Block-Prozess: So geht es mit den Zeugenaussagen der mutmaßlichen Entführer weiter

Hamburg - Der Prozessmarathon im Fall Christina Block (52) vor dem Hamburger Landgericht: Am heutigen Freitag stand der 41. Verhandlungstag an. TAG24 war vor Ort und berichtete in einem Liveblog.

Christina Block (52) wird vorgeworfen, die Entführung ihrer zwei jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben. Hier mit ihrem Anwalt Ingo Bott (42) am 41. Verhandlungstag.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Auch der 41. Verhandlungstag startete mit hitzigen Gemütern. Zunächst nahmen die Anwälte zum vorherigen Prozesstag Stellung. Dabei ermahnte die vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt einige Verteidiger erneut in einem rauen Ton und bat diese darum, bei der Sache zu bleiben.

Ähnlich wie am Tag zuvor sagte auch am Freitag ein weiterer Zeuge aus: der Hamburger Kriminalbeamte Tom S. (50). Dieser hat im Februar 2024 gemeinsam mit seiner Kollegin Frau B. in Kupfermühle versucht, den genauen Ort zu finden, an dem die Kinder über die Grenze von Dänemark nach Deutschland gebracht worden sind.

Der Zeuge berichtet dabei unter anderem von Ohrringen der Block-Tochter Klara, die vor Ort hinter einem Schuppen gefunden wurden. Zudem hat der Ermittler mit der Inhaberin einer Werkstatt in besagtem Ort gesprochen, die am 31. Dezember 2023 ein Wohnmobil gesehen haben soll.

Wie es mit den Zeugenaussagen der mutmaßlichen Entführer aus Israel weitergeht? Diese können aufgrund des Krieges im Nahen Osten aktuell nämlich nicht nach Deutschland reisen. Aktuell stehe nach Angaben der Richterin in Aussicht, dass die Israelis ab dem 14. April 2026 wieder in Deutschland aussagen können.

"Aber wir müssen abwarten, ob das überhaupt dann klappt", gesteht die vorsitzende Richterin abschließend.

Update, 12 Uhr: Der Prozesstag endet frühzeitig

Bereits vier Stunden früher als eigentlich geplant endet der 41. Verhandlungstag im Block-Prozess.

Der nächste Termin ist für Dienstag, den 24. März 2026 angesetzt. Start ist auch an diesem Tag um 9.30 Uhr.

Update, 11.47 Uhr: So geht es in den nächsten Wochen weiter

Die Richterin verkündet nun, wie es an den nächsten Verhandlungstagen weitergeht. Die Anhörung mehrerer Zeugen steht noch aus. Darunter auch die Zeugenaussagen der mutmaßlichen Entführer.

Wegen des Krieges im Nahen Osten können weder David B. noch seine mutmaßliche rechte Hand, Keren T., sowie zwei weitere Israelis, die bereits bei der Hamburger Staatsanwaltschaft ausgesagt haben, derzeit nach Deutschland reisen.

Aktuell stehe in Aussicht, dass die Israelis ab dem 14. April 2026 wieder in Deutschland aussagen können. "Aber wir müssen wir abwarten, ob das überhaupt dann klappt", gesteht die vorsitzende Richterin abschließend. Sollten sie auch im April noch nicht nach Deutschland kommen können, werde die Richterin von Tag zu Tag weiter planen.

Auch eine Videovernehmung sei nicht ausgeschlossen, sollte der Luftraum weiterhin gesperrt sein.

Die vorsitzende Richterin verkündete, wie es mit den Zeugenaussagen der mutmaßlichen Entführer aus Israel weitergeht.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 11.22 Uhr: Es geht weiter mit Bildern der Hausdurchsuchung bei Christina Block

Entgegen der Ankündigung vor der Pause, geht es nach der Pause erst einmal weiter mit der Inaugenscheinnahme des Passes vom mutmaßlichen Entführer Tal S. Dieser ist ebenfalls im Gerichtssaal anwesend.

Im Anschluss daran verkündet die Richterin: Die Öffentlichkeit für die Inaugenscheinnahme der Bilder von der Hausdurchsuchung bei Christina Block (52) wird nicht ausgeschlossen.

Die Bilder werden nicht mit einem Beamer an der Wand gezeigt, sondern ausgedruckt auf Papier von der Richterin hochgehalten. Auf die Entfernung hin ist für das Publikum jedoch kaum etwas zu erkennen. Die Verfahrensbeteiligten hingegen können die Bilder auf ihren Rechnern sehen.

Zu sehen ist "ein Einfamilienhaus mit mehreren Kinderzimmern und ein großer Wohnbereich", beschreibt Block-Verteidiger Ingo Bott die Fotos. Was man hier nicht sieht: "Ein Gebäude des Einsperrens", erklärt er weiter.

Update, 11.06 Uhr: Ausschluss der Öffentlichkeit im Prozess?

Es soll weitergehen mit der Inaugenscheinnahme der Bilder von der Hausdurchsuchung bei Christina Block (52). Es wird diskutiert, ob die Öffentlichkeit dabei ausgeschlossen werden soll, da die Inhalte sehr privat seien. So soll es unter anderem Bilder der Kinderzimmer geben.

Erneut zehn Minuten Pause.

Update, 10.40 Uhr: Zeugenaussage eines Polizisten startet

Nachdem die Verteidiger ihre Stellungnahme zum vorherigen Verhandlungstag abgegeben haben, folgt das eigentlich geplante Programm: die Zeugenaussage des Hamburger Kriminalbeamten Tom S. (50).

Dieser hat im Februar 2024 gemeinsam mit seiner Kollegin Frau B. in Kupfermühle versucht, den genauen Ort zu finden, an dem die Kinder über die Grenze von Dänemark nach Deutschland gebracht worden sind.

Anhand der Beschreibung von Block-Tochter Klara haben sich die Kriminalbeamten laut Zeugenaussage orientiert. Dabei haben die Ermittler auch eine Auto-Werkstatt ausfindig gemacht.

In der Werkstatt hat der Polizist mit dem Ehepaar gesprochen, dem die Werkstatt gehört. Der Inhaber habe ihm gesagt, ihm kamen zwei Autos "unheimlich" vor, die er in der Ortschaft gesehen habe. Dessen Frau sei zudem ein Wohnmobil am 31. Dezember 2023 aufgefallen. Am 1. Januar 2024 sei es jedoch wieder weg gewesen.

Zudem hätte der Zeuge und seine Kollegin in der beschriebenen Gegend hinter einem Schuppen zwei Ohrringe gefunden. Es stellt sich heraus: Die Ohrringe gehörten Klara. Es handelt sich um zwei Kreolen.

Es folgt die Inaugenscheinnahme von Lichtbildern über einen Beamer an der Wand. Gezeigt werden unter anderem Fotos einer Karte, auf der Pfeile eingezeichnet sind. Auch Fotos der Ohrringe werden gezeigt.

Die Zeugenbefragung ist beendet.

Auch Gerhard Delling (66, M.) ist am 41. Verhandlungstag wieder im Gerichtssaal anwesend.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 9.44 Uhr: Anwälte nehmen Stellung zur Zeugenaussage vom vorherigen Verhandlungstag

Es folgen die Stellungnahmen der Verteidiger zur Zeugenaussage des Polizisten Johannes M. (45), der am 40. Verhandlungstag ausgesagt hat.

Dr. Marko Voß, Verteidiger des Familienanwalts Andreas C., ergreift das Wort. Er spricht nochmals an, dass der Polizist ausgesagt hat, der Sicherheitsunternehmer habe zu keinem Zeitpunkt erwähnt, dass Andreas C. oder einer der Angeklagten je darum gebeten wurde, die Kinder unter Widerstand zurückzuholen oder gar einen Dritten dafür zu beauftragen.

Erneut erhitzen sich die Gemüter. Die Stellungnahmen der Verteidiger schweifen teilweise von der Aussage des Polizisten Johannes M. ab. Deshalb ermahnt die vorsitzende Richterin die Anwälte, bei der Sache zu bleiben. Von Dr. David Rieks, Verteidiger von Gerhard Delling (66), kommt Gegenwind: "Das ist bemerkenswert", so der Anwalt energisch in Richtung der Richterin.

Die Anwältin des Sicherheitsunternehmers weist unter anderem darauf hin, dass dieser stets kooperatives Verhalten gegenüber den Ermittlungsbeamten gezeigt habe.

Philip von der Meden (42), Verteidiger von Stephan Hensel (51), richtet sein Wort in Richtung Gerhard Delling (66). Der 42-Jährige behauptet, dass die Zeugenaussage des Polizisten unter anderem aufgezeigt habe, dass Delling dazu bereit gewesen wäre, auch illegitime Mittel einzusetzen, um die Kinder vom Vater zu befreien.

Der Sicherheitsunternehmer hatte bei seiner Vernehmung nach Angaben des Zeugen ausgesagt, Delling habe Hintergrundrecherche zu Stephan Hensel betreiben wollen. Dr. David Rieks weist die Vorwürfe von Philip von der Meden zurück.

Es folgt eine 10-minütige Pause.

Philip von der Meden (42), Nebenklage-Vertreter von Stephan Hensel (51), ist am Freitag ohne den Vater der Kinder im Saal.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 9.35: Prozesstag startet mit Verkündung der Richterin

Mit nur ein paar Minuten Verzögerung startet der Prozesstag. "Die Inhalte der Vernehmungen des Zeugen Alexander L. sollen nicht in die Verhandlungen eingeführt werden", verkündet die vorsitzende Richterin direkt zu Beginn.

Diese Tatsache wurde bereits am vorherigen Verhandlungstag diskutiert und nun offiziell zu Protokoll gegeben. Es handelt sich dabei um einen Mitarbeiter des Hotel Grand Elysée.

Update, 9.30 Uhr: Christina Block kommt kurz vor offiziellem Beginn

Nur wenige Minuten vor offiziellem Beginn betreten Christina Block (52) und Gerhard Delling (66) den Gerichtssaal. Stephan Hensel (51) ist bislang nicht vor Ort. Lediglich sein Verteidiger Philip von der Meden (42) ist anwesend.

Startschuss für den Prozesstag ist eigentlich immer um 9.30 Uhr.

Update, 9.12 Uhr: Neben einer Schulklasse kaum Besucherinteresse

Auch am 41. Verhandlungstag ist das Interesse ähnlich wie an den Tagen zuvor bislang gering: Neben einer Schulklasse sowie wenigen Medienvertretenden sind kaum weitere Zuschauende im Saal 237 vertreten.

Update, 9 Uhr: So geht es am Freitag weiter

Ähnlich wie am Verhandlungstag zuvor soll auch am Freitag ein weiterer Hamburger Kriminalbeamter als Zeuge vor Gericht aussagen.

Startschuss ist wie immer für 9.30 Uhr geplant. Weitere Zeugenbefragungen stehen laut Gericht am Freitag nicht an.

Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt hat die Verteidiger während des 40. Prozesstages mehrmals ermahnt.  © Marcus Brandt/Pool dpa/dpa

Update, 8.50 Uhr: Recap von Donnerstag

Am 40. Verhandlungstag hat der Hamburger Kriminalbeamte Johannes M. (45) ausgesagt.

Während der Verhandlung wurde der geladene Zeuge zur Vernehmung vom angeklagten Sicherheitsunternehmer befragt. Bei dem Vernehmungstermin hat der Angeklagte unter anderem seinen Auftrag zur Sicherung der Häuser von Christina und ihrem Vater Eugen Block (85) geschildert, den er von dem 85-Jährigen erhalten hat.

Auch, ob es bei der Entführung der Kinder Gewalt gegeben habe oder nicht, wurde erneut zum Thema. "C. hat zu Eugen Block gesagt: 'Der Vater behauptet, es wurde Gewalt angewendet, das ist aber Quatsch'", gibt der Polizist den Sicherheitsunternehmer im Vernehmungsgespräch wieder.

Zudem sei die Stimmung nach Angaben des Sicherheitsunternehmers kurz nach der Entführung bei einem gemeinsamen Treffen im Hotel Grand Elysée mit Eugen Block und dem Familienanwalt Andreas C. "gelöst" gewesen.

Eine weitere Vernehmung einer anderen Zeugin hat der geladene Polizist durchgeführt: das Gespräch mit Astrid H., Lebensgefährtin von Stephan Hensel (51). Diese habe sich unter anderem an sehr schreckhafte Kinder erinnert, als diese nach der Entführung wieder zurück zu ihnen nach Dänemark gebracht wurden.

Insgesamt blieb die Stimmung auch am 40. Verhandlungstag angespannt. Die vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt musste einige Verteidiger mehrmals unterbrechen und ermahnen. Der Tonfall war zeitweise lauter.

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