Block-Prozess: Ex-GNTM-Model widerspricht Aussage von Tochter Klara

Hamburg - Am Mittwoch findet der 62. Verhandlungstag im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (53) statt. Im Fokus steht eine mit Spannung erwartete Zeugenaussage. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Seit fast genau einem Jahr muss sich Steakhouse-Erbin Christina Block (53) wegen mutmaßlicher Kindesentführung vor Gericht verantworten.  © Marcus Brandt/dpa

13.27 Uhr: Mit-Entführer spricht über Wunden, die tagelang geblutet hätten

Weiter im Text: Nach der Mittagspause setzt Richterin Hildebrandt ihre Zeugenbefragung von Jonathan G. fort. Sie möchte mehr wissen zu der Zeit unmittelbar nach der Entführung am Hafen, als das Team im Wald unterwegs war.

Das Auftauchen der Polizei habe ihn überrascht, erklärt der Zeuge. Immerhin sei er davon ausgegangen, dass die Aktion legal und von den deutschen Behörden geduldet sei.

Der Polizeihund habe ihn gebissen, in dem Moment selbst habe er aber keinen Schmerz gespürt, erklärt G. Zuvor hatte er bereits ausgesagt, Bisswunden davongetragen zu haben, die noch tagelang geblutet hätten.

12.10 Uhr: Mittagspause

Ein Verteidiger bittet um eine kurze Toilettenpause, woraufhin die Richterin die Verhandlung für die obligatorische Mittagspause unterbricht.

Weiter geht es um 13.15 Uhr.

12.05 Uhr: Ex-GNTM-Model widerspricht Aussage von Block-Tochter Klara

Nach der Ergreifung am Hafen habe er im zweiten Auto gesessen, während die Kinder im ersten Auto gesessen hätten, berichtet G. weiter. Die Richterin hält dem Zeugen daraufhin die Aussage von Tochter Klara vor, die berichtet hatte, dass "der Typ, der Deutsch spricht" bei ihr und ihrem Bruder gesessen habe. Das streitet der ehemalige Fitness-Trainer ab.

Erst im Wald habe er mit Klara und Theo gesprochen. Dabei habe Erstere ihm gesagt, dass sie nicht zurück zu ihrer Mutter wolle, weil sie von dieser geschlagen worden sei. Er habe versucht, sie zu beruhigen. Theo sei ohnehin sehr ruhig gewesen, erinnert sich der Zeuge.

Hildebrandt will wissen, ob die Kinder gefesselt worden seien oder etwas auf ihren Mund geklebt worden sei. "Nicht, dass ich es gesehen habe", entgegnet G. Er hätte ja nicht mit den Kindern sprechen können, wenn diesen etwas auf den Mund geklebt worden wäre, verdeutlicht er.

11.51 Uhr: Richterin konfrontiert Zeugen mit Anschuldigungen von Mit-Entführer

Jetzt geht es noch einmal um die Geschehnisse am Hafen selbst. David B. und Keren T. hätten so getan, als seien sie ein Paar, die anderen hätten sich wie Touristen verhalten, erzählt der Zeuge. Als Stephan Hensel mit den Kindern gesehen worden sei, habe schnell die "Ergreifung" stattgefunden und anschließend sei man geflohen, so G.

Hildebrandt geht das zu schnell. Die Richterin will Details wissen, unter anderem, wer genau die Kinder in seine Obhut genommen habe und wer den Vater außer Gefecht gesetzt habe. "Das kann ich nicht sagen", antwortet G. Auch für ihn sei das Ganze "viel zu schnell" gegangen, erläutert der Zeuge.

Die Richterin hält G. nun die Aussage vom mutmaßlichen Mit-Entführer Tal S. vor, der berichtet hatte, dass dieser Stephan Hensel brutal attackiert und mit mehreren Faustschlägen außer Gefecht gesetzt habe.

Er sei "nicht dieser deutsche Typ", von dem S. gesprochen habe, erklärt G. Wer es stattdessen gewesen sei, könne er allerdings nicht sagen. Auch die Kinder habe er nicht ein einziges Mal berührt. "Das war nicht mein Job", ergänzt der Zeuge.

11.44 Uhr: Fitness-Trainer spricht über Fahrt von Hamburg nach Dänemark

Frau Block sei bei dem Treffen im "Grand Elysée" in Begleitung eines Mannes gewesen. Er gehe davon aus, dass es sich dabei um ihren Anwalt gehandelt habe, berichtet G. An dessen Aussehen könne er sich nun aber nicht mehr erinnern, erklärt der Zeuge.

Sehr wohl erinnern könne er sich an die Fahrt von Hamburg nach Dänemark. Das Team sei mit zwei Autos und einem Wohnmobil unterwegs gewesen, er habe in einem der beiden Wagen gesessen. Vor der Grenze habe das Team eine Pause gemacht. Mindestens acht Leute seien mit dabei gewesen, so G.

In Dänemark sei man "einmal um den Block gefahren", erklärt der Zeuge. Zum Hafen sei man zu Fuß gegangen, erklärt das ehemalige GNTM-Model.

11.23 Uhr: Zeuge erinnert sich an eine Tasche, die Frau Block übergeben habe

Hildebrandt befragt G. weiter, unter anderem zu den Rollen der einzelnen Teammitglieder sowie den verwendeten Autos und deren Herkunft. Diese stammten von einer Autovermietung am Flughafen, erklärt der ehemalige Fitness-Trainer.

Zudem spricht er über verschiedene Spitznamen, die im Team verwendet worden seien. Er erinnere sich an "die Saudis" und "die Ninjas". Er selbst sei "Nils" genannt worden, berichtet G.

Warum er und die anderen Teammitglieder sich bei dem ominösen Treffen mit Frau Block im "Grand Elysée" maskiert hätten, will die Richterin wissen. "Weil es eine Geheimoperation war", antwortet der Zeuge. B. habe die Maskierung angeordnet, damit eine Identifizierung nicht möglich sei.

Die Steakhouse-Erbin habe "fünf oder zehn Minuten" zum Team gesprochen, erinnert sich G. Zudem habe sie eine "Tasche mit persönlichen Gegenstand" übergeben. Daran habe er sich allerdings erst nach einer entsprechenden Berichterstattung über den Prozess wieder erinnern können, gibt G. zu.

Christina Block und ihr Anwalt Ingo Bott im Verhandlungsaal 237 des Landgerichts Hamburg.  © Markus Scholz/dpa-Pool/dpa

11.20 Uhr: Vorsitzende Richterin löchert Ex-GNTM-Model mit Fragen

Nun will die Richterin wissen, ob vor der Aktion in der Silvesternacht eigentlich ganz konkret darüber gesprochen worden sei, wie man die Kinder genau "befreien" wolle. Man habe besprochen, wie man am besten von Hensels Haus bis zur Grenze käme, antwortet G. Die konkrete Ergreifung der Kinder sei aber nicht im Detail geplant worden.

Hildebrandt zeigt sich darüber irritiert, dass man nicht einfach versucht habe, die Kinder mithilfe der Autos über die Grenze zu bringen, sondern zu Fuß durch den Wald geflohen sei. Er habe dies nicht infrage gestellt, antwortet G. "Das war einfach der Plan", ergänzt der Israeli.

Ob es vor der Aktion die Idee gegeben habe, Stephan Hensel mithilfe von Klebeband zu "neutralisieren", wie Tal S. es ausgesagt hatte, erinnere er nicht mehr, erklärt der Zeuge auf die entsprechende Nachfrage der Richterin.

11.08 Uhr: Wurde Jonathan G. aufgrund seiner "sozialen Ader" rekrutiert?

Sein Job im Rahmen der "Mission" sei es gewesen, sicherzustellen, dass es den Kindern gut gehe und sie wohlbehalten zu ihrer Mutter gebracht würden. Dafür seien ihm 10.000 Euro in bar versprochen worden, die er "neun bis elf Monate" nach der Aktion auch bekommen habe, so G.

Warum ausgerechnet er - ein Model und Fitness-Trainer - von David B. und "Olga" ausgewählt worden sei, will Hildebrandt von dem Israeli wissen. G. entgegnet, dass er vermute, dass es an seiner "sozialen Ader" und dem Umstand, dass er Deutsch spreche, gelegen habe.

11.01 Uhr: G. spricht von vermeintlicher "Gehirnwäsche" durch den Kindsvater

Die Richterin möchte ganz genau von G. wissen, wann er über was informiert worden sei - zum Beispiel wann und wie er davon erfahren habe, dass die Kinder von ihrem Vater einer vermeintlichen "Gehirnwäsche" unterzogen worden seien und gerettet werden müssten.

Dies sei ihm erst ganz konkret gesagt worden, nachdem er eine Beteiligung zugesagt habe. Zuvor habe er sich bestätigen lassen, dass alles legal sei und von den deutschen Behörden unterstützt werde, wiederholt der Zeuge. Er sei der Überzeugung gewesen, dass die Kinder zur Mutter gehörten.

10.50 Uhr: Zeuge wusste laut eigener Aussage zunächst überhaupt nichts

Es geht weiter. Richterin Isabel Hildebrandt hat einige Nachfragen zu der Erzählung des Zeugen. Unter anderem will sie noch einmal wissen, was genau ihm sein Freund ganz zu Beginn über David B. und dessen "Mission" erzählt habe. "Nichts", antwortet G. Er habe lediglich gesagt bekommen, dass B. ein Mossad-Agent sei und er alles weitere zu dem geplanten Vorhaben in Hamburg erfahren würde.

Auch im Gespräch mit Keren T. sei ihm nicht wirklich erzählt worden, worum es eigentlich gehe, erklärt der Zeuge. Warum er trotzdem bereitwillig Auskunft über sein Leben gegeben habe, will Hildebrandt wissen. Er habe gespürt, dass es um eine große Sache gehe, entgegnet G.

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