Trotz des eigentlich sehr spannenden Zeugen ist das Interesse an der heutigen Verhandlung ziemlich gering.
Wenige Minuten vor Beginn ist der Zuschauerraum in Saal 237 nur spärlich gefüllt.
9 Uhr: So geht es am Mittwoch weiter
Am Mittwoch wird erstmals der mutmaßlich ebenfalls an der Entführung beteiligte Jonathan C. (35) als Zeuge aussagen, wie das Gericht ankündigte.
Das ehemalige GNTM-Model soll unter anderem laut der Aussage des in U-Haft sitzenden Tal S. in der Tatnacht sehr brutal gegen Block-Ex Stephan Hensel vorgegangen sein.
Tochter Klara hatte zudem ausgesagt, dass sich C. auch ihr und ihrem Bruder gegenüber sehr rabiat verhalten habe.
8.45 Uhr: Recap vom 61. Verhandlungstag
Vergangene Woche Dienstag wurde die zweitägige Zeugenvernehmung des Israelis K. beendet, der nach eigenen Angaben Fahrer eines der Fluchtfahrzeuge in der Silvesternacht 2023/24 war.
Der 42-Jährige erklärte, sich rückblickend vom mutmaßlichen Chef-Entführer David B. (68) "ausgenutzt" und "verarscht" zu fühlen. Er sei wie die anderen Mitglieder des Teams "leicht zu verführen" gewesen.
Bereits am Vortag hatte K. ausgesagt, er sei bis zuletzt davon ausgegangen, das Richtige zu tun, auch wenn ihm zwischenzeitlich immer wieder Zweifel gekommen seien.
"Aber es war wie bei einer Mossad-Operation, ich stand unter Stress und habe gemacht, was mir gesagt wurde." Die Ereignisse hätten ihn so belastet, dass er sich laut Übersetzung "in Behandlung" befunden habe.
Titelfoto: Marcus Brandt/dpa