Block-Prozess: Familienanwalt hält Vorsitzende Richterin für befangen

Hamburg - Weiter geht's: Am Dienstag wird der Kindesentführungs-Prozess gegen Christina Block (52) fortgesetzt. TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog über den 33. Verhandlungstag.

Steakhouse-Erbin Christina Block (52) neben ihrem Verteidiger Ingo Bott (42).
Steakhouse-Erbin Christina Block (52) neben ihrem Verteidiger Ingo Bott (42).  © Georg Wendt/dpa

15.33 Uhr: Familienanwalt der Blocks hält Vorsitzende Richterin für befangen

Es geht weiter mit einem Antrag von Marko Voß, Verteidiger von Familienanwalt Dr. Andreas C.. Der Jurist erklärt, dass sein Mandant die Vorsitzende Richterin aufgrund der Besorgnis der Befangenheit ablehne.

Voß bezieht sich in seiner Erklärung noch mal auf die Ausführungen von Delling-Verteidiger David Rieks, der am Vormittag über nur in unleserlichen Rohdaten vorliegende Akteninhalte gesprochen hatte.

Hildebrandt habe die Akteneinsicht für die Verteidigung "aktiv verhindert und erschwert", argumentiert der Anwalt und bezieht sich dabei nochmals auf die Aussage von Staatsanwältin Paul. Diese hatte erklärt, dass sie sich mit Hildebrandt abgestimmt habe, dass die Verteidigung nur die Rohdaten erhalten solle (siehe Blog-Eintrag 11.57 Uhr).

Die anderenn Verteidiger schließen sich den Ausführungen von Anwalt Voß an.

14.53 Uhr: Pause wird verlängert

Wie ein Justizmitarbeiter soeben mitteilte, wird die Pause bis 15.20 Uhr verlängert.

Für alle Pressevertreter und Zuschauer bedeutet dies, dass sie den Verhandlungssaal direkt wieder verlassen müssen.

14.21 Uhr: Verhandlung unterbrochen

Die Verhandlung wird unterbrochen.

Um 14.50 Uhr soll es weitergehen.

14.14 Uhr: Wird der Prozess bis Ende 2026 verlängert?

Pinar stellt weitere Anträge - für den Fall, dass ihr Antrag auf Abtrennung des Verfahrens gegen P. vom Hauptverfahren abgelehnt werde.

Interessant: Offenbar steht im Raum, dass der Prozess bis Ende 2026 verlängert wird. Pinar erklärt, sie habe eine offizielle Anfrage vom Gericht erhalten, ob sie bis Ende Dezember für die Verteidigung zur Verfügung stehe.

Bisland waren Termine bis Ende Juni angesetzt.

13.52 Uhr: Pinars Antrag wird von anderen Anwälten unterstützt

Nebenklagevertreter von der Meden findet Pinars Antrag "nicht fernliegend" und bezeichnet es als "legitimes Ansinnen".

Auch Delling-Verteidiger David Rieks unterstützt den Antrag. P. sei eine "absolute Randfigur" des Verfahrens, so die Argumentation des Juristen.

13.38 Uhr: Verteidigerin stellt Antrag auf Abtrennung des Verfahrens gegen P.

Gül Pinar, die Anwältin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers Andreas P., stellt einen Antrag auf Abtrennung des Verfahrens gegen ihren Mandanten vom Hauptverfahren.

Unter anderem habe die bisher erfolgte Beweisaufnahme gezeigt, dass die in der Anklage gegen P. genannten Vorwürfe ohne Grundlage seien. Die Verteidigerin verweist auf die Aussagen von Tal S. und David B., die ausgesagt hätten, P. noch nie gesehen zu haben.

Ihr Mandant sei weder in die Planung der Entführung involviert noch an der Tat selbst beteiligt gewesen, verdeutlicht Pinar. Eine Abtrennung des Verfahrens sei die logische Konsequenz.

13.21 Uhr: Richterin lehnt Antrag der Verteidigung auf Unterbrechung ab

Block-Anwalt Ingo Bott und Marko Voß, der Verteidiger von Familienanwalt Andreas C., stellen einen unaufschiebbaren Antrag und erbitten eine einstündige Pause, um sich mit ihren Mandanten zu beraten.

Richterin Hildebrandt lehnt ab und setzt die Verhandlung fort.

13.09 Uhr: Diskussion zwischen Verteidiger und Richterin geht weiter

Mit ein paar Minuten Verspätung wird die Verhandlung fortgesetzt. Der mitangeklagte Tal S. und die Kammer ließen etwas länger auf sich warten.

Verteidiger Daum setzt seine Diskussion um die Rohdaten mit der Vorsitzenden Richterin postwendend fort. "Ich habe so etwas noch nicht erlebt, dass eine Richterin, die eine Entscheidung getroffen hat, sich weigert, diese Entscheidung zu erklären", wettert der Anwalt.

Die Richterin bleibt bei ihrer Antwort, dass Daum seinen Antrag verschriftlichen solle und fragt den Verteidiger, warum er "so aufbrausend" werde. "Sie treiben es auf die Spitze", entgegnet Daum. Hildebrandt antwortet: "Ich weiß nicht, wo das Problem ist?"

Anwalt Reinhard Daum (r.) neben seiner Mandantin Uta B. (M.), der Cousine von Christina Block.
Anwalt Reinhard Daum (r.) neben seiner Mandantin Uta B. (M.), der Cousine von Christina Block.  © Marcus Brandt/Pool-dpa/dpa

12.03 Uhr: Mittagspause bis 13 Uhr

Nach dem Wortgefecht unterbricht die Vorsitzende Richterin die Verhandlung für die obligatorische Mittagspause.

Um 13 Uhr soll es in Saal 237 weitergehen.

11.57 Uhr: Anwalt von Block-Cousine legt sich mit Richterin an

Brisant: Reinhard Daum, der Verteidiger von Blocks Cousine Uta B., beantragt, dass sich die Vorsitzende Richterin dienstlich erklären soll. Staatsanwältin Paul hatte zuvor erklärt, mit der Richterin abgestimmt zu haben, dass die Verteidigung nur Einsicht in die unleserlichen Rohdaten bekomme.

Der Anwalt will von Hildebrandt wissen, ob dies der Wahrheit entspreche. Die Richterin entgegnet, dass sie nicht dazu verpflichtet sei, auf diese Frage unmittelbar zu antworten. Daum wiederholt seine Frage, woraufhin die Richterin ihre Antwort wiederholt. "Ist das Ihr Ernst?", schimpft Daum.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa-Pool/dpa

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