Block-Prozess: Warum hatte der Privatdetektiv bei der Observierung ein Messer dabei?

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Hamburg - Im Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (53) findet am Dienstag der 49. Verhandlungstag statt. Ein Privatdetektiv sagt als Zeuge aus. TAG24 ist vor Ort und berichtet im Liveticker.

Steakhouse-Erbin Christina Block (53) muss sich seit Juli 2025 wegen mutmaßlicher Kindesentführung vor Gericht verantworten.
Steakhouse-Erbin Christina Block (53) muss sich seit Juli 2025 wegen mutmaßlicher Kindesentführung vor Gericht verantworten.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

11.30 Uhr: Verhandlung erneut bereits am Vormittag beendet

Da kein weiterer Zeuge für den heutigen Tag geladen ist und keiner der Beteiligten einen weiteren Antrag stellt, ist die Verhandlung erneut bereits am Vormittag beendet.

Weiter geht es am 20. Mai um 9.30 Uhr.

11.25 Uhr: Zeuge Frank M. kann wegen Erkrankung nicht befragt werden

Nach den Stellungnahmen verkündet die Vorsitzende Richterin, dass der Zeuge Frank M. nicht im Rahmen der Verhandlung befragt werden könne. Er sei aufgrund einer akuten Leukämie-Erkrankung nicht vernehmungsfähig. Eine Veränderung dieses Zustands sei nicht zu erwarten.

Grundlage bliebe deshalb seine Aussage bei der Polizei und vor dem dänischen Gericht nach der Festnahme im Jahr 2022, die im Selbstleseverfahren von den Verfahrensbeteiligten studiert werden sollen.

11.19 Uhr: Anwälte bewerten Zeugenaussage völlig unterschiedlich

Die Befragung des Privatdetektivs ist beendet. Die Vorsitzende Richterin entlässt ihn aus dem Zeugenstand.

Hensel-Anwalt Christoph Henckel erklärt daraufhin in einer Stellungnahme, dass die Ausführung von D., es habe sich im November 2022 um eine "harmlose Observierung" gehandelt, nicht schlüssig sei. Die Personenstärke des Teams und auch die Bewaffnung des Detektivs sprächen dagegen, argumentiert der Jurist.

Block-Verteidiger Bott hält dagegen und bilanziert, dass der Zeuge klar ausgesagt habe, dass eine Entführung nie zur Debatte gestanden habe. Das Ziel sei es gewesen, dass die Kinder aus freien Stücken zurück zu ihrer Mutter kommen, hält der Anwalt fest. Es sei nichts Übergriffiges oder Gewalttätiges geplant gewesen.

11.11 Uhr: "Das sind die bösen Männer, die eure Mutter geschickt hat"

Nun stellt Block-Anwalt Ingo Bott seine Fragen. Er thematisiert noch einmal den Tag, an dem D. und Co. bei der Observierung von Stephan Hensel erwischt worden seien.

Der Privatdetektiv erinnert sich an eine spätere Erzählung von seinem Auftraggeber Frank M. von der Firma "360 Grad", dass der Sohn, Theo, während der Konfrontation zwischen den Team-Mitgliedern und Hensel ebenfalls auf die Straße gelaufen sei. Er selbst habe dies nicht gesehen, so D.

Bott erklärt hingegen, dass Herr M. später ausgesagt habe, Hensel habe die Tochter, Klara, eigenständig aus dem Haus geholt und zu ihr gesagt: "Das sind die bösen Männer, die eure Mutter geschickt hat."

11.02 Uhr: Wie viel Geld floss von der Block Familie an die Firma "360 Grad"?

Henckel legt dem Zeugen ein Bild vor, das im November 2022 in der Lobby eines dänischen Hotels aufgenommen worden sei.

Auf diesem seien Mitglieder der Teams zu sehen, er selbst aber nicht, erklärt D. nach einer Inaugenscheinnahme des Fotos. Er sei zu diesem Zeitpunkt vermutlich in einer Besprechung gewesen, vermutet der Detektiv.

Abschließend befragt der Hensel-Anwalt den Zeugen nach dem Vertrag zwischen der Familie Block und der Firma "360 Grad" - und der Höhe der Entlohnung. "36.000 Euro, glaube ich. Ich habe den Vertrag aber nicht gesehen", so D.

10.47 Uhr: Hensel-Anwalt stellt Fragen an den Privatdetektiv

Nach einer knapp 20-minütigen Pause, die eigentlich nur zehn Minuten dauern sollte, stellt nun Christoph Henckel, der Anwalt von Nebenkläger Stephan Hensel, seine Fragen an den Privatdetektiv.

Er will wissen, wie oft D. Observierungen durchführe. "Zwei bis drei im Jahr", antwortet der Zeuge. D. führt aus, dass das Team in Dänemark außergewöhnlich groß gewesen sei. Seine eigene Erklärung dafür: "Weil Frau Block viel Geld hat."

10.29 Uhr: Zeuge hatte laut eigener Aussage nie direkten Kontakt zu Block

Auf Nachfrage von der Staatsanwaltschaft wiederholt D., dass er zu keiner Zeit direkten Kontakt mit Christina Block oder einem anderen Mitglied der Block-Familie gehabt habe. Sein Auftraggeber sei Frank M. von der Firma "360 Grad" gewesen.

Warum er ein Messer dabei gehabt habe, will der Staatsanwaltschaft zudem wissen. Dieses sei Teil seiner Standardausrüstung gewesen, argumentiert der Privatdetektiv.

10.22 Uhr: Detektiv sollte klären, wie Kinder gewaltfrei zur Mutter kommen

Die Vorsitzende Richterin hält D. dessen eigene Zeugenaussage vor einem dänischen Gericht vor. Dort hatte der Privatdetektiv ausgesagt, dass das Ziel der ganzen Operation gewesen sei, zu klären, wie die Kinder gewaltfrei und ohne Zwang zurück zu der Mutter kommen könnten.

Alles andere sei keine Option gewesen. Wenn sich herauskristallisiert hätte, dass die Kinder nicht freiwillig mitkommen wollten, wäre das Ganze abgebrochen worden, so D.

Die Richterin hat keine weiteren Fragen.

10.12 Uhr: Observierung flog auf, als Hensel aus dem Haus rannte

D. berichtet, dass die Observierung aufgeflogen sei, als Hensel aus dem Haus gerannt und Mitglieder der kleinen Gruppe direkt konfrontiert habe. Sie wollten die Kinder entführen, habe der Ex-Mann von Block den Männern vorgeworfen.

Der Zeuge, der sich mit drei anderen Mitgliedern der Gruppe zunächst zurückgezogen habe, sei später bei einer Tankstelle von der Polizei ausfindig gemacht und festgenommen worden.

Stephan Hensel wurde im November 2022 auf die Observierung aufmerksam und stellte die Ausführenden zur Rede.
Stephan Hensel wurde im November 2022 auf die Observierung aufmerksam und stellte die Ausführenden zur Rede.  © Georg Wendt/dpa-pool/dpa

10.08 Uhr: Hatte der Detektiv einen Dolch bei der Observierung dabei?

Eine direkte Besprechung mit Christina Block und Co. habe er nicht gehabt, erklärt D. Alles sei über Vertreter der Firma "360 Grad" gelaufen.

Für seine Arbeit habe er einen Laptop, ein Fernglas, mehrere Handys, eine Spiegelreflexkamera sowie ein Walkie-Talkie dabei gehabt.

Die Vorsitzende Richterin hält dem Zeugen mit Verweis auf einen dänischen Polizeibericht vor, dass er auch einen Dolch dabei gehabt habe. "Das war ein Klappmesser, mit dem ich mein Baguette geschnitten habe", entgegnet D.

Titelfoto: Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

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