Block-Prozess: Richterin nimmt Zeugen in die Mangel und erinnert ihn, die Wahrheit zu sagen

Hamburg - Im Kindesentführungsprozess gegen Christina Block (53) findet am Montag der 80. Verhandlungstag statt. TAG24 ist wie gewohnt vor Ort und berichtet im Liveblog.

Zum 80. Mal muss Steakhouse-Erbin Christina Block (53) am Montag vor dem Landgericht Hamburg erscheinen.  © Georg Wendt/dpa

11.54 Uhr: Mittagspause

Sascha Böttner, Verteidiger des in U-Haft sitzenden mutmaßlichen Mit-Entführers Tal S., stellt weitere Rückfragen. Unter anderem befragt er den Zeugen zum mutmaßlichen Aufeinandertreffen von Frau Block mit maskierten Entführern auf dem Alpakahof in Süddeutschland am Neujahrstag.

Darüber sei bei dem Treffen mit Eugen Block, Familienanwalt C. und Sicherheitsunternehmer P. im "Grand Elysée" nicht gesprochen worden, erklärt der Rechtsanwalt. Er habe davon erst in den Medien erfahren.

Die Zeugenbefragung wird nach der obligatorischen Mittagspause fortgesetzt. David Rieks, Verteidiger von Gerhard Delling, hat noch Fragen. Weiter geht es um 13.10 Uhr.

Sascha Böttner, Verteidiger des in U-Haft sitzenden mutmaßlichen Mit-Entführers Tal S., hatte seinerseits Rückfragen an den Zeugen.  © Marcus Brandt/dpa

11.43 Uhr: Richterin erinnert Zeugen, dass er die Wahrheit sagen muss

Jetzt wird es ungemütlich für den Zeugen. Dieser hatte vorhin gesagt, den mutmaßlichen Chef-Entführer David B. während seiner Arbeit nicht kennengelernt beziehungsweise nie von ihm gehört zu haben.

Nun erklärt er jedoch auf Nachfrage der Nebenklage, dass Frau Block ihm gegenüber ausgesagt habe, dass die vermeintlichen Kinderpädophilie-Beweise gegen Herrn Hensel von B. stammten. Richterin Hildebrandt erinnert den Rechtsanwalt daraufhin, dass er als Zeuge die Wahrheit sagen müsse.

Auf die Frage, ob er die frühere Aussage revidieren wolle, druckst der Zeuge herum und sagt schließlich, dass ihm das gerade erst wieder eingefallen sei.

11.31 Uhr: Zeuge kann sich nicht an bestimmte Gesprächsinhalte erinnern

Nun stellt die Staatsanwältin Fragen. Sie will wissen, ob es zur Einschätzung der Situation kurz nach der Entführung nicht relevant gewesen sei, sich Gedanken darüber zu machen, wie genau die Kinder zu ihrer Mutter gelangt seien.

Der Rechtsanwalt verdeutlicht erneut, dass er sich nicht daran erinnern könne, dass Derartiges besprochen worden sei. Möglicherweise habe er aber auch "nicht richtig zugehört", kommentiert der Zeuge.

11.26 Uhr: Richterin löchert Zeugen zu Treffen kurz nach der Entführung

Als nächstes befragt die Richterin den Zeugen noch mal zu dem Treffen mit Eugen Block, dem Familienanwalt sowie dem mitangeklagten Sicherheitsunternehmer P. im "Grand Elysée".

Hildebrandt will wissen, was genau bei diesem Treffen von wem gesagt worden sei. Ob darüber gesprochen worden sei, wie genau die Kinder nach Hamburg gebracht worden seien oder dass Stephan Hensel bei der Aktion verletzt worden sei. Daran erinnere er sich nicht, unterstreicht der Rechtsanwalt.

Die Richterin verweist auf die polizeiliche Aussage von P., der erklärt hatte, dass sehr wohl über eine mögliche Körperverletzung von Herrn Hensel im Rahmen des Treffens und des Telefonats mit Otmar Kury gesprochen worden sei. Der Zeuge wiederholt auf erneute Nachfrage, dass er sich daran nicht erinnern könne.

11.16 Uhr: "Weihnachtsmann" sollte Klara und Theo Geschenke übergeben

Nun spricht der Zeuge über das Vorhaben, Klara und Theo im Dezember 2023 Geschenke zu übergeben. Er und der Familienanwalt hätten die Idee gehabt, einen "Weihnachtsmann" zu mieten, um die Geschenke zu übergeben.

Eugen Block hätte jedoch die Variante bevorzugt, Sicherheitsunternehmer Andreas P. zu beauftragen. Dieser sollte seine Leute als Boten schicken, erinnert sich der Rechtsanwalt.

11.07 Uhr: Hat der Zeuge Chef-Entführer David B. und Keren T. kennengelernt?

Der Fragenhagel durch die Richterin geht weiter. Hildebrandt will ganz genau wissen, wer von den Angeklagten was nach der Entführung gesagt habe. Sowohl die Steakhouse-Erbin als auch der Familienanwalt hätten verdeutlicht, nichts über die Rückführung der Kinder zu wissen, entgegnet der Zeuge.

Ob er denn den mutmaßlichen Chef-Entführer David B. oder dessen rechte Hand Keren T. alias "Olga" kennengelernt habe, will Hildebrandt wissen. Der Zeuge verneint. Auch von der IT-Firma "Cyber Cupula" habe er bis zum Prozessbeginn nichts gewusst.

10.55 Uhr: Vorsitzende Richterin nimmt Zeugen in die Mangel

Als nächstes will Hildebrandt wissen, ob der Zeuge den Prozess mal als Zuschauer verfolgt habe, sie könne sich an sein Gesicht erinnern. Der Rechtsanwalt bejaht und spricht von ungefähr zehn Verhandlungstagen, an denen er anwesend gewesen sei.

Die Richterin nimmt den Zeugen daraufhin in die Mangel und will genau wissen, warum er bei Verhandlungsterminen vor Ort gewesen sei. Womöglich, um Eugen Block über die Vorgänge zu informieren? Der Anwalt räumt ein, zwar als Vertreter des Patriarchen vor Ort gewesen zu sein, aber nicht von diesem beauftragt worden zu sein. Es wirkt, als würde die Richterin dem Zeugen nicht unbedingt glauben.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt nahm den Zeugen mit etlichen Rückfragen in die Mangel.  © Georg Wendt/dpa

10.47 Uhr: Zeuge: Sohn Theo wollte bei seiner Mama bleiben

Block-Anwalt Ingo Bott befragt den Zeugen weiter nach dem Umgang zwischen seiner Mandantin und Sohn Theo. Dieser habe nach dem Gerichtsbeschluss gesagt, er wolle bei seiner Mutter bleiben oder zumindest regelmäßigen Kontakt mit ihr haben, erinnert sich der Rechtsanwalt.

Auf Nachfrage der Richterin gibt der Zeuge zu, dass es vor seiner heutigen Aussage einen Austausch mit Eugen Block sowie Ingo Bott gegeben habe. Dabei sei es aber nur um die Befreiuung von der Verschwiegenheitspflicht gegangen.

10.37 Uhr: Anwalt erzählt von Beschluss, der "ein Schock" gewesen sei

Als nächstes spricht der Zeuge über den Gerichtsbeschluss, dass die Kinder sofort wieder an Hensel übergeben werden müssten. In dem Beschluss habe sinngemäß gestanden, dass der Kindsvater zwar nicht erziehungsfähig sei, die Mutter aber noch weniger geeignet sei, erinnert sich der Jurist.

Der Beschluss sei "ein Schock" und "nicht zu verstehen" gewesen, verdeutlicht der Rechtsanwalt. Er sei anschließend mit dem Familienanwalt C. zum Haus der Steakhouse-Erbin gefahren. Dort habe Theo "extrem niedergeschlagen" und "am Boden zerstört" gewirkt, während Klara eher wie ein "genervter Teenager" gewirkt habe.

Die Richterin grätscht daraufhin dazwischen und fordert den Zeugen auf, keine eigenen Interpretationen zu äußern, sondern konkret zu erzählen, was er gesehen und wahrgenommen habe. Der Anwalt muss immer wieder neu ansetzen, weil Hildebrandt ihn unterbricht und an seine Aufgabe als Zeuge erinnert.

10.20 Uhr: Zeuge traf sich mit Eugen Block, Familienanwalt C. und Andreas P.

Nun erzählt der Rechtsanwalt von einem Treffen mit Eugen Block, dem Familienanwalt C. sowie dem mitangeklagten Sicherheitsunternehmer Andreas P. im Hotel "Grand Elysée" kurz nach der Entführung.

Bei diesem habe ihm C. eröffnet, dass die Kinder nicht mehr in Dänemark, sondern bei ihrer Mutter seien. Es sei aus seiner Sicht aber "mit Händen greifbar" gewesen, dass keiner der drei anderen Anwesenden "auch nur den blassesten Dunst" gehabt habe, wie es zu dieser Rückholung gekommen sei, erklärt der Zeuge.

Anschließend sei Otmar Kury telefonisch kontaktiert und um eine strafrechtliche Einschätzung gebeten worden, die dieser im ersten Moment allerdings nicht habe geben können. Aufgrund des zu erwartenden Medienandrang sei zudem P. der Auftrag erteilt worden, sowohl das Haus von Eugen Block als auch das seiner Tochter zu sichern.

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