Coronavirus im Norden: Corona-Ausbruch auf Frachtschiff von Lübecker Reederei

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - im Norden steigen die Infektionszahlen seit ein paar Tagen wieder deutlich an.

Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn-Wache kontrollieren die Maskenpflicht im HVV.
Mitarbeiter der Hamburger Hochbahn-Wache kontrollieren die Maskenpflicht im HVV.  © Bodo Marks/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 7836 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 4724 Fälle bekannt, in Bremen 2223, in Mecklenburg-Vorpommern 1181 und in Niedersachsen 19.838. (Stand 29. September, 16 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 29. September, 18.56 Uhr: Bremens Regierungschef zufrieden mit neuen Beschlüssen

Bremen - Bremens Regierungschef Andreas Bovenschulte (SPD) hat sich zufrieden mit den Gesprächen zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten der Länder zur Corona-Pandemie gezeigt. 

Der Föderalismus habe sich erneut als handlungsfähig erwiesen. Es sei intensiv und auch kontrovers diskutiert worden, sagte Bovenschulte am Dienstag in Bremen. "Es ist ein gutes Ergebnis, das von mir voll mitgetragen wird."

Merkel hatte sich mit den Länder-Regierungschefs in einer Videokonferenz vor dem Hintergrund anhaltend hoher Corona- Infektionszahlen über die Strategie für Herbst und Winter abgestimmt. 

Die Runde verständigte sich unter anderem darauf, Feiern in öffentlichen oder angemieteten Räumen auf maximal 50 Teilnehmer zu beschränken. 

Dies gelte, wenn in einem Landkreis innerhalb von sieben Tagen mehr als 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner auftreten.

Update, 29. September, 18.54 Uhr: Zahl der Infektionen in Pflegeheim in Neu Wulmstorf steigt

Neu Wulmstorf - Nach einem Corona-Ausbruch in einem Pflegeheim in Neu Wulmstorf (Kreis Harburg) ist die Zahl der nachweislich Infizierten um sechs auf 46 gestiegen. 

Die Einrichtung stehe unverändert unter Quarantäne, teilte ein Sprecher des Landkreises am Dienstag mit. Nach Tests sämtlicher Mitarbeiter und Bewohner sei das Virus bei zehn Mitarbeitern sowie 36 Bewohnern nachgewiesen worden. 

In der Einrichtung leben nach Angaben eines Landkreissprechers etwa 120 Menschen. 

Update, 29. September, 16.11 Uhr: Zwölf neue Corona-Infektionen in MV

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern sind am Dienstag zwölf neue Corona-Infektionen nachgewiesen worden. 

Damit stieg die Gesamtzahl der Fälle seit März auf 1181, wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock am Montag mitteilte.

Acht der neuen Fälle traten im Landkreis Nordwestmecklenburg auf. Dort wurden in den letzten sieben Tagen 13,4 Infektionen je 100.000 Einwohner gezählt. Das ist aktuell der Spitzenwert unter den Regionen im Nordosten. 

Die Corona-Warnampel steht für den Landkreis auf Gelb. Dies gilt ab zehn Fällen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. 

Update, 29. September, 13.57 Uhr: Weiter keine Klassenreisen an Hamburger Schulen

Hamburg - Mit einem strengen Lüftungskonzept will die Hamburger Schulbehörde steigenden Corona-Infektionszahlen entgegenwirken. 

Nach den Herbstferien müsse an allen Schulen alle 20 Minuten für mindestens fünf Minuten gelüftet werden, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) nach der Senatssitzung am Dienstag.

"Das bedeutet, dass die Unterrichtsstunde ein Mal unterbrochen werden muss", um "alles aufzureißen". Der Temperaturunterschied sorge für einen Luftaustausch. Filteranlagen oder CO2-Ampeln seien dann unnötig. 

Klassenreisen könne es aus Infektionsschutzgründen aber zumindest bis Jahresende nicht wieder geben. "Eintägige Schulausflüge sind durchaus denkbar, Klassenreisen nicht", sagte Rabe.

Insgesamt sei die Schule aber "im Großen und Ganzen" ein sicherer Ort. 

"Seit dem 4. August wurden aus 149 Schulen 355 mit Covid-19 infizierte Schülerinnen, Schüler und Schulbeschäftigte gemeldet. In den meisten Fällen verlief die Krankheit altersbedingt sehr milde, oft symptomfrei", sagte er. Größere gesundheitliche Probleme seien nicht bekannt.

In drei Fällen habe es offenbar Infektionen innerhalb einer Schule gegeben. Betroffen waren demnach die beiden Stadtteilschulen in Winterhude sowie die Julius-Leber-Schule in Schnelsen. 

In den anderen 146 Schulen sei das Virus von außen in die Schule eingetragen worden.

Update, 29. September, 13.29 Uhr: 87 neue Corona-Infektionen in Hamburg

Hamburg - Die Zahl der registrierten Corona-Neuinfektionen nimmt weiter zu und ist in Hamburg am Dienstag um 87 gestiegen. Damit haben sich seit Beginn der Pandemie 7836 Menschen mit dem Virus infiziert, wie die Gesundheitsbehörde im Internet mitteilte. 

Am Montag waren 60, am Sonntag 88 Fälle hinzugekommen. Etwa 6500 Infizierte können nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) inzwischen als genesen angesehen werden.

Mit den neuen Zahlen überschreitet die Hansestadt nun auch die 30er-Marke bei Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Diese liegt nun bei 30,3. Am Montag waren es 28,9. 

Dennoch liegt Hamburg weiter unter dem wichtigen Grenzwert von 50. Wenn er überschritten wird, kann das neue Beschränkungen nach sich ziehen.

In Hamburger Krankenhäusern wurden am Montag 33 Covid-19-Patienten behandelt. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen lag bei 13. Das ist jeweils ein Fall mehr als am Freitag.

Auch die Zahl der Toten blieb unverändert: Nach Angaben des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf starben in Hamburg bisher 239 Menschen an Covid-19; das RKI nannte für Hamburg 269 Tote.

Update, 29. September, 12.07 Uhr: Corona-Ausbruch auf Frachtschiff der Lübecker Reederei Oldendorff

Ein Frachtschiff der Reederei Oldendorff. (Symbolfoto)
Ein Frachtschiff der Reederei Oldendorff. (Symbolfoto)  © Dietmar Hasenpusch dpa

Lübeck - Auf einem Frachtschiff der Lübecker Reederei Oldendorff sind 17 der 21 Crewmitglieder mit dem Coronavirus infiziert. 

Das teilte die Firma auf ihrer Internetseite mit. Die Seeleute befinden sich den Angaben zufolge in der australischen Hafenstadt Port Hedland in Quarantäne. Sie zeigten keine oder nur milde Symptome. 

Nach Angaben der Reederei war die Besatzung am 5. September auf den Philippinen an Bord gekommen und zuvor negativ auf das Virus getestet worden. 

Das Schiff wurde nach Angaben der Reederei auf Anordnung der australischen Behörden gründlich gereinigt. 

Wann es seine Reise fortsetzen kann, war zunächst unklar. Zuvor hatten die "Lübecker Nachrichten" berichtet.

Update, 29. September, 8.38 Uhr: 38 neue Corona-Fälle in Schleswig-Holstein registriert

Kiel - In Schleswig-Holstein sind 38 neue Corona-Infektionen festgestellt worden. Die Zahl der nachgewiesenen Fälle seit Beginn der Pandemie im Norden erhöhte sich damit bis Montagabend auf 4724, wie aus den von der Landesregierung im Internet veröffentlichten Zahlen hervorgeht. 

Am Sonntag und Samstag waren jeweils 15 Neuinfektionen gezählt worden. Die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Virus Sars-CoV-2 in Schleswig-Holstein gestorben sind, blieb bei 161.

In Krankenhäusern wurden am Montag elf Corona-Patienten behandelt, zwei weniger als am Vortag. 

Von allen seit Beginn der Pandemie in Schleswig-Holstein nachweislich mit Sars-CoV-2 Infizierten gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts rund 4200 als genesen.

Update, 29. September, 7.06 Uhr: Ministerin Reimann: Grippe-Impfung "noch nie so wichtig"

Hannover - Niedersachsen ruft inmitten der Corona-Pandemie zur Impfung gegen die Grippe auf. Vor dem Hintergrund der Epidemie sollten sich so viele Menschen wie möglich gegen die Grippe impfen lassen, vor allem die Risikogruppen, mahnte die niedersächsische Sozialministerin Carola Reimann.

"Die Grippeimpfung war noch nie so wichtig wie in diesem Jahr", betonte die SPD-Politikerin. Grippe und Covid-19 haben den Angaben zufolge viele ähnliche Symptome. Daher sei Grippeschutz während der Pandemie doppelt wichtig. Zur Grippe-Impfung riefen neben dem Ministerium auch Gewerkschaften, Unternehmerverbände und Krankenkassen auf.

Ziel sei es, Patienten die Unsicherheit wegen möglicher Symptome zu nehmen und Arztpraxen zu entlasten - denn im Herbst träten Covid-19-Pandemie und Influenza parallel auf. Reimann betonte, auch für die Beschäftigten im Gesundheitssektor und in der Pflege sei eine Impfung "dringend angeraten". 

Ein möglichst umfassender Grippeschutz solle helfen, die Kapazitäten des Gesundheitssystems angesichts steigender Corona-Infektionszahlen vor Überlastung zu bewahren.

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen stehen landesweit insgesamt 1,414 Millionen Impfdosen zuzüglich einer Reserve von 10 Prozent bereit - im Vergleich zum Vorjahr sei dies eine Steigerung um etwa 20 Prozent. Es handelt sich um einen Vierfachimpfstoff. 

Risikogruppen sollten möglichst vollständig geimpft werden - etwa Menschen über 60 oder mit Vorerkrankungen sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- oder Pflegeheimen. Außerdem sollte etwa medizinisches Personal geimpft werden. Das Ministerium geht davon aus, dass die Menge an Impfstoffdosen ausreicht.

Geimpft werden könne bis Dezember, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Nach der Impfung dauere es bis zu 14 Tage, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut sei. Die Grippesaison beginne erfahrungsgemäß erst im Januar richtig.

Nach Angaben von Jörg Niemann, Leiter des Verbandes der Ersatzkassen in Niedersachsen, lassen sich nur etwa 35 Prozent der über 60-Jährigen impfen. 

Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Niedersachsen und Bremen, sagte, in der Grippesaison 2019/2020 hätten sich rund 10.700 Menschen in Niedersachsen und etwa 400 in Bremen mit dem Virus infiziert.

Die Ärztekammer Niedersachsen kritisierte die Strategie, das Impfen auch Apothekern zu übertragen. "Die Apotheken können das Impfen im Gegensatz zu uns Ärztinnen und Ärzten nicht entsprechend begleiten", sagte Steffen Grüner, Vorsitzender der Bezirksstelle Osnabrück der Ärztekammer. 

Werde die Impfung gleichzeitig von Ärzten und Apotheken angeboten, könne es zu Engpässen kommen. Außerdem seien Impfreaktionen wie allergische Reaktionen zwar selten, aber möglich.

Update, 28. September, 21.50 Uhr: Corona nach Hochzeit in Polen - Gesundheitsamt sucht Kontaktpersonen

Ein Paar bei der Hochzeit. (Symbolbild)
Ein Paar bei der Hochzeit. (Symbolbild)  © 123RF/Jan Faukner

Husum - Nach einer Corona-Infektion von drei Personen aus dem Kreis Nordfriesland im Nachgang einer Hochzeit sucht das Gesundheitsamt nach Kontaktpersonen im Norden. 

Insgesamt hätten sieben Personen aus dem Kreis an der Hochzeitsfeier Mitte September in Polen teilgenommen, sagte Kreissprecher Hans-Martin Slopianka am Montag. Weil sich Symptome aber erst später zeigten, seien die Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus erst später festgestellt worden. 

Laut dem Kreis hatten die Hochzeitsgäste in den vergangenen Tagen im Norden diverse Kontakte, die das Gesundheitsamt nun aufwendig zu rekonstruieren versucht. Die Suche dauere weiter an, sagte Slopianka. 

Betroffen sei beispielsweise auch eine Kita in Klanxbüll, die derzeit im Notbetrieb ist. Demnach hatte einer der Hochzeitsgäste Kontakt zu mehreren Erziehern der Einrichtung. Alle fünf wurden zwar negativ auf Covid-19 getestet, bei dreien sei der Kontakt aber eng gewesen. Sie müssten vorerst in Quarantäne bleiben, sagte der Kreissprecher.

Update, 28. September, 14.30 Uhr: Wirtschaftsauskunfteien: Corona-Pleitewelle im kommenden Jahr

Hamburg - Die Wirtschaftsauskunftei Crifbürgel erwartet wegen der Corona-Krise für das zweite Halbjahr in Hamburg rund 430 Firmenpleiten - gut ein Drittel mehr als im ersten Halbjahr. Im kommenden Jahr werde die Zahl auf etwa 1000 Fälle zulegen. "Die Insolvenzwelle wird noch weit ins Jahr 2021 hineinreichen", sagte Crifbürgel-Geschäftsführer Frank Schlein dem Hamburger Abendblatt (Montag). 

Derzeit hätten mehr als 300.000 Unternehmen in Deutschland Probleme. "Die Hilfszahlungen verschleiern aber die wahre finanzielle Struktur einiger Unternehmen." Die größten Risiken gebe es in der Gastronomie, im Tourismus, im Entertainmentbereich und bei den Messebauern.

"Eine Insolvenzwelle wird kommen, weil das wirtschaftliche Umfeld viel rauer geworden ist", sagte zudem Nikolaus von der Decken, Geschäftsführer der Wirtschaftsauskunftei Creditreform, dem Blatt. Allerdings rechne er mit einer "echten Welle" erst im nächsten Jahr. 

Im Vergleich zu 2019 werde es einen Anstieg "im unteren zweistelligen Prozentbereich" geben. Ähnlich äußerte sich der Chef des Kreditversicherers Euler Hermes Deutschland mit Sitz in Hamburg, Ron van het Hof: "Im vierten Quartal schlägt für viele die Stunde der Wahrheit." Doch den größten Anstieg werde man in Deutschland "erst zeitversetzt von 2021 an sehen".

Titelfoto: Dietmar Hasenpusch/dpa

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