Hamburg - Kurz nach Prozessbeginn hatte die Arbeit von Rechtsanwalt Otmar Kury (70) an der Seite von Christina Block (53) ein Ende. Seine Strategie zur Verteidigung sorgte für Wirbel, doch im August 2025 war Schluss. Knapp ein Jahr später meldet sich der 70-Jährige nun vor allem mit einem Seitenhieb gegen Verteidiger Ingo Bott (43), der die Steakhouse-Erbin seitdem mit seinem Team unterstützt.
Damals erklärte die 53-Jährige zum Ende der Zusammenarbeit: "Seit einiger Zeit habe ich festgestellt, dass unsere beiden Welten sehr unterschiedlich sind." Wie der Anwalt diese Erklärung aufgefasst habe?
"Plötzlich war ein neuer Rechtsanwalt gekommen, ohne dass ich das wusste. Und als mir dies mitgeteilt worden war, ermöglichte dies mir nicht mehr die zwingend gebotene, sorgfältige, umfassende Vorbereitung der Hauptverhandlung", erinnert sich Kury im Gespräch mit "Welt am Sonntag" an den Einstieg von Bott.
Er selbst hätte die Verteidigung anders geführt als sein Kollege. So hätten seiner Ansicht nach die Vorgeschichte und die Rolle des Kindsvaters Stephan Hensel (53) stärker in die Beweisaufnahme gebracht werden müssen.
"Dazu gehört aus meiner Sicht auch, dass das Oberlandesgericht Hamburg dem Vater angeordnet hatte, die Kinder sofort zur Mutter zurückzubringen, und der Mutter das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder zugesprochen hatte."
Ex-Block-Verteidiger Otmar Kury kritisiert häufige Medienpräsenz als Verteidiger
Doch vor allem häufige Erklärungen gegenüber Medien sehe Kury kritisch: "Die Verteidigung hat ihre Arbeit in der Hauptverhandlung zu leisten. Ein Prozess dient nicht dazu, einen Verteidiger bekannter zu machen, sondern dazu, die Verteidigung korrekt zu führen."
Ein weiterer Seitenhieb gegen Bott? Schließlich gibt der 43-Jährige auch nach den jeweiligen Prozesstagen noch gerne Statements gegenüber Medien ab.
Damals erklärte Bott, dass er das Ende der Zusammenarbeit mit Kury bedaure und ihn als Kollegen sehr schätze. Der 70-Jährige selbst sorgte zum Prozessbeginn vor allem deshalb für Wirbel, weil er Christina Blocks verstorbene Mutter, Christa Block (†82), beschuldigt hatte. Die Steakhouse-Erbin selbst halte er bis heute für unschuldig.
Doch die 53-Jährige betonte in ihrer ersten Einlassung allerdings, dass sie ihre Mutter nicht beschuldige. Aus Sicht von Bott ist es demgegenüber David B., Chef der israelischen Entführungsgruppe, der auf eigene Faust gehandelt habe und die Kinder nach Deutschland habe verschleppen lassen.