Mehr Fahrten unter Cannabis im Südwesten: Was steckt hinter dem "sprunghaften Anstieg"?

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Von Anika von Greve-Dierfeld

Karlsruhe - Seit der Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 gibt es im Südwesten einen "sprunghaften Anstieg" von Autofahrten unter dem Einfluss von Cannabis. Das berichtete das Innenministerium unter Berufung auf Daten der letzten Jahre.

Bei Verkehrskontrollen wurden vermehrt sogenannte Cannabisfahrten festgestellt. (Symbolfoto)
Bei Verkehrskontrollen wurden vermehrt sogenannte Cannabisfahrten festgestellt. (Symbolfoto)  © Hannes P Albert/dpa

Demnach stieg die Zahl sogenannter folgenloser Cannabisfahrten - also solcher Fahrten, die nicht zu einem Unfall führten - zwischen April 2024 und März 2025 um 11 Prozent auf fast 6900 Fälle. Im gleichen Zeitraum April 2025 bis März 2026 gab es einen weiteren Zuwachs um 1,2 Prozent auf beinahe 7000 dieser Delikte, wie eine Ministeriumssprecherin sagte.

Zudem sei ein Zuwachs der Verkehrsunfälle unter Cannabiseinfluss verzeichnet worden. Zwischen April 2024 und März 2025 wurde 450 Mal bekifft ein Unfall verursacht. Im Jahr darauf belief sich diese Zahl zwischen April 2025 und März 2026 auf 488. Das entspricht einem Plus von 8,4 Prozent, wie es weiter hieß.

Die Zahl von Drogenverstößen ohne Alkohol insgesamt im Straßenverkehr hat bundesweit zugenommen, wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) unter Berufung auf die Verkehrsunfallstatistik des Statistischen Bundesamtes berichtet. "In den Jahren 2023 und 2024 wurden jeweils rund 48.000 Verstöße registriert, 2025 waren es wieder etwa 50.000."

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Im Südwesten gab es 2023 knapp 9400 Verkehrsunfälle, die unter Einfluss von Drogen, Alkohol nicht mitgerechnet, verursacht wurden. Im Jahr darauf waren es mehr als 9500 und im vergangenen Jahr stieg die Zahl auf fast 10.600.

Joint am Steuer: Fahrten unter Einfluss von Cannabis steigen seit der Teillegalisierung. (Symbolfoto)
Joint am Steuer: Fahrten unter Einfluss von Cannabis steigen seit der Teillegalisierung. (Symbolfoto)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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Nicht unbedingt einsichtig, wie eine Sprecherin der Stadt Freiburg sagt. Konkrete Zahlen dazu gebe es zwar nicht. "Nach den Reaktionen vieler Betroffener aus Fällen mit MPU-Anordnungen wegen Cannabiskonsums drängt sich jedoch der Eindruck auf, dass viele konsumierende Betroffene fälschlicherweise davon ausgehen, dass die Teillegalisierung von Cannabis auch bedeute, man dürfe unter Cannabiseinfluss Auto fahren." 

Laut einem Sprecher der Stadt Mannheim können viele Betroffene nicht richtig einschätzen, wie lange man sich nach dem Konsum von Cannabis nicht ans Steuer setzen dürfe.

Die Bevölkerung müsse intensiv aufgeklärt werden über das erhöhte Unfallrisiko, schreibt der ADAC auf seiner Webseite. Denn Konzentration und Aufmerksamkeit ließen unter Cannabiseinfluss nach und die Reaktionszeit verlängere sich.

"Nach den amtlichen Zahlen bleibt Alkohol mit deutlichem Abstand das größere Problem für die Verkehrssicherheit", betont DVR-Präsident Manfred Wirsch.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

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