Bomben-Evakuierung: Die meisten nahmen's locker

Dresden - Die Evakuierung der Dresdner Innenstadt am gestrigen Mittwoch, nach dem Bombenfund am Abend zuvor, hat nicht zwingend für Entsetzen gesorgt. Anwohner und Angereiste nahmen die Ausnahmesituation teils überraschend gelassen und routiniert.

Kevin Zemitzsch (35), Empfangschef im "Hotel am Terrassenufer", erlebte nicht die erste Evakuierung.  © Steffen Füssel

Kevin Zemitzsch (35) ist Empfangs-Chef im "Hotel am Terrassenufer", hat alle Gäste am Vorabend der Evakuierung benachrichtigt: "Ich bin heute der Letzte, der das Hotel um 8.30 Uhr verlässt, kontrolliere vorher, ob auch alle Gäste draußen sind."

Dann wartet Zemitzsch am Rande des Sperrbezirks. Sobald die Entschärfung vollzogen ist, ist er wieder der Erste, der das Hotel öffnet: "Es gibt tatsächlich Gäste, die wegen der Evakuierung frühzeitig abgereist sind. Andere verbringen den Tag in Meißen oder Pirna - wir sind ja erfahren in Dresden, was Evakuierungen angeht."

Dominik Dorsel (37), Bianca Watzka und Deniz Senel (25) sind Wissenschaftler, die für eine Physikertagung aus Aachen angereist sind.

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Dominik Dorsel (37), Bianca Watzka und Deniz Senel (25) auf dem Weg in die Notunterkunft.  © Steffen Füssel
Diese Damen fuhren mit der eigens eingerichteten Evakuierungslinie vor.  © Ove Landgraf

Kurz vor 8 Uhr suchen sie den Weg zur Notunterkunft an der Messe: "Die Tagung geht bis inklusive Donnerstag. Daher gehen wir mal davon aus, wir kommen heute Nachmittag wieder in unser Hotel", erklärt Bianca Watzka gelassen.

Kurz nach 8 Uhr kamen drei Seniorinnen an der Notunterkunft an, die miteinander aufgebrochen waren: "Wir sind ganz ohne Probleme per Straba von der Sarrasanistraße gekommen", berichtete eine der rüstigen Damen lächelnd.

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