Block-Prozess: Verteidiger nehmen Ermittlerin erneut in die Mangel

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Hamburg - Am Mittwoch findet der 58. Verhandlungstag im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (53) statt. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveblog.

Steakhouse-Erbin Christina Block (53) muss sich seit fast einem Jahr wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder vor Gericht verantworten.
Steakhouse-Erbin Christina Block (53) muss sich seit fast einem Jahr wegen der mutmaßlichen Entführung ihrer Kinder vor Gericht verantworten.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

12.08 Uhr: Mittagspause

Die Vorsitzende Richterin unterbricht die Verhandlung für die obligatorische Mittagspause.

Weiter geht es um 13.30 Uhr.

12 Uhr: Verteidiger der Block-Cousine befragt Zeugin zum Ermittlungsbeginn

Nun ist Anwalt Reinhard Daum, Verteidiger der mitangeklagten Block-Cousine Uta B., mit seiner Befragung dran. Er stellt ebenfalls Fragen zum 3. Januar 2024, als die Ermittlerin erstmals in dem Fall tätig geworden sei.

Er möchte wissen, unter welchen Vorzeichen die Beamtin mit ihren Ermittlungen begonnen habe, fragt nach den konkreten Inhalten der zugrundeliegenden Strafanzeige. B. kann die Fragen nicht wirklich nachvollziehen. Sie sei mit dem Fall betraut worden und habe allein am 3. Januar extrem viele Gespräche geführt und Informationen erhalten, erinnert sich die Zeugin.

Daum befragt B. auch zu einem Gespräch zwischen ihrem Vorgesetzten und Otmar Kury, dem damaligen Anwalt von Frau Block. "Was soll die Zeugin zu einem Gespräch sagen, bei dem sie nicht dabei war?", schaltet sich Richterin Hildebrandt ein und wertet die Frage als unzulässig.

Reinhard Daum, Verteidiger der mitangeklagten Block-Cousine Uta B., im Gespräch mit Kollegin Gül Pinar.
Reinhard Daum, Verteidiger der mitangeklagten Block-Cousine Uta B., im Gespräch mit Kollegin Gül Pinar.  © Marcus Brandt/dpa

11.45 Uhr: Gab keinen Hinweis dafür, dass Kinder nicht bei Mutter sein wollen

Nach der kurzen Pause fragt Anwältin Pinar weiter. Sie möchte von B. wissen, warum sie nicht veranlasst habe, an der Adresse der Blocks polizeilich "tätig zu werden". "Wir sind doch tätig geworden", entgegnet die Ermittlerin. Man sei vor Ort gewesen, um zu schauen, wie es den Kindern gehe, so B.

Die Entscheidung, was mit den Kindern passiere, habe beim Jugendamt gelegen. Einen Grund dafür, dass die Polizei das Haus bewachen müsste oder ähnliches, habe es nicht gegeben. Sie habe an diesem Tag auch keine Hinweise darauf erkennen können, dass die Kinder nicht bei ihrer Mutter sein wollten.

11.28 Uhr: Anwältin befragt Ermittlerin zum 3. Januar 2024

Nach Rieks ist Gül Pinar, die Verteidigerin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P., mit ihrer Befragung der Ermittlerin an der Reihe.

Die Anwältin befragt B. zu den Geschehnissen am 3. Januar 2024, als die Beamtin mit ihren Kollegen am Haus der Familie Block im Einsatz war. Pinar will wissen, wie der Kontakt mit den Mitarbeitern der Firma von P. ausgehen habe.

Eine Sicherheitsmitarbeiterin habe sie gefragt, ob sie einen Termin habe, weil Frau Block eigentlich keinen Besuch empfangen wolle. Auf ihre Antwort, dass sie keinen Termin benötige, habe Frau Block sie und ihre Kollegen schließlich ins Haus gelassen, erklärt B.

Es gibt erneut eine zehnminütige Pause.

11.14 Uhr: Ermittlerin wird zu Austausch mit der Staatsanwaltschaft befragt

Obwohl das Problem nicht wirklich aus der Welt geschafft werden kann, setzt Rieks seine Befragung fort. Es soll später noch einmal über die begrenzte Aussagegenehmigung diskutiert werden.

Rieks befragt B. zu etwaigen Gesprächen zwischen ihr und der Staatsanwaltschaft. So will er unter anderem wissen, ob es Absprachen gegeben habe, dass zum Beispiel die Handys von David B. und Keren T. nicht sichergestellt werden dürften. "Wenn ich es richtig verstanden habe, war das nicht möglich, weil den angesprochenen Personen sicheres Geleit zugesichert worden war", antwortet B.

Welcher Vertreter der Staatsanwaltschaft ihr dies gesagt habe, könne sie allerdings nicht mehr erinnern, verdeutlicht die Ermittlerin auf Nachfrage von Rieks.

11.03 Uhr: Aussagegenehmigung der Ermittlerin wird erneut zum Streitpunkt

Wie schon im April ist erneut die begrenzte Aussagegenehmigung der Ermittlerin Thema. Dieses sei inzwischen ein wenig angepasst worden.

Zu dem Verfahren, das parallel gegen Stephan Hensel geführt wird, dürfe sie jedoch immer noch nichts Konkretes sagen, erklärt B., nachdem Rieks dazu eine Frage gestellt hatte.

Es entsteht eine Diskussion zwischen den Verteidigern und der Vorsitzenden Richterin. "Das müssen wir jetzt mal klären", betont Dr. Marko Voß. Richterin Hildebrandt hält dagegen und spricht von einem "völlig normalen Vorgang", dass die Ermittlerin nicht zu sämtlichen Verfahren aussagen könne.

Rieks wirft der Richterin daraufhin vor, sich spöttisch ihm gegenüber geäußert zu haben. "Ich verstehe nicht, warum sie das Ganze so derart persönlich nehmen", entgegnet Hildebrandt.

10.55 Uhr: Delling-Verteidiger befragt Ermittlerin zu vermeintlichem Telefonat

Pünktlich nach einer Viertelstunde geht es weiter, die Verhandlung läuft wieder. Nun wird die Befragung der Hauptermittlungsführerin Merle B. (44) wie angekündigt fortgesetzt.

David Rieks, der Verteidiger von Gerhard Delling, führt seine Befragung an der Stelle weiter, an der sie im April unterbrochen worden war. Es geht um ein vermeintliches Telefonat zwischen Delling und Keren T. alias "Olga", das B. in ihrem Schlussbericht erwähnt hatte.

Nach mehreren Nachfragen räumt B. ein, dass sie nur Kenntnis darüber habe, dass das Telefonat von Dellings Telefon geführt worden sei. Dass der ehemalige Sport-Moderator aber tatsächlich das Gespräch geführt habe, dafür gebe es keine Beweise - zumal es eine Anwaltserklärung von Frau Blocks früherem Verteidiger gebe, dass sie dieses Gespräch geführt habe, merkt Rieks an.

Anwalt David Rieks (l.) neben seinem Mandanten Gerhard Delling.
Anwalt David Rieks (l.) neben seinem Mandanten Gerhard Delling.  © Georg Wendt/dpa Pool/dpa

10.31 Uhr: Pause

Aufgrund der herrschenden Temperaturen unterbricht die Vorsitzende Richterin die Verhandlung für eine kurze Pause.

In 15 Minuten soll es weitergehen.

10.28 Uhr: Verteidiger Dr. Voß schlägt ungewöhnlich versöhnliche Töne an

Auch Dr. Marko Voß, Verteidiger des Familienanwalts Dr. Andreas C., äußert sich noch einmal. Er schlägt ungewöhnlich versöhnliche Töne gegenüber Nebenklagevertreter Philip von der Meden an, nachdem die beiden bereits des Öfteren "mit härteren Bandagen" diskutiert hatten.

Es sei von der Meden "hoch anzurechnen", dass dieser in seiner spontanen Stellungnahme in der vergangenen Verhandlung eingeräumt habe, dass Voß' Mandant C. die gewalttägige Überwältigung von Stephan Hensel und die Entführung der Kinder in dieser Form eher nicht so beauftragt habe.

Unabhängig davon habe Hensel über zweieinhalb Jahre einen "strafrechtlichen Zustand" aufrechterhalten, indem er die Kinder bei sich behalten habe. "Das bloße Greifen" und ins-Auto-setzen der Kinder in der Silvesternacht könne vor diesem Hintergrund rechtlich nicht als Straftatbestand gewertet werden.

Dr. Marko Voß, Verteidiger des Familienanwalts Dr. Andreas C., schlug am Mittwoch ungewöhnlich versöhnliche Töne an.
Dr. Marko Voß, Verteidiger des Familienanwalts Dr. Andreas C., schlug am Mittwoch ungewöhnlich versöhnliche Töne an.  © Georg Wendt/dpa

10.16 Uhr: "Manipulation spielt in diesem Prozess eine große Rolle"

Auch Block-Verteidiger Ingo Bott meldet sich noch mal zu Wort. Er betont: "Manipulation spielt in diesem Prozess eine große Rolle."

Manipulation von Stephan Hensel gegenüber seinen Kindern, aber auch Manipulation durch den vermeintlichen Kronzeugen David B., erklärt Bott. Dieser habe ausschließlich bedacht auf sein eigenes Interesse ausgesagt, sich dabei aber immer wieder in Widersprüche verstrickt.

Titelfoto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

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