Nach Flammen im Krankenhaus: Zwei Patienten gestorben, Details zur Brandursache bekannt
Von Svenja-Marie Kahl, Judith Bootsmann, Christiane Bosch, Helena Dolderer, Christopher Hirsch, Stefan Flomm, Marc Fleischmann, Celine Hog
Ludwigslust - Dramatische Szenen: Bei einem Brand im Helene-von-Bülow-Klinikum in Ludwigslust (Mecklenburg-Vorpommern) sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Nun teilte die Polizei erste Erkenntnisse zur Brandursache mit.
Am Freitagmorgen gab die Polizei bekannt, dass Beamte am Donnerstag den Brandort untersuchten: Als erstes Ergebnis konnte eine technische Ursache für die Brandentstehung ausgeschlossen werden.
Laut derzeitigem Stand der Polizei liegt jedoch auch keine Anhaltspunkte für eine vorsätzliche Brandstiftung vor. Aktuell werde die vorläufige Schadenshöhe im siebenstelligen Bereich geschätzt.
Momentan schützt ein provisorisches Notdach, über dem ausgebrannten Dach, das Krankenhaus und soll im Verlauf des Tages fertiggestellt werden.
Nur wenige Stunden nach dem Brand wurde eine Plane über das Dach gespannt, sagte eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim der Deutschen Presse-Agentur.
Die ersten Arbeiten am Gerüst und Plane seien bereits gegen 16 Uhr abgeschlossen worden, am Freitag soll das Notdach fertiggestellt werden.
Die Schnelligkeit, mit der das Dach errichtet wird, liege vor allem an dem Zusammenhalt in der Region.
"Das ist wichtig, um die Funktionsfähigkeit des zentralen Bereichs wiederherzustellen", so Stefan Sternberg, Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim. Der Brand habe ein Gebäude getroffen, "das Teil unserer zentralen Herzkammer ist. Es war ein Stich in einen unserer modernsten Gebäudeteile."
Bei den zwei Verstorbenen handelt es sich um Patienten. Bei einem der Opfer handelte es sich nach Polizeiangaben um einen 85 Jahre alten Mann. Die Angehörigen seien informiert worden.
Auch der zweite Tote sei ein Mann gewesen. Die Polizei teilte mit, dass die zweifelsfreie Identifizierung mittels DNA-Abgleich erfolgen soll. Mit dem Ergebnis könne in den nächsten Wochen gerechnet werden.
Eine weitere Person wurde mit einer Rauchgasvergiftung in eine Klinik nach Schwerin gebracht.
Am frühen Morgen hatte die Einsatzleitstelle der Polizei zunächst von 34 Verletzten gesprochen. Dass die Zahlen stark voneinander abweichen, hat mit den Erstmeldungen an die Leitstelle zu tun. Zum Zeitpunkt des Brandes waren etwa 100 Menschen im Gebäude - rund 80 Patienten und 20 Mitarbeitende. Die Einrichtung wurde zunächst evakuiert.
Tödliches Feuer brach wohl in einem Patientenzimmer der Chirurgie aus
Wegen des guten Brandschutzes habe die Feuerwehr nicht betroffene Stationen aber wieder freigeben können. Einige Patienten wurden in eine Partnerklinik nach Hagenow verlegt, weitere könnten folgen.
Der Dachstuhl des Krankenhauses brannte den Angaben zufolge seit 4.20 Uhr. Das Feuer sei wohl in einem Patientenzimmer der Gefäßchirurgie-Station ausgebrochen, teilte eine Sprecherin des Landkreises Ludwigslust-Parchim mit.
Laut Auskunft des Landrats lag einer der später Verstorbenen im Patientenzimmer, in dem das Feuer ausbrach, der andere im Nachbarzimmer.
Einsatzkräfte der Feuerwehr, des Rettungsdienstes und der Polizei waren seit den frühen Morgenstunden vor Ort.
Brand in Krankenhaus in Ludwigslust: Innenminister Christian Pegel spricht "tiefes Mitgefühl" aus
Innenminister Christian Pegel stehe im engen Austausch mit den Verantwortlichen. "Mit tiefer Betroffenheit begleiten wir den Einsatz nach dem Brand im Krankenhaus in Ludwigslust. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand sind zwei Menschen ums Leben gekommen und zahlreiche weitere verletzt worden. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen sowie allen Verletzten."
Die zuständigen Behörden würden mit Hochdruck daran arbeiten, die Brandursache aufzuklären. Nun habe die Unterstützung der Betroffenen höchste Priorität, hieß es in einer Mitteilung vom Ministerium für Inneres von Mecklenburg-Vorpommern.
Nach Abstimmung mit der Rettungsleitstelle Westmecklenburg konnte die Notaufnahme des Krankenhauses gegen 13 Uhr wieder in Betrieb gehen. Einzig der Bereich Herzkatheter bleibt zunächst außer Betrieb. Die Facharztpraxen sind weiterhin erreichbar, auch die Radiologie.
Erstmeldung: 2. Juli, 6.58 Uhr, zuletzt aktualisiert: 3. Juli, 10.12 Uhr
Titelfoto: Landkreis Ludwigslust-Parchim/dpa

