Block-Prozess geht weiter: Astrid Have wird aufgerufen, ist aber nicht da

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Hamburg - Nach dem äußerst kurzen 81. Verhandlungstag und dem Ausfall am Montag wird der Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) am Dienstag fortgesetzt. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Der Steakhouse-Erbin (53) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben.
Der Steakhouse-Erbin (53) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben.  © Marcus Brandt/dpa

10.55 Uhr: Lange Mittagspause

Es folgt die obligatorische Mittagspause bis 13.30 Uhr.

10.44 Uhr: Astrid Have wird erneut ausgerufen

Die Kammer ist mit ihrem Marathon an Antragsablehnungen durch. Anschließend lässt die Richterin erneut Astrid Have aufrufen, die wie erwartet nicht erschienen ist. Es wird in Protokoll aufgenommen, "dass Have trotz ordnungsgemäßer Ladung nicht gekommen ist".

Wie die Richterin danach erklärte, habe Have allerdings bereits im Vorfeld angekündigt, nicht zu erscheinen.

Der Verteidiger des angeklagten Familienanwalts, Dr. Marko Voß., fragt daraufhin, wie mit der Zeugin weiter umgegangen wird. Die Richterin erklärt: "Ein Ordnungsgeld kann nicht erhoben werden, da es sich um eine Auslandszeugin handelt!"

10.25 Uhr: Delling-Antrag wird abgelehnt

Auch der Antrag von Gerhard Delling (67), ein von Klara Hensel gemaltes Bild sowie ein Video aus dem August 2021 als Beweismittel einzuführen, lehnt die Richterin ab.

Insbesondere sei für die Kammer nicht ersichtlich, welche Bedeutung es habe, dass die jüngste Tochter von Block und Hensel Gerhard Delling "Gernhard" genannt, ihm zugewinkt und zugelächelt habe.

Auch lasse sich für die Kammer nicht erkennen, inwiefern die Aufnahmen dazu beitragen könnten, Klaras frühere Aussage über die "Duldung von Gewalt" zu relativieren.

Gerhard Delling (67) mit seinem Anwalt David Rieks vor dem Hamburger Landgericht. Dem Lebensgefährten von Christina Block wird unter anderem Beihilfe vorgeworfen.
Gerhard Delling (67) mit seinem Anwalt David Rieks vor dem Hamburger Landgericht. Dem Lebensgefährten von Christina Block wird unter anderem Beihilfe vorgeworfen.  © Marcus Brandt/dpa Pool/dpa

10.15 Uhr: Kammer lehnt mehrere Anträge ab

Die Richterin fährt fort und lehnt wie schon zuletzt mehrere Anträge der Verteidiger ab. Dabei geht es unter anderem darum, weitere Zeugen, darunter Rechtsanwälte, zu laden. Einen Beweisantrag von Ingo Bott, eine weitere E-Mail zu verlesen, lehnt die Kammer ebenfalls ab.

Es sei nicht Aufgabe der Kammer, "eine umfangreiche Aufarbeitung der familiengerichtlichen Verfahrensgeschichte zu gewährleisten", betont die Richterin in einer ihrer Begründungen.

10.06 Uhr: Ingo Bott wollte die E-Mail vorlesen lassen

Block-Anwalt Ingo Bott bezieht nach der Verlesung noch kurz Stellung. Es sei ihm wichtig gewesen, die Mail vorlesen zu lassen, um bestimmte Formulierungen hervorzuheben.

So heißt es darin: "Die Mutter stammt aus einer einflussreichen, sehr wohlhabenden Hamburger Familie, die keine Scheu hat, alle Mittel zu nutzen, um ihre Interessen durchzusetzen."

Ein Narrativ, das die Familie Hensel immer wieder bediene, so Bott. Ähnlich sei es auch im neu erschienenen ZEIT-Podcast, in dem von einer "Kommandozentrale" die Rede ist.

"Was macht das mit der Mutter dieser Kinder? Mit der Mutter von Kindern, die in einer Welt verschwinden, die auf solchen Lügen aufbaut?", wirft Bott in den Raum und direkt an die Richterin: "Wie würden wir uns fühlen, wenn wir die Mutter dieser Kinder wären?"

Nebenklagevertreter Philip von der Meden erwidert "Möglicherweise hat Herr Hensel ein feines Gespür dafür gehabt, wozu diese Familie imstande ist!"

Christina Block erscheint mit ihrem Anwalt Ingo Bott (43) zum 82. Verhandlungstag.
Christina Block erscheint mit ihrem Anwalt Ingo Bott (43) zum 82. Verhandlungstag.  © Christian Charisius/dpa

10 Uhr: E-Mail wird verlesen

Der beisitzende Richter liest eine E-Mail vom 1. September 2021 von dem Mail-Account von Stephan Hensel vor. Verfasst wurde diese allerdings von Astrid Have, die ihren Mann darin vertritt. Der Betreff lautet: "Info über drei Kinder, die nicht zu ihrer Mutter nach Deutschland wollen".

"Diese wollen unter keinen Umständen zu ihrer Mutter nach Hamburg. Die Kinder werden psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt und haben Angst vor der Mutter", heißt es darin. Die beiden jüngsten Kinder, damals sieben und zehn Jahre alt, wollten in Dänemark bei ihrem Vater wohnen und ihre Situation gegenüber den Behörden erklären.

Stephan Hensel wolle zudem das alleinige elterliche Sorgerecht beantragen.

9.50 Uhr: Es geht los: Astrid Have wird ausgerufen

Mit rund 20 Minuten Verspätung beginnt der 82. Verhandlungstag.

Die Richterin beginnt damit, Astrid Have aufrufen zu lassen, obwohl sie davon ausgeht, dass diese nicht erschienen ist. Was sich zunächst bestätigte. Anscheinend war die Ehefrau von Stephan Hensel (52) doch für den heutigen Dienstag als Zeugin geladen.

9.36 Uhr: Beginn verzögert sich

Wie gerade bekannt wurde, wird sich der Beginn noch ein paar Minuten verzögern.

Ein Grund wurde nicht genannt.

9.19 Uhr: Wenig los

Noch ist nicht viel los im und vor Saal 237. Lediglich auf der Baustelle im Innenhof des Strafjustizgebäudes scheint der Lautstärke nach viel los zu sein.

9 Uhr: So geht es am Dienstag weiter

Am 82. Verhandlungstag bleibt der Zeugenstuhl zunächst leer: Ob Astrid Have noch, wie zunächst geplant, im Laufe dieser Woche aussagen wird, ist bislang unklar. Ihre Ladung musste offenbar über die Polizei erfolgen. Hintergrund sollen Unstimmigkeiten rund um ihre anwaltliche Vertretung sein.

Statt einer Zeugenvernehmung sollen die Verfahrensbeteiligten nach Angaben des Gerichts die Gelegenheit bekommen, weitere Anträge schriftlich einzureichen. Zudem könnte die Kammer Entscheidungen über bereits gestellte Anträge verkünden.

Zudem teilte das Gericht am Montag mit, dass die dem Podcast "House of Block" zugrunde liegenden Tonaufnahmen beschlagnahmt wurden. Die Staatsanwaltschaft hält es für möglich, dass in den Gesprächen bislang unbekannte Umstände zur Sprache kamen, die für die Schuldfrage und mögliche Rechtsfolgen relevant sein könnten. Außerdem könnten die Aufzeichnungen dazu beitragen, die Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen zu überprüfen.

Astrid Have bei ihrer letzten Aussage vor dem Hamburger Landgericht am 19. November 2025 vor dem Hamburger Landgericht.
Astrid Have bei ihrer letzten Aussage vor dem Hamburger Landgericht am 19. November 2025 vor dem Hamburger Landgericht.  © Marcus Brandt/dpa

Update, 8.50 Uhr: Recap vom 81. Verhandlungstag

Der 81. Verhandlungstag war bereits nach einer halben Stunde beendet. Unter anderem wurden Anträge von Block-Anwalt Ingo Bott (43) abgelehnt.

Zuvor hatte vor allem ein neuer Podcast von "Zeit Verbrechen" für Aufregung im Gerichtssaal gesorgt. In "House of Block" schildert unter anderem Klara Hensel ihre Sicht auf die Silvesternacht 2023/24. Nachdem Stephan Hensel von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hatte, kündigte die Richterin an, stattdessen seine Frau Astrid Have erneut als Zeugin zu vernehmen.

Im Mittelpunkt soll dabei insbesondere die Frage stehen, ob und in welchem Umfang mit der medialen Aufarbeitung des Familiendramas Geld verdient wurde.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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