Block-Prozess: Richterin konfrontiert Ex-GNTM-Model mit Anschuldigungen

Hamburg - Am Mittwoch findet der 62. Verhandlungstag im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (53) statt. Im Fokus steht eine mit Spannung erwartete Zeugenaussage. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Seit fast genau einem Jahr muss sich Steakhouse-Erbin Christina Block (53) wegen mutmaßlicher Kindesentführung vor Gericht verantworten.  © Marcus Brandt/dpa

11.51 Uhr: Richterin konfrontiert Zeugen mit Anschuldigungen von Mit-Entführer

Jetzt geht es noch einmal um die Geschehnisse am Hafen selbst. David B. und Keren T. hätten so getan, als seien sie ein Paar, die anderen hätten sich wie Touristen verhalten, erzählt der Zeuge. Als Stephan Hensel mit den Kindern gesehen worden sei, habe schnell die "Ergreifung" stattgefunden und anschließend sei man geflohen, so G.

Hildebrandt geht das zu schnell. Die Richterin will Details wissen, unter anderem, wer genau die Kinder in seine Obhut genommen habe und wer den Vater außer Gefecht gesetzt habe. "Das kann ich nicht sagen", antwortet G. Auch für ihn sei das Ganze "viel zu schnell" gegangen, erläutert der Zeuge.

Die Richterin hält G. nun die Aussage vom mutmaßlichen Mit-Entführer Tal S. vor, der berichtet hatte, dass dieser Stephan Hensel brutal attackiert und mit mehreren Faustschlägen außer Gefecht gesetzt habe.

Er sei "nicht dieser deutsche Typ", von dem S. gesprochen habe, erklärt G. Wer es stattdessen gewesen sei, könne er allerdings nicht sagen. Auch die Kinder habe er nicht ein einziges Mal berührt. "Das war nicht mein Job", ergänzt der Zeuge.

11.44 Uhr: Fitness-Trainer spricht über Fahrt von Hamburg nach Dänemark

Frau Block sei bei dem Treffen im "Grand Elysée" in Begleitung eines Mannes gewesen. Er gehe davon aus, dass es sich dabei um ihren Anwalt gehandelt habe, berichtet G. An dessen Aussehen könne er sich nun aber nicht mehr erinnern, erklärt der Zeuge.

Sehr wohl erinnern könne er sich an die Fahrt von Hamburg nach Dänemark. Das Team sei mit zwei Autos und einem Wohnmobil unterwegs gewesen, er habe in einem der beiden Wagen gesessen. Vor der Grenze habe das Team eine Pause gemacht. Mindestens acht Leute seien mit dabei gewesen, so G.

In Dänemark sei man "einmal um den Block gefahren", erklärt der Zeuge. Zum Hafen sei man zu Fuß gegangen, erklärt das ehemalige GNTM-Model.

11.23 Uhr: Zeuge erinnert sich an eine Tasche, die Frau Block übergeben habe

Hildebrandt befragt G. weiter, unter anderem zu den Rollen der einzelnen Teammitglieder sowie den verwendeten Autos und deren Herkunft. Diese stammten von einer Autovermietung am Flughafen, erklärt der ehemalige Fitness-Trainer.

Zudem spricht er über verschiedene Spitznamen, die im Team verwendet worden seien. Er erinnere sich an "die Saudis" und "die Ninjas". Er selbst sei "Nils" genannt worden, berichtet G.

Warum er und die anderen Teammitglieder sich bei dem ominösen Treffen mit Frau Block im "Grand Elysée" maskiert hätten, will die Richterin wissen. "Weil es eine Geheimoperation war", antwortet der Zeuge. B. habe die Maskierung angeordnet, damit eine Identifizierung nicht möglich sei.

Die Steakhouse-Erbin habe "fünf oder zehn Minuten" zum Team gesprochen, erinnert sich G. Zudem habe sie eine "Tasche mit persönlichen Gegenstand" übergeben. Daran habe er sich allerdings erst nach einer entsprechenden Berichterstattung über den Prozess wieder erinnern können, gibt G. zu.

Christina Block und ihr Anwalt Ingo Bott im Verhandlungsaal 237 des Landgerichts Hamburg.  © Markus Scholz/dpa-Pool/dpa

11.20 Uhr: Vorsitzende Richterin löchert Ex-GNTM-Model mit Fragen

Nun will die Richterin wissen, ob vor der Aktion in der Silvesternacht eigentlich ganz konkret darüber gesprochen worden sei, wie man die Kinder genau "befreien" wolle. Man habe besprochen, wie man am besten von Hensels Haus bis zur Grenze käme, antwortet G. Die konkrete Ergreifung der Kinder sei aber nicht im Detail geplant worden.

Hildebrandt zeigt sich darüber irritiert, dass man nicht einfach versucht habe, die Kinder mithilfe der Autos über die Grenze zu bringen, sondern zu Fuß durch den Wald geflohen sei. Er habe dies nicht infrage gestellt, antwortet G. "Das war einfach der Plan", ergänzt der Israeli.

Ob es vor der Aktion die Idee gegeben habe, Stephan Hensel mithilfe von Klebeband zu "neutralisieren", wie Tal S. es ausgesagt hatte, erinnere er nicht mehr, erklärt der Zeuge auf die entsprechende Nachfrage der Richterin.

11.08 Uhr: Wurde Jonathan G. aufgrund seiner "sozialen Ader" rekrutiert?

Sein Job im Rahmen der "Mission" sei es gewesen, sicherzustellen, dass es den Kindern gut gehe und sie wohlbehalten zu ihrer Mutter gebracht würden. Dafür seien ihm 10.000 Euro in bar versprochen worden, die er "neun bis elf Monate" nach der Aktion auch bekommen habe, so G.

Warum ausgerechnet er - ein Model und Fitness-Trainer - von David B. und "Olga" ausgewählt worden sei, will Hildebrandt von dem Israeli wissen. G. entgegnet, dass er vermute, dass es an seiner "sozialen Ader" und dem Umstand, dass er Deutsch spreche, gelegen habe.

11.01 Uhr: G. spricht von vermeintlicher "Gehirnwäsche" durch den Kindsvater

Die Richterin möchte ganz genau von G. wissen, wann er über was informiert worden sei - zum Beispiel wann und wie er davon erfahren habe, dass die Kinder von ihrem Vater einer vermeintlichen "Gehirnwäsche" unterzogen worden seien und gerettet werden müssten.

Dies sei ihm erst ganz konkret gesagt worden, nachdem er eine Beteiligung zugesagt habe. Zuvor habe er sich bestätigen lassen, dass alles legal sei und von den deutschen Behörden unterstützt werde, wiederholt der Zeuge. Er sei der Überzeugung gewesen, dass die Kinder zur Mutter gehörten.

10.50 Uhr: Zeuge wusste laut eigener Aussage zunächst überhaupt nichts

Es geht weiter. Richterin Isabel Hildebrandt hat einige Nachfragen zu der Erzählung des Zeugen. Unter anderem will sie noch einmal wissen, was genau ihm sein Freund ganz zu Beginn über David B. und dessen "Mission" erzählt habe. "Nichts", antwortet G. Er habe lediglich gesagt bekommen, dass B. ein Mossad-Agent sei und er alles weitere zu dem geplanten Vorhaben in Hamburg erfahren würde.

Auch im Gespräch mit Keren T. sei ihm nicht wirklich erzählt worden, worum es eigentlich gehe, erklärt der Zeuge. Warum er trotzdem bereitwillig Auskunft über sein Leben gegeben habe, will Hildebrandt wissen. Er habe gespürt, dass es um eine große Sache gehe, entgegnet G.

10.32 Uhr: Staatsanwalt muss Zeugenaussage "erst mal sacken lassen"

Nach der Aktion habe er im Hotel erst einmal "18 Stunden durchgeschlafen", ehe er kurz darauf zurück nach Israel geflogen sei. Das Flugticket hätten David B. und "Olga" für ihn organisiert. Dort habe es ein Treffen gegeben, indem er erfahren habe, dass die Rettung der Kinder offenbar doch nicht so legal gewesen sei.

Ein paar Tage später sei er wieder nach Hamburg geflogen und habe sein Leben irgendwie weitergelebt. Knapp zwei Jahre später sei dann schließlich auch sein Name durch die Medien gegeistert und er habe daraufhin entschieden, sich öffentlich zu äußern. Deshalb sei er heute hier.

Der Staatsanwalt bittet direkt nach Abschluss der Erzählung um eine zehnminütige Pause. "Ich muss das erst mal sacken lassen", erklärt der Jurist.

Staatsanwalt Marvin Steinberg bat direkt nach der umfangreichen Erzählung von Ex-GNTM-Model Jonathan G. um eine Pause. (Archivfoto)  © Marcus Brandt/dpa-Pool/dpa

10.23 Uhr: Mit-Entführer berichtet von Auseinandersetzung mit Hund im Wald

Nach der Ergreifung der Kinder sei man schnell im Dunkeln durch den Wald geflohen. Die Polizei sei ihnen auf der Spur gewesen, irgendwann habe sich ein Hund an ihre Fersen geheftet. Er habe in dieser Situation nur daran gedacht, die Kinder vor dem Hund zu schützen.

Das Tier habe ihn schließlich angefallen und die beiden seien zusammen einen Hügel hinuntergerollt. Danach habe der Hund jedoch von ihm abgelassen und sei "weggegangen", nachdem er ihn noch ein bisschen gestreichelt und ihm gut zugeredet habe, berichtet G. Die beiden hätten sogar gemeinsam aus einer Pfütze getrunken, erklärt der Zeuge und erntet dafür Lacher aus dem Zuschauerraum.

Nach der Konfrontation mit dem Hund sei er vom Rest des Teams getrennt gewesen und habe sich selbst über die Grenze durchgeschlagen.

10.17 Uhr: Ex-GNTM-Model spricht über Geschehnisse in der Silvesternacht

Kurz vor der Silvesternacht sei das Team bereits einmal nach Dänemark gefahren, um die Lage vor Ort zu checken und sich ein Bild der Gegebenheiten zu machen. Es sei auch darum gegangen, den "besten Weg" zu finden, berichtet G.

Am 31. Dezember hätte das Team dann erfahren, dass sich die Kinder das große Feuerwerk in Gråsten anschauen würden und das dies die ideale Gelegenheit für die Rettung der Kinder sei. Er und seine Mitstreiter seien "aufgeregt" gewesen, hätten aber das klare Ziel gehabt, die Kinder aus der Obhut ihres Vaters zu "befreien".

Als es schließlich so weit gewesen sei, sei alles sehr schnell gegangen. Man habe die Kinder gegriffen und sei schnell zu den bereitstehenden Autos gerannt, so G. - von einer körperlichen Auseinandersetzung mit Stephan Hensel erzählt der Zeuge zunächst nichts.

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