Coronavirus in Chemnitz: Erzgebirgskreis wird zu bundesweitem Sterbe-Hotspot

Chemnitz - Corona in Chemnitz: In der Stadt gab es seit Beginn der Krise 2849 Corona-Fälle (Stand: 27. November). Die meisten der Erkrankten sind jedoch bereits wieder genesen.

Maskenpflicht in Sachsen! Auch an Haltestellen, auf Einkaufsboulevards und der Innenstadt muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.
Maskenpflicht in Sachsen! Auch an Haltestellen, auf Einkaufsboulevards und der Innenstadt muss eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden.  © Kristin Schmidt

Die Corona-Lage in Sachsen spitzt sich weiter zu.

Da Maßnahmen wie Maskenpflicht und Mindestabstand bei der Bekämpfung der Pandemie noch nicht ausreichen, haben Bund und Länder einen zweiten Lockdown beschlossen. Restaurants und Kneipen mussten Anfang November wieder schließen, genauso wie Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo- und Fitnessstudios oder Kinos.

Offen bleiben Schulen, Kindergärten, der Groß- und Einzelhandel und Friseurläden.

Ansammlungen und Zusammenkünfte im öffentlichen und privaten Raum sind nur mit höchstens zwei Hausständen bis maximal fünf Personen möglich.

Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres werden nicht mitgezählt. Aufgrund des Weihnachtsfestes sind ab 23. Dezember Treffen mit insgesamt zehn Personen aus dem Familien- und Freundeskreis zulässig.

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung ist nun auch in Arbeits- und Betriebsstätten Pflicht, außer am unmittelbaren Arbeitsplatz, sofern der Mindestabstand von 1,5 Metern dort eingehalten werden kann.

Ab einem fünftägigen Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen folgen zeitlich befristete Ausgangsbeschränkungen. Das Verlassen der häuslichen Unterkunft ohne triftigen Grund ist untersagt.

>>>Hier findet Ihr die neue sächsische Corona-Schutzverordnung, die ab 1. bis 28. Dezember gilt.

Wir halten Euch hier im Ticker zur aktuellen Lage in Chemnitz und Sachsen auf dem Laufenden.

Alle Infos zur Lage in ganz Deutschland im +++ Coronavirus-Liveticker +++

Update, 28. November, 11.40 Uhr: Landesschülerrat: Bedingungen für Wechselunterricht Schule überlassen

Bei der derzeitigen Infektionslage in Sachsen hält der Landesschülerrat (LSR) die Einführung von Wechselunterricht in den Schulen für richtig. "Schulen sollten dabei die Freiheiten besitzen, für die konkreten Bedingungen – zum Beispiel die Häufigkeit der Wechsel – auf ihre jeweiligen Besonderheiten einzugehen, vor allem räumliche Situation und Klassenstärken", sagte Landesschülersprecherin Joanna Kesicka laut einer Mitteilung vom Samstag. Die Formate sollten in Absprache mit den Schülervertretern gestaltet werden.

Generell begrüßte der Landesschülerrat die am Freitag beschlossenen Maßnahmen der Landesregierung. Bei 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen soll der Regelbetrieb an Schulen eingeschränkt werden. An den Grundschulen soll es feste Klassen geben, weiterführende Schulen gehen in Absprache mit dem Kultusministerium in den Wechselunterricht. "Im Interesse jedes einzelnen Schülers müssen wir dafür sorgen, dass der Unterricht an Schulen, die nur wenig oder gar nicht von Infektionen betroffen sind, im Regelbetrieb weiterlaufen kann, solange es möglich ist", sagte Kultusminister Christian Piwarz (CDU).

Grundsätzlich ausgenommen von den Wechselmodellen sind die Abschlussklassen. Zudem gilt ab Klassenstufe 7 Maskenpflicht im Unterricht. Am Freitag lagen laut Gesundheitsministerium zehn der 13 Landkreise und kreisfreien Städte über der kritischen Grenze von 200 Infektionen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

Der Landesschülerrat forderte bei der Einführung von Wechselunterricht entsprechende Nachteile für die Schüler auszugleichen. "Spätestens mit dem Wechselmodell wird auffällig, dass dieses Schuljahr kein normales Schuljahr ist. Deswegen können es auch nicht normale Maßstäbe sein, die für Zeugnisse und Abschlüsse angelegt werden", erläuterte Kesicka.

Update, 28. November, 10.28 Uhr: Pflegebonus in Höhe von 500 Euro wird im Dezember ausgezahlt

Beschäftigte in der Altenpflege in Sachsen bekommen noch in diesem Jahr einen zusätzlichen Pflegebonus in Höhe von 500 Euro.

"Ohne das unermüdliche Engagement der Beschäftigten in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Pflegediensten wäre die Corona-Pandemie nicht zu bewältigen", teilte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Samstag mit.

Im Freistaat Sachsen versorgen und betreuen im Bereich der stationären und ambulanten Pflege rund 70.000 Beschäftigte mehr als 200.000 Pflegebedürftige. Die Gesamtkosten des Landesanteils am Pflegebonus werden aktuell auf 30 Millionen Euro beziffert.

Update, 28. November, 9.57 Uhr: Lange Warteliste in Chemnitzer Psychiatrie

Die Psychiatrie im Chemnitzer Klinikum ist voll, die Warteliste lang. "Unter dem Eindruck der Corona-Maßnahmen und den dadurch geänderten Lebensbedingungen suchen die Menschen zunehmend Rat und Hilfe bei uns", so Klinikumssprecher Arndt Hellmann (59). >>> Hier gehts zum ganzen Artikel.

Die Psychiatrie im Chemnitzer Klinikum ist voll. Die Begleiterscheinungen der Pandemie wirken sich auf die seelische Gesundheit vieler Menschen aus.
Die Psychiatrie im Chemnitzer Klinikum ist voll. Die Begleiterscheinungen der Pandemie wirken sich auf die seelische Gesundheit vieler Menschen aus.  © Maik Börner

Update, 28. November, 8.44 Uhr: Nach Glühwein-Verbot in Chemnitz: Politiker glühen vor Wut!

Nach dem Glühwein-Verbot der Stadt Chemnitz glüht die Politik vor Zorn: An dieser neuen Verwaltungsvorschrift entzündet sich die Kritik der Parteien. Lest >>>hier mehr dazu.

Harsche Kritik am Rathaus: CDU-Fraktions-Chef Tino Fritzsche (58).
Harsche Kritik am Rathaus: CDU-Fraktions-Chef Tino Fritzsche (58).  © Sven Gleisberg

Update, 28. November, 8 Uhr: Masken-Wirrwarr auf Chemnitzer Brühl

Die Stadt Chemnitz will die Einhaltung der Maskenpflicht stärker kontrollieren. Auf dem Brühl spazieren aber nach wie vor auffallend viele Passanten "oben ohne". Was auch daran liegen könnte, dass es dort keine Hinweis-Schilder auf die Pflicht gibt. >>>Hier lest Ihr mehr dazu.

Hier hat die Stadt Maskenpflicht verhängt, aber kaum jemand weiß es.
Hier hat die Stadt Maskenpflicht verhängt, aber kaum jemand weiß es.  © Uwe Meinhold

Update, 27. November, 19 Uhr: Neue Knallhart-Regeln für Sachsen beschlossen: Ausgangsbeschränkung ab Inzidenz von 200

Sachsen verschärft angesichts hoher Infektionszahlen im Freistaat seine Anti-Corona-Maßnahmen. Dazu gehört eine Ausgangsbeschränkung ab einer Inzidenz on 200 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche, sagte Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) am Freitagabend in Dresden.

Mehr dazu lest Ihr >>hier.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU kündigte am Freitag harte Corona-Regeln für Sachsen an.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU kündigte am Freitag harte Corona-Regeln für Sachsen an.  © Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Update, 27. November, 18 Uhr: Aktuelle Corona-Zahlen in Sachsen

Aktuelle Corona-Zahlen aus Sachsen.
Aktuelle Corona-Zahlen aus Sachsen.  © TAG24

Update, 27. November, 15.45 Uhr: Sachsen müssen sich auf strengere Corona-Regeln einstellen

Die bisher getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Sachsen reichen nach Einschätzung von Regierung und kommunalen Spitzenverbänden nicht aus, um die Infektionszahlen zu senken. Ganz Sachsen habe sich zu einem Hotspot mit einer Inzidenz von mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner im 7-Tages-Schnitt entwickelt, teilten Landkreistag, Städte- und Gemeindetag sowie Staatsregierung am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die Lage in den Krankenhäusern werde zunehmend angespannter, die verfügbaren Bettenkapazitäten knapper, hieß es.

Verbände und Regierung riefen die Menschen erneut dazu auf, die Maßnahmen zu unterstützten und Kontakte wo immer möglich zu reduzieren. Zugleich kündigten sie an, dass in Allgemeinverfügungen für die jeweiligen Städte und Landkreise die neue Corona-Schutzverordnung des Freistaates umgesetzt soll - unter anderem mit Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, Alkoholverbot in der Öffentlichkeit und Einschränkungen für Demonstrationen und Versammlungen. Die Schulen sollen grundsätzlich geöffnet bleiben. Details regelt die neue Corona-Schutzverordnung, die das Kabinett am Freitagnachmittag vorstellen will.

Update, 27. November, 15.30 Uhr: Aktuelle Corona-Zahlen aus Chemnitz

Insgesamt gibt es laut Stadtverwaltung zum Stand Mittwoch 2849 bestätigte Fälle in Chemnitz. Das sind 140 mehr als am Vortag. Die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner beträgt 243,2.

Im Krankenhaus liegen derzeit 210 Personen, davon 32 auf der Intensivstation.

Von Corona betroffen sind derzeit folgende Einrichtungen:

  • 15 Pflegeheime
  • 9 Kita/Horte
  • 34 Schulen

Update, 27. November, 12.55 Uhr: Chemnitzer Weihnachtsmarkt fällt auch im Dezember aus!

Der Weihnachtsmarkt ist coronabedingt in Chemnitz zwar abgesagt - ganz müssen die Menschen dort aber nicht auf eine festliche Stimmung verzichten. Mehr lest Ihr >>>hier.

Der Chemnitzer Weihnachtsmarkt fällt in diesem Jahr coronabedingt aus.
Der Chemnitzer Weihnachtsmarkt fällt in diesem Jahr coronabedingt aus.  © Kristin Schmidt

Update, 27. November, 12.50 Uhr: Sachsens Kassenarzt-Chef will Corona-Schnelltests für alle

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen, Klaus Heckemann, plädiert für obligatorische Corona-Schnelltests in Deutschland.

Eine solche die ganze Bevölkerung erfassende Strategie zur Impfung bedeute eine "gewaltige Sicherheit", sagte er am Freitag dem Nachrichtenradio MDR aktuell. So könnten alle Infizierten ermittelt und dann das Prozedere nach 14 Tagen wiederholt werden.

"Damit besteht die Chance, das Virus mehr oder weniger auszuhungern." Für eine stärkere Ausweitung "bis zu mehr oder weniger verpflichtenden Tests" fehle derzeit die nötige Kapazität. Laut Heckemann ist ein Schnelltest weniger eindeutig als ein PCR-Test, der im Labor ausgewertet werde. Das Ergebnis liege dabei aber erst nach zwei oder drei Tagen vor.

Titelfoto: Bernd März

Mehr zum Thema Coronavirus:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0