Coronavirus im Norden: Inzidenz steigt weiter, Kinder und Jugendliche besonders betroffen

Hamburg/Kiel/Hannover/Bremen/Schwerin – Die vierte Welle ist da! Das Coronavirus bestimmt das Leben in Norddeutschland seit bald zwei Jahren.

Im Norden gilt meist flächendeckend 2G.
Im Norden gilt meist flächendeckend 2G.  © Daniel Reinhardt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 199.955 Menschen an dem Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 174.645 Fälle bekannt, in Bremen 70.782, in Mecklenburg-Vorpommern 124.511 und in Niedersachsen 532.232 Covid-19-Fälle (Stand 21. Januar, 21 Uhr).

Nach zwischenzeitlichen Lockerungen haben alle Bundesländer ihre Maßnahmen wieder verschärft. Für die meisten Bereiche gilt Zugang nur für Geimpfte und Genesene.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Ampel-Abgeordnete bereiten Gesetzesentwurf zur Impfpflicht vor
Coronavirus Ampel-Abgeordnete bereiten Gesetzesentwurf zur Impfpflicht vor

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 in Hamburg und der Metropolregion gibt es hier.

Update, 21. Januar, 21.02 Uhr: Rund 4600 Neuinfektionen in Schleswig-Holstein

Kiel - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein hat am Freitag die Marke von 900 deutlich übersprungen. Die Zahl der binnen einer Woche gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner kletterte nach Angaben der Landesmeldestelle auf 934,5 - nach 896,1 am Vortag. Eine Woche zuvor hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei etwa 650 gelegen.

Die Zahl der registrierten Neuinfektionen lag am Freitag mit 4608 Fällen etwas niedriger als an den Vortagen. Am Donnerstag waren über 5000 Fälle gemeldet worden.

Nach Angaben des Robert Koch-Institutes hat Schleswig-Holstein aktuell die fünfthöchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Bremen, Berlin, Hamburg und Brandenburg.

Die für Corona-Maßnahmen wichtige Hospitalisierungsinzidenz, die angibt, wie viele Corona-Kranke je 100.000 Menschen innerhalb einer Woche in Kliniken kamen, stieg erneut - auf 6,29 (Donnerstag: 5,87). In den Krankenhäusern lagen 326 an Covid-19 erkrankte Patienten (+11). Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen lag bei 57 (+1). Es gab binnen eines Tages zwei weitere Corona-Todesfälle. Die Zahl der insgesamt in der Pandemie gestorbenen Corona-Patienten erreicht damit nun 1934.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz hatte am Freitag der Kreis Stormarn mit 1360,1 - gefolgt vom Kreis Pinneberg mit 1174,4. Die niedrigste Inzidenz in Schleswig-Holstein hat der Kreis Dithmarschen mit 505,8.

Update, 21. Januar, 18 Uhr: Inzidenz steigt weiter - Kinder und Jugendliche besonders betroffen

Rostock - Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern ist in der aktuellen Omikron-Welle weiter gestiegen - und liegt den vierten Tag in Folge über 2000.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitag bei 737,7, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales in Rostock mitteilte. Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 430,6 gelegen, die Zahl der Neuinfektionen liegt mit 2424 mehr als doppelt so hoch wie vor sieben Tagen.

Auch in den Krankenhäusern nimmt die Zahl der Patienten langsam wieder zu: Am letzten Tag der Arbeitswoche wurden den Angaben zufolge 257 Patienten stationär mit Covid-19 behandelt, 10 mehr als am Vortag, aber noch 6 weniger als vor einer Woche.

Auf den Intensivstationen stagniert die Zahl der Covid-Patienten seit Donnerstag bei 76. Vor einer Woche wurden 83 Covid-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Bei den Todesfällen kamen am Freitag vier hinzu, so dass die Gesamtzahl seit Beginn der Pandemie auf 1607 stieg.

Die für Corona-Maßnahmen wichtige Hospitalisierungsinzidenz - die Zahl der binnen einer Woche in Krankenhäusern aufgenommenen Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohner - lag nach wie vor bei 5,9. Sie liegt damit weiterhin unter dem Schwellenwert von sechs, weshalb für das Land insgesamt Warnstufe Gelb gilt.

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung liegt die Inzidenz in der Altersgruppe der Kinder und Jugendlichen deutlich höher, bei einer sehr geringen Zahl an Krankenhauseinweisungen. Laut dem Lagus-Bericht für Minderjährige lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der Altersgruppe von 0 bis 17 Jahre am Freitag landesweit bei 1660, in einigen Landkreisen liegt der Wert jedoch bereits über der Marke von 2000 Fällen pro 100.000 Kinder und Jugendliche innerhalb einer Woche. Bisher wurden im Jahr 2022 aber nur 13 Minderjährige wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus eingewiesen.

Laut Robert Koch-Institut haben bis Freitag 73,2 Prozent der Menschen im Nordosten mindestens eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten. Den vollständigen Grundschutz haben 71,8 Prozent. Eine Auffrischungsimpfung haben demnach 47,3 Prozent erhalten.

Update, 21. Januar, 13.04 Uhr: Corona-Inzidenz in Hamburg steigt auf 1617,6 - 6532 neue Fälle

Hamburg – Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen in Hamburg und die Sieben-Tage-Inzidenz steigen unvermindert an.

Die Gesundheitsbehörde gab die Zahl der gemeldeten Infektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitag mit 1617,6 an. Das ist der höchste je gemessene Wert. Am Donnerstag lag er bei 1476,3, vor einer Woche noch bei 897,8.

Alle aktuellen Zahlen findet Ihr im Artikel "Über 1600! Inzidenz in Hamburg erreicht neuen Rekordwert".

Update, 21. Januar, 13 Uhr: Hamburg pocht auf bundesweite Umsetzung der Corona-Regeln

Ein Schild mit der Aufschrift "2G+" hängt an einer Gaststätte. Hamburg hofft auf eine einheitliche Regelung.
Ein Schild mit der Aufschrift "2G+" hängt an einer Gaststätte. Hamburg hofft auf eine einheitliche Regelung.  © Marcus Brandt/dpa

Hamburg – Vor der neuen Bund-Länder-Runde zur Corona-Lage Anfang der Woche pocht Hamburg auf eine bundesweite Umsetzung der bereits beschlossenen Maßnahmen.

"Der Erste Bürgermeister erwartet eine Bestätigung der aktuellen Strategie und der in Hamburg bereits ergriffenen Maßnahmen wie beispielsweise die FFP2-Maskenpflicht im Öffentlichen Nahverkehr und das flächendeckende 2G-plus-Zugangsmodell", sagte die stellvertretende Senatssprecherin Julia Offen am Freitag der dpa.

Zudem müssten Test- und Quarantänestrategie angepasst werden. "Eine Lockerung der Regelungen ist derzeit nicht geboten."

In diesem Bundesland: Gericht setzt 2G im Einzelhandel außer Vollzug
Coronavirus In diesem Bundesland: Gericht setzt 2G im Einzelhandel außer Vollzug

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) wird am Montag erneut mit seinen Länderkolleginnen und Kollegen und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über die Pandemie und Möglichkeiten zu ihrer Eindämmung beraten.

Die Omikron-Variante des Coronavirus führe zu einer extrem hohen Zahl an Neuinfektionen, sagte Offen. "Die Auswirkungen für das Gesundheitswesen sind in einigen Ländern noch nicht absehbar. Dies erfordert eine angepasste Test- und Quarantänestrategie, um die Kapazitäten von Laboren und Gesundheitsämtern gezielt einzusetzen." Im Gespräch ist eine Priorisierung bei der Auswertung von PCR-Tests.

Wichtiges Ziel in dieser Phase der Pandemie sei die Aufrechterhaltung der kritischen Infrastruktur "und die weitere Erhöhung der Impfquote, um das Risiko schwerer Erkrankungen zu verringern", sagte Offen.

Update, 21. Januar, 11.29 Uhr: Immer mehr Neuinfektionen in Niedersachsen

Hannover – Die Corona-Inzidenz in Niedersachsen legt unaufhaltsam weiter zu. Die Zahl der Neuinfektionen bezogen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts am Freitag auf 571,2 - nach 512,3 am Vortag. Insgesamt 11.332 Neuinfektionen wurden registriert, zehn Menschen starben an oder mit Covid-19.

Die Stadt mit der landesweit höchsten Sieben-Tage-Inzidenz von zuletzt 1376,7 blieb Delmenhorst - sie sank dort aber leicht von 1407,7 am Donnerstag. Der Landkreis Harburg und die Stadt Salzgitter folgten mit Werten von 1009,3 und 991,7.

Zentraler Indikator zur Bewertung der Lage im Land ist die Hospitalisierungsinzidenz. Sie gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner neu in die Kliniken aufgenommen wurden.

Dieser Wert stieg von 5,9 am Vortag auf 6,1. Die Auslastung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten stagnierte bei 4,9 Prozent. Bis einschließlich 2. Februar gilt landesweit die Warnstufe 3.

Update, 21. Januar, 8.47 Uhr: Inzidenz in Bremen sinkt erneut

Bremen – Bremen bleibt weiter Spitzenreiter bei der Corona-Inzidenz unter den Bundesländern - liegt aber nur noch ganz knapp vor Berlin.

Der entsprechende Wert sank am Freitag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) auf 1258,7 - so viele Menschen je 100.000 Einwohner infizierten sich binnen sieben Tagen. Berlin folgte mit einer Inzidenz von 1258,3 dicht dahinter. Einen Tag zuvor lag die Bremer Inzidenz noch bei 1294,9. 1283 bestätigte Neuinfektionen wurden im kleinsten Bundesland gemeldet, außerdem ein weiterer Todesfall.

In der Stadt Bremen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 1259,0 - nach 1353,4 am Vortag, wie das Gesundheitsressort mitteilte. Die Hospitalisierungsinzidenz sank von 15,36 leicht auf 14,65. Der Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen mit einer Corona-Infektion ins Krankenhaus gekommen sind.

In Bremerhaven lag die Inzidenz niedriger, stieg aber spürbar auf 1194,1 - nach 974,8 am Vortag. Die Hospitalisierungsinzidenz in Bremerhaven stieg sprunghaft auf 15,85. Einen Tag zuvor betrug der Wert noch 10,57.

Update, 21. Januar, 7 Uhr: Noch viele Impftermine am Wochenende zu vergeben

Ein Mann lässt sich gegen das Coronavirus impfen. In Hamburg sind noch tausende Impftermine frei.
Ein Mann lässt sich gegen das Coronavirus impfen. In Hamburg sind noch tausende Impftermine frei.  © Marcus Brandt/dpa

Hamburg – An diesem Wochenende stehen im Rahmen der städtischen Impfkampagne noch viele freie Termine zur Auswahl. "Die Hälfte der Impftermine, die in den Angeboten der Stadt Hamburg für das kommende Wochenende angeboten werden, sind noch frei", sagte Martin Helfrich, Sprecher der Gesundheitsbehörde, der Deutschen Presse-Agentur.

"Auch für die weiteren Tage im Januar sind noch sehr viele Termine, auch kurzfristig, verfügbar." Insgesamt stünden bis Monatsende noch mehr als 12.000 Termine zur Verfügung.

"Wer eine Auffrischungsimpfung erhalten möchte, kann dafür heute einen Termin buchen und morgen schon geimpft sein – oder aber täglich spontan bei einer der geöffneten Impfstellen vorbeikommen", sagte er. Geimpft werde mit mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna. Derzeit seien beide Impfstoffe verfügbar.

Die große Zahl freier Termine zeige aber auch, dass die Impfnachfrage nachlasse. "Wir merken deutlich: Der große Ansturm ist vorbei", sagte Helfrich. "Wer bisher zurückhaltend war oder gezögert hat, um nicht in der Warteschlange stehen zu müssen, hat jetzt eine gute Chance."

Update, 20. Januar, 19.30 Uhr: Rund 1700 Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen in Kiel

Einsatzkräfte der Polizei begleiteten den Protestmarsch.
Einsatzkräfte der Polizei begleiteten den Protestmarsch.  © Axel Heimken/dpa

Kiel - Rund 1700 Menschen haben am Donnerstag in Kiel gegen staatliche Maßnahmen zum Schutz vor dem Coronavirus demonstriert. Die Polizei sprach am Abend von einem ruhigen Verlauf.

Der angemeldete Zug startete bei windig-kaltem Wetter am Exerzierplatz und sollte dort auch wieder enden. Zahlreiche Teilnehmer hatten sich Lichterketten umgehängt oder Kinderwagen und Regenschirme mit Lichterketten beleuchtet.

Einzelne Demonstranten führten "Peace-Zeichen" mit sich. Transparente waren nicht zu sehen.

Update, 20. Januar, 19.28 Uhr: 5415 Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein - Inzidenz bei 896,1

Kiel - Die Sieben-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein hat fast 900 erreicht: Die Zahl der binnen einer Woche gemeldeten Neuinfektionen je 100.000 Einwohner stieg am Donnerstag auf 896,1 - nach 844,9 am Vortag. Das geht aus den Daten der Landesmeldestelle in Kiel hervor. Eine Woche zuvor hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 664,3 gelegen.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Schleswig-Holstein befindet sich den dritten Tag in Folge auf ähnlichem Niveau: Am Donnerstag wurden 5415 Fälle gemeldet - nach 5459 am Mittwoch und 5663 am Dienstag.

Nach Angaben des Robert Koch-Institutes vom frühen Mittwochmorgen hatte Schleswig-Holstein weiter die vierthöchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Bremen, Berlin und Hamburg.

Die für Corona-Maßnahmen wichtige Hospitalisierungsinzidenz, die angibt, wie viele Corona-Kranke je 100.000 Menschen innerhalb einer Woche in Kliniken kamen, stieg erneut - auf 5,87 (Mittwoch: 5,05). In den Krankenhäusern lagen 315 an Covid-19 erkrankte Patienten (+3).

Die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen liegt weiter bei 58, 38 von ihnen wurden beatmet (+1). Es gab binnen eines Tages vier weitere Corona-Todesfälle. Die Zahl der insgesamt in der Pandemie gestorbenen Corona-Patienten liegt damit nun bei 1932.

In zwei Städten und drei Kreisen liegt die Sieben-Tage-Inzidenz nun über der Schwelle 1000: im Kreis Stormarn bei 1161,3, im Kreis Pinneberg bei 1125,6, im Kreis Segeberg bei 1108,6 sowie in Kiel bei 1086,4 und Lübeck bei 1047,5. Die niedrigste Inzidenz in Schleswig-Holstein hat nun der Kreis Dithmarschen mit 497,6.

Update, 20. Januar, 18.31 Uhr: Messe Hansepferd wegen Corona abgesagt

Hamburg - Die Hamburg Messe und Congress GmbH hat die diesjährige Messe Hansepferd wegen coronabedingter Unsicherheiten abgesagt.

"Wir haben vor dem Hintergrund der aktuellen Lage Verständnis für die Entscheidung der Ausstellenden, die sich nicht beteiligen oder eine Zusage erst zu einem späteren Zeitpunkt geben möchten", teilte der Vorsitzende der Geschäftsführung, Bernd Aufderheide, am Donnerstag mit. Eine Terminverschiebung sei geprüft worden.

Da das Hamburger Messegelände jedoch bis zum Frühjahr 2023 mit anderen Veranstaltungen belegt sei, gebe es in diesem Jahr keinen passenden Ausweichtermin. Die nächste Hansepferd Hamburg soll vom 19. bis 21. April 2024 stattfinden.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

Mehr zum Thema Coronavirus: