Block-Prozess: Hensels Ehefrau soll erneut aussagen, Befragung von Rechtsanwalt läuft

Hamburg - Im Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) findet am Montag der 80. Verhandlungstag statt. TAG24 ist wie gewohnt vor Ort und berichtet im Liveblog.

Zum 80. Mal muss Steakhouse-Erbin Christina Block (53) am Montag vor dem Landgericht Hamburg erscheinen.  © Georg Wendt/dpa

10.37 Uhr: Anwalt erzählt von Beschluss, der "ein Schock" gewesen sei

Als nächstes spricht der Zeuge über den Gerichtsbeschluss, dass die Kinder sofort wieder an Hensel übergeben werden müssten. In dem Beschluss habe sinngemäß gestanden, dass der Kindsvater zwar nicht erziehungsfähig sei, die Mutter aber noch weniger geeignet sei, erinnert sich der Jurist.

Der Beschluss sei "ein Schock" und "nicht zu verstehen" gewesen, verdeutlicht der Rechtsanwalt. Er sei anschließend mit dem Familienanwalt C. zum Haus der Steakhouse-Erbin gefahren. Dort habe Theo "extrem niedergeschlagen" und "am Boden zerstört" gewirkt, während Klara eher wie ein "genervter Teenager" gewirkt habe.

Die Richterin grätscht daraufhin dazwischen und fordert den Zeugen auf, keine eigenen Interpretationen zu äußern, sondern konkret zu erzählen, was er gesehen und wahrgenommen habe. Der Anwalt muss immer wieder neu ansetzen, weil Hildebrandt ihn unterbricht und an seine Aufgabe als Zeuge erinnert.

10.20 Uhr: Zeuge traf sich mit Eugen Block, Familienanwalt C. und Andreas P.

Nun erzählt der Rechtsanwalt von einem Treffen mit Eugen Block, dem Familienanwalt C. sowie dem mitangeklagten Sicherheitsunternehmer Andreas P. im Hotel "Grand Elysée" kurz nach der Entführung.

Bei diesem habe ihm C. eröffnet, dass die Kinder nicht mehr in Dänemark, sondern bei ihrer Mutter seien. Es sei aus seiner Sicht aber "mit Händen greifbar" gewesen, dass keiner der drei anderen Anwesenden "auch nur den blassesten Dunst" gehabt habe, wie es zu dieser Rückholung gekommen sei, erklärt der Zeuge.

Anschließend sei Otmar Kury telefonisch kontaktiert und um eine strafrechtliche Einschätzung gebeten worden, die dieser im ersten Moment allerdings nicht habe geben können. Aufgrund des zu erwartenden Medienandrang sei zudem P. der Auftrag erteilt worden, sowohl das Haus von Eugen Block als auch das seiner Tochter zu sichern.

10.07 Uhr: Zeuge erzählt von früheren familienrechtlichen Verfahren

Nun beginnt die Befragung des angekündigten Zeugen. Es handelt sich um einen Rechtsanwalt. Dieser sei im Januar 2023 von Eugen Block kontaktiert und über den familienrechtlichen Konflikt zwischen dessen Tochter und Stephan Hensel aufgeklärt worden.

Der Zeuge erzählt von seiner anschließenden Arbeit und den familienrechtlichen Verfahren in Dänemark und Deutschland. Unter anderem erklärt er, dass Hensel sich damals jedweden gerichtlichen Beschlüssen widersetzt und alle Beteiligten als "unfähig" bezeichnet habe.

Er finde es auffällig, dass sich die Aggressivität der Kinder gegenüber ihrer Mutter im Laufe der Zeit immer weiter gesteigert habe. Das habe sich schon dadurch gezeigt, dass sie sie zunächst "Mama", dann "Christina" und irgendwann nur noch "diese Frau" genannt hätten.

9.49 Uhr: Verteidiger will Verbot der Verwertung von Hensels Aussage

Dr. Marko Voß, Verteidiger des mitangeklagten Familienanwalts Andreas C., gibt eine Erklärung zu der Absage von Stephan Hensel ab. Der Anwalt spricht sich aufgrund des nun erfolgten Teilschweigens des Kindsvaters für ein Verwertungsverbot aller Angaben aus, die Hensel als Zeuge gemacht hat. Er spricht in diesem Zuge von einer "Pervertierung des deutschen Rechts".

Der Jurist bezieht sich noch mal auf den neuen Podcast der "ZEIT", in der der Block-Ex und die Kinder zu Wort kommen. Es sei mehr als befremdlich, dass die Journalistin Anne Kunze nur rund zwei Wochen nach der Entführung stundenlang mit ihren habe sprechen können, während Hensel anderen Medien gegenüber verdeutlicht habe, dass die Familie die Geschehnisse verarbeiten müsse und von Anfragen deshalb abzusehen sei.

Voß regt an, die Journalistin als Zeugin zu laden und sie dazu aufzufordern, die Tonaufnahmen der Befragung der Kinder herauszugeben. Die Richterin entgegnet allerdings, dass dies nicht geplant sei, woraufhin eine kurze Diskussion zwischen beiden entbrennt.

Dr. Marko Voß, Verteidiger des mitangeklagten Familienanwalts Andreas C. fordert ein Verwertungsverbot für die Aussage von Stephan Hensel. (Archivfoto)  © Georg Wendt/dpa

9.41 Uhr: Verhandlung eröffnet, Astrid H. soll statt Hensel als Zeugin aussagen

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt eröffnet die heutige Verhandlung. Als erstes verkündet sie, dass die Kammer nach der Absage von Hensel versucht habe, dessen Frau Astrid H. stattdessen als Zeugin zu laden.

Sie habe deshalb ihren früheren Zeugenbeistand kontaktiert, der ihr jedoch erklärt habe, dass Frau H. das Mandat beendet habe. Deshalb bittet die Richterin nun den anwesenden Hensel-Anwalt um eine ladungsfähige Adresse von H. Die Dänin soll zu dem selben Thema geladen werden, zu dem Hensel aussagen sollte.

9.26 Uhr: Vergleichsweise großer Andrang im Zuschauerraum

Nachdem sich das öffentliche Interesse vor Ort an den vergangenen Verhandlungstagen in Grenzen gehalten hatte, ist der Andrang im Zuschauerraum von Saal 237 heute vergleichsweise groß.

Mit dabei ist augenscheinlich auch wieder mindestens eine Schulklasse.

9 Uhr: So geht es am Montag weiter

Wie das Gericht vorab mitteilte, ist auf Antrag der Block-Verteidigung sowie der Verteidigung des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P. ein Zeuge geladen.

Darüber hinaus sollte eigentlich auch noch einmal Hensel als Zeuge aussagen, doch der Nebenkläger machte von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch, woraufhin er wieder abgeladen wurde.

Nebenkläger und Kindsvater Stephan Hensel sollte erneut als Zeuge aussagen, machte jedoch von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch.  © Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa

8.45 Uhr: Recap vom 79. Verhandlungstag

Am extrem kurzen 79. Verhandlungstag ging es zunächst noch einmal um die Einlassung von Gerhard Delling (67). Block-Anwalt Ingo Bott (43) betonte, dass diese erneut eindeutig gezeigt habe, dass seine Mandantin von der Entführung rein gar nichts gewusst habe.

Danach schmetterte die Kammer mehrere Anträge von Bott ab, ehe die Verteidigerin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P. zum zweiten Mal beantragte, Hamburgs Innensenator Andy Grote (58, SPD) als Zeugen zu laden.

Abschließend ging es zudem um die Frage, ob Stephan Hensel noch einmal als Zeuge gehört werden soll. Verteidiger Dr. Marko Voß will von dem Kindsvater wissen, inwiefern dieser mit der medialen Ausschlachtung des Familiendramas und dem Leid seiner Kinder Geld verdient habe.

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