Coronavirus: "Lockdown Light": Was plant Merkel jetzt?

Deutschland/Welt - Das Coronavirus wird Deutschland wohl noch lange Zeit beschäftigen. Abstand halten und Maske tragen dürfte deshalb noch für eine ganze Weile an der Tagesordnung stehen. Örtlich kommt es derzeit auch wieder zu schärferen Maßnahmen zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung.

Eine Frau, die einen Mund-Nasen-Schutz trägt, geht auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil an einem Aufkleber an einer Schaufensterscheibe mit der Aufschrift "Bitte beachten Sie die Maskenpflicht" vorbei.
Eine Frau, die einen Mund-Nasen-Schutz trägt, geht auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil an einem Aufkleber an einer Schaufensterscheibe mit der Aufschrift "Bitte beachten Sie die Maskenpflicht" vorbei.  © Arne Dedert/dpa

In Deutschland wurden mittlerweile 443.189 Infektionen bestätigt. 10.062 Corona-Patienten starben hierzulande an der Infektion oder den Folgen, während knapp 319.454 als genesen gelten (Stand 26. Oktober, 12 Uhr).

Die USA haben weltweit die meisten Fälle registriert: Über 8,6 Millionen Infizierte und 225.239 Tote wurden bereits erfasst (Stand 26. Oktober, 12 Uhr).

Weltweit gibt es insgesamt mehr als 43,12 Millionen bestätigte Fälle und inzwischen 1,15 Millionen Todesfälle (Stand 26. Oktober, 12 Uhr).

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 gibt es hier im Ticker.

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Update, 26. Oktober, 19.45 Uhr: Unterhachings Volleyballer kritisieren Ungleichbehandlung

Verantwortliche des Volleyball-Bundesligisten TSV Unterhaching haben die Ungleichbehandlung von Sportarten beim Umgang mit der Corona-Pandemie kritisiert. 

Dabei geht es um zwei positive Tests von TSV-Betreuern, die zur zweiwöchigen Quarantäne des gesamten Teams geführt haben. "Unser Arzt hat zwei Mal mit dem Gesundheitsamt telefoniert", sagte Geschäftsstellenleiter Mihai Paduretu dem Portal sport1.de. 

"Die Entscheidung, dass die ganze Mannschaft trotz zweier negativer Tests isoliert wurde, konnte nicht geändert werden. Das versteht keiner."

Trainer Patrick Steuerwald sagte dazu: "Da fühlt man sich schon sehr benachteiligt und hat das Gefühl in einer Zweiklassen-Gesellschaft zu sein. Für uns ist es spannend zu sehen, dass es auch andere Möglichkeiten gegeben hätte, die uns nicht einmal vorgeschlagen wurden. Und das ist ungerecht, denn wir können nicht wie die Bayern täglich Corona-Tests machen. Das macht mich wütend."

Update, 26. Oktober, 19.14 Uhr: Gericht: Osnabrücker Gastronom darf in Sperrstunde öffnen

Das Verwaltungsgericht in Osnabrück hat dem Eilantrag eines Osnabrücker Gaststättenbetreibers gegen die in der niedersächsischen Corona-Verordnung geregelte Sperrstunde stattgegeben. 

Er darf nach der Entscheidung vom Montag seine Gaststätte deshalb vorläufig auch in der Zeit von 23.00 bis 6.00 Uhr öffnen, wie das Gericht mitteilte. 

Für andere Gastwirte gelte dies jedoch nicht, da es sich nicht um eine Entscheidung in einem vor dem Oberverwaltungsgericht (OVG) zu führenden Normenkontrollverfahren handele.

Viele Wirte können bei den aktuellen Sperrstunden gleich ganz dicht machen (Symbolbild).
Viele Wirte können bei den aktuellen Sperrstunden gleich ganz dicht machen (Symbolbild).  © Guido Kirchner/dpa

Update, 26. Oktober, 19.07 Uhr: Lübecker Weihnachtsmarkt abgesagt - Nordische Filmtage nur online

Wegen steigender Coronazahlen hat die Hansestadt Lübeck den kompletten Weihnachtsmarkt abgesagt. Zudem finden die Nordischen Filmtage in diesem Jahr nur digital statt, wie die Stadt am Montag mitteilte. Von Dienstag an gelte zudem in der gesamten Lübecker Altstadt eine Maskenpflicht.

Update, 26. Oktober, 19.03 Uhr: Soziale Frage gewinnt laut Kanzlerin in Corona-Krise an Schärfe

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat die Corona-Krise als Bewährungsprobe für den Zusammenhalt in der Gesellschaft bezeichnet. 

Die CDU-Politikerin sagte am Montagabend: "Die Pandemie mit ihren vielfältigen Folgen trifft uns alle, einige aber besonders hart - vor allem jene, die ohnehin nicht gerade auf der Sonnenseite des Lebens stehen, die im Alltag Aufmerksamkeit und Unterstützung brauchen, die sie nun aber coronabedingt noch schwerer als sonst bekommen können. Und so gewinnt die soziale Frage an Schärfe." 

Merkel äußerte sich in einer Videobotschaft bei der Verleihung des Sozialpreises 2020 der Bundesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege.

Die Pandemie erweise sich als Bewährungsprobe für die Gesellschaft und ihren Zusammenhalt, sagte Merkel. Sie würdigte die Arbeit der Wohlfahrtsverbände, die viele Seniorenwohnheime und Krankenhäuser betrieben, aber auch Kindergärten, Pflegedienste sowie Einrichtungen der Behindertenhilfe. 

Sie alle stünden coronabedingt vor besonderen Herausforderungen. Sie hätten mit einer sich ständig ändernden Lage zu kämpfen, die in der bevorstehenden kalten Jahreszeit tendenziell ernster werde.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU.  © Stefanie Loos/AFP Pool /dpa

Für die gemeinnützigen Träger sei es besonders wichtig, dass die Finanzierung gesichert sei, um den Betrieb der Einrichtungen auch unter Pandemie-Bedingungen aufrechterhalten zu können. Die Bundesregierung habe daher wirtschaftliche Folgen abgefedert, so die Kanzlerin. Die sozialen Dienstleister seien gerade in dieser schwierigen Zeit «unentbehrlich».

Die Wohlfahrtsverbände seien eine tragende Säule des gesellschaftlichen Zusammenhalts, sagte Merkel. Sie gäben Menschen Halt und prägten die Identität örtlicher Gemeinschaften. Merkel sprach von starken Gemeinschaften, die Extremismus, Hass und Ausgrenzung die Stirn böten.

"Ich danke allen von Herzen, die sich für andere Menschen engagieren, die Menschlichkeit und Gemeinschaft leben und stärken."

Update, 26. Oktober, 18.29 Uhr: Weitere Details zu Merkels "Lockdown Light"

Das Kanzleramt will nach Bild-Informationen bei der Bund-Länder-Runde am Mittwoch wegen der rasant zunehmenden Corona-Neuinfektionen für mögliche weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens werben. 

Im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr sollten Schulen und Kitas dann jedoch weiter geöffnet bleiben, außer in Regionen mit katastrophal hohen Infektionszahlen, berichtete die Zeitung am Montagabend. 

Auch der Einzelhandel solle mit neuen Einschränkungen offen bleiben. Laut Bild will das Kanzleramt vor allem bei Gastronomie und Veranstaltungen hart vorgehen.

Wegen der angespannten Corona-Lage beraten Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder bereits am Mittwoch in einer Video-Konferenz über das weitere Vorgehen. 

Es gehe darum, was Bund und Länder gemeinsam tun könnten, um möglichst schnell den Trend zu brechen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. Allen sei bewusst, "dass dabei jeder Tag zählt".

Kanzlerin Merkel (66, CDU) mit Maske.
Kanzlerin Merkel (66, CDU) mit Maske.  © Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

Update, 26. Oktober, 18.11 Uhr: Münster sagt alle Weihnachtsmärkte ab

Nach monatelangen Debatten um Hygienekonzepte sagt die Stadt Münster nun doch alle Weihnachtsmärkte ab. Das beschloss die Stadtverwaltung am Montag in einer gemeinsamen Sitzung mit den Veranstaltern. 

Update, 26. Oktober, 18.10 Uhr: Erstmals mehr als 1000 Corona-Neuinfektionen in Dänemark

Dänemark hat erstmals seit Beginn der Pandemie mehr als 1000 Neuinfektionen im Vergleich zum Vortag verzeichnet. Wie am Montag aus Zahlen des staatlichen Gesundheitsinstituts SSI hervorging, wurden seit Sonntag 1056 neue Corona-Fälle registriert. 

SSI-Direktor Kåre Mølbak wies aber darauf hin, dass diese Zahl wegen technischer Probleme diesmal 28 statt 24 Stunden umfasse und das Niveau somit in etwa bei dem vom Sonntag liege.

Am Sonntag hatten die Dänen mit 945 Neuinfektionen einen Höchststand vermeldet. Dänemark testet allerdings viel mehr als im Frühjahr, weshalb sich die Zahlen nur bedingt mit denjenigen aus dem März oder April vergleichen lassen.

Die Entwicklung wird im nördlichen deutschen Nachbarland mit Sorge beobachtet. Mittlerweile liegen 145 Menschen wegen einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus, das ist der höchste Stand seit Mitte Mai. 

Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen (42) hat viel zu tun.
Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen (42) hat viel zu tun.  © Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Auch sechs Todesfälle kamen am Montag hinzu. Damit sind in Dänemark bislang mehr als 41.400 Fälle bestätigt worden, 708 Menschen mit Corona-Infektion sind bislang gestorben. Auf die Bevölkerung von rund 5,8 Millionen Menschen gerechnet liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf einem ähnlichen Niveau wie in Deutschland.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus traten am Montag in Dänemark weitere Beschränkungen in Kraft. Von nun an dürfen sich nicht mehr als zehn Personen an einem Ort versammeln.

Die meisten Menschen aus Deutschland dürfen seit Samstag nur noch mit einem triftigen Grund ins Land einreisen. Ab Donnerstag wird die Maskenpflicht zudem vom öffentlichen Nahverkehr auf alle öffentlichen Räume wie etwa Supermärkte ausgeweitet.

Update, 26. Oktober, 18.05 Uhr: Dreyer: Kontaktbeschränkungen Thema bei Schalte mit Kanzlerin

Bei den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Länderchefs am Mittwoch soll es nach Auffassung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (59, SPD) auch darum gehen, ob die Kontakte deutschlandweit weiter eingeschränkt werden müssen. 

"Wir sind in einer sehr ernsten Situation", sagte Dreyer am Montag während einer Video-Schalte des Corona-Bündnisses Rheinland-Pfalz mit Blick auf die exponentiell steigenden Corona-Infektionen.

Die Sozialdemokratin sprach von einem "entscheidenden Wendepunkt" im Verlauf der Pandemie. Es müsse jedoch darüber nachgedacht werden, welche Kontakte weiter reduziert werden könnten, "ohne dass Kitas und Schulen schließen müssen und die Wirtschaft zu Boden geht".

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (59, SPD).
Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (59, SPD).  © Arne Dedert/dpa

Update, 26. Oktober, 17.31 Uhr: Keine Zuschauer gegen Real Madrid im Borussia-Park erlaubt

Das Champions-League-Spiel zwischen Borussia Mönchengladbach und Real Madrid am Dienstag (21.00 Uhr/Sky) findet ohne Zuschauer statt. Dies teilte der Club am Montag nach einer entsprechenden Anweisung der Bezirksregierung Düsseldorf mit. Ursprünglich waren ohnehin nur 300 der zunächst möglichen 10.804 Fans zugelassen.

Update, 26. Oktober, 17.30 Uhr: "Lockdown Light": Was plant Merkel jetzt?

Angesichts rasant zunehmender Corona-Infektionen will Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) mit den Ländern dringend über eine stärkere Eindämmung beraten. Laut Bild plant die Kanzlerin einen "Lockdown Light" für Deutschland!

Bereits an diesem Mittwoch soll es eine Videokonferenz mit den Ministerpräsidenten geben - noch vor deren turnusmäßiger Konferenz am Freitag. 

Es gehe darum, was Bund und Länder gemeinsam tun könnten, um möglichst schnell den Trend zu brechen, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag. 

Allen sei bewusst, "dass dabei jeder Tag zählt". Auch unter den Ländern rückt ein bundesweit enger abgestimmtes Vorgehen in den Blick. Die CDU verschiebt ihren für Dezember geplanten Parteitag ins neue Jahr.

Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).
Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU).  © Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

Update, 26. Oktober, 17.15 Uhr: Aktuelle Grafik zur Lage in Deutschland

Die aktuellen Corona-Zahlen aus Deutschland in der Übersicht.
Die aktuellen Corona-Zahlen aus Deutschland in der Übersicht.  © TAG24

Update, 26. Oktober, 17.03 Uhr: Quarantäne für Bonner Basketball-Team nach nur zwei Tagen wieder aufgehoben

Die Quarantäne für die gesamte Mannschaft des Basketball-Bundesligisten Telekom Baskets Bonn ist nach zwei Tagen wieder aufgehoben worden. 

Das teilte der Verein am Montag mit. Erst am Samstag hatte das Gesundheitsamt Bonn eine vorläufige Quarantäne für das gesamte Team angeordnet, nachdem ein Spieler schwach-positiv auf das Coronavirus getestet worden war. Doch zwei weitere Tests fielen negativ aus und das erste Ergebnis wird nach Angaben des Clubs als falsch-positiv gewertet. 

Noch am Montagabend sollte die Mannschaft ins Training zurückkehren.

Titelfoto: Markus Schreiber/AP-Pool/dpa

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