Block-Prozess: Verteidiger legt sich mit Richterin an - "Ist das Ihr Ernst?"

Hamburg - Weiter geht's: Am Dienstag wird der Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (52) fortgesetzt. TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog über den 33. Verhandlungstag.

Steakhouse-Erbin Christina Block (52) neben ihrem Verteidiger Ingo Bott (42).  © Georg Wendt/dpa

13.38 Uhr: Verteidigerin stellt Antrag auf Abtrennung des Verfahrens gegen P.

Gül Pinar, die Anwältin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P., stellt einen Antrag auf Abtrennung des Verfahrens gegen ihren Mandanten vom Hauptverfahren.

Unter anderem habe die bisher erfolgte Beweisaufnahme gezeigt, dass die in der Anklage gegen P. genannten Vorwürfen ohne Grundlage seien. Die Verteidigerin verweist auf die Aussagen von Tal S. und David B., die ausgesagt hätten, P. noch nie gesehen zu haben.

Ihr Mandant sei weder in die Planung der Entführung involviert noch an der Tat selbst beteiligt gewesen, verdeutlicht Pinar.

13.21 Uhr: Richterin lehnt Antrag der Verteidigung auf Unterbrechung ab

Block-Anwalt Ingo Bott und Marko Voß, der Verteidiger von Familienanwalt Andreas C., stellen einen unaufschiebbaren Antrag und erbitten eine einstündige Pause, um sich mit ihren Mandanten zu beraten.

Richterin Hildebrandt lehnt ab und setzt die Verhandlung fort.

13.09 Uhr: Diskussion zwischen Verteidiger und Richterin geht weiter

Mit ein paar Minuten Verspätung wird die Verhandlung fortgesetzt. Der mitangeklagte Tal S. und die Kammer ließen etwas länger auf sich warten.

Verteidiger Daum setzt seine Diskussion um die Rohdaten mit der Vorsitzenden Richterin postwendend fort. "Ich habe so etwas noch nicht erlebt, dass eine Richterin, die eine Entscheidung getroffen hat, sich weigert, diese Entscheidung zu erklären", wettert der Anwalt.

Die Richterin bleibt bei ihrer Antwort, dass Daum seinen Antrag verschriftlichen solle und fragt den Verteidiger, warum er "so aufbrausend" werde. "Sie treiben es auf die Spitze", entgegnet Daum. Hildebrandt antwortet: "Ich weiß nicht, wo das Problem ist?"

Anwalt Reinhard Daum (r.) neben seiner Mandantin Uta B. (M.), der Cousine von Christina Block.  © Marcus Brandt/Pool-dpa/dpa

12.03 Uhr: Mittagspause bis 13 Uhr

Nach dem Wortgefecht unterbricht die Vorsitzende Richterin die Verhandlung für die obligatorische Mittagspause.

Um 13 Uhr soll es in Saal 237 weitergehen.

11.57 Uhr: Anwalt von Block-Cousine legt sich mit Richterin an

Brisant: Reinhard Daum, der Verteidiger von Blocks Cousine Uta B., beantragt, dass sich die Vorsitzende Richterin dienstlich erklären soll. Staatsanwältin Paul hatte zuvor erklärt, mit der Richterin abgestimmt zu haben, dass die Verteidigung nur Einsicht in die unleserlichen Rohdaten bekomme.

Der Anwalt will von Hildebrandt wissen, ob dies der Wahrheit entspreche. Die Richterin entgegnet, dass sie nicht dazu verpflichtet sei, auf diese Frage unmittelbar zu antworten. Daum wiederholt seine Frage, woraufhin die Richterin ihre Antwort wiederholt. "Ist das Ihr Ernst?", schimpft Daum.

11.47 Uhr: Delling-Verteidiger wirft Staatsanwaltschaft Einflussnahme vor

Als nächstes stellt Delling-Verteidiger David Rieks seinerseits einen langen Antrag. Er argumentiert, dass der Verteidigung eine umfassende Akteneinsicht verwehrt worden sei, auch aus technischen Gründen. Eine Aussetzung des Verfahrens sei deshalb rechtlich zwingend geboten.

Rieks unterstellt der Staatsanwältin Paul zudem, Einfluss auf die Akteneinsicht genommen zu haben beziehungsweise diese für die Verteidigung erschwert zu haben. Diese wehrt sich gegen den Vorwurf.

11.18 Uhr: Block-Anwalt Bott spricht erneut von "Gruppenarbeitszeugen"

Nach der Pause hat erneut Block-Anwalt Bott das Wort. Er spricht von "Polemik" und betont erneut, dass Inhalte, die Teil der Verhandlung sein sollten, bereits vorab der Presse zu entnehmen seien.

Das sei ein Problem für alle Beteiligten und mache eine Wahrheitsfindung unmöglich, wiederholt der Verteidiger. Dabei spricht er erneut von "Gruppenarbeitszeugen", die sich untereinander absprechen und abstimmen würden.

Staatsanwältin Mona Paul erklärt daraufhin, dass es "illusorisch" sei zu glauben, dass zwischen David B. und dessen rechter Hand Keren T. keine Abstimmung erfolge. Die Ausführungen von Bott seien entsprechend ohne wirkliche Grundlage.

10.56 Uhr: Verhandlung für kurze Pause unterbrochen

Die Verhandlung wird von der Vorsitzenden Richterin für eine zehnminütige Pause unterbrochen.

Anschließend sollen nochmals Block-Anwalt Bott und die Staatsanwältin Mona Paul das Wort erteilt bekommen.

10.47 Uhr: Wird die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen?

David Rieks, der Verteidiger von Gerhard Delling widerspricht der Staatsanwältin Mona Paul mit entschiedenen Worten. Diese hatte zuvor erklärt, dass es sich bei dem Verfahren um einen "normalen öffentlichkeitswirksamen Prozess" handele.

Der Anwalt argumentiert, dass das Verfahren ein noch nie dagewesenes Interesse in der Presse ausgelöst habe. Jeder der Beteiligten merke dies nicht nur an den Verhandlungstagen vor Ort, sondern auch dadurch, dass Akteninhalte zuerst in der Presse zu lesen seien und dann erst den Prozessbeteiligten zugestellt würden.

Reinhard Daum, der Verteidiger von Blocks Cousine Uta B., schließt sich Rieks an und regt an, die Öffentlichkeit von der Verhandlung auszuschließen.

David Rieks (l.), der Anwalt von Blocks Lebensgefährtem Gerhard Delling, widersprach am Dienstag den Ausführungen der Staatsanwaltschaft.  © Georg Wendt/dpa

10.34 Uhr: Verteidiger von Andreas C. schließt sich Botts Antrag nicht an

Dr. Marko Voß, der Verteidiger des mitangeklagten Familienanwalts Dr. Andreas C., will sich dem Antrag von Bott in dieser Form nicht anschließen, kritisiert die Presseberichterstattung aber auch mit deutlichen Worten.

Zudem verurteilt er, dass sein Mandant in der Presse massiv verdächtigt werde, obwohl er sich in keiner Form mit den Medien oder im Gericht geäußert habe - C. schweigt seit Prozessbeginn zu den Vorwürfen gegen ihn.

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