Coronavirus im Norden: Hohe Mietausfälle bei Gewerbebetrieben

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - doch auch im Norden steigen die Infektionszahlen nur noch langsam an. 

Zwei Polizisten gehen an der Außenalster in der Sonne Streife.
Zwei Polizisten gehen an der Außenalster in der Sonne Streife.  © Daniel Bockwoldt/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 5211 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 3163 Fälle bekannt, in Bremen 1348, in Mecklenburg-Vorpommern 803 und in Niedersachsen 11.893. (Stand 2. Juli, 16.21 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 2. Juli, 17.29 Uhr: Auch Kinder von Schlachthof-Arbeitern positiv auf Corona getestet

Wildeshausen - Im Fall des geschlossenen Putenschlachthofes in Wildeshausen bei Oldenburg ist auch bei Kindern von Mitarbeitern das Coronavirus nachgewiesen worden. Wie der Landkreis Oldenburg am Donnerstagabend mitteilte, wurden 43 Kinder von positiv getesteten Schlachthofarbeitern untersucht. 

Bei fünf von ihnen habe es positive Ergebnisse auf eine Infektion mit Sars-CoV-2 gegeben. Eine Probe habe im Labor nicht ausgewertet werden können. Dieses Kind solle am Freitag erneut abgestrichen werden.

Ebenso solle nun schnell eine Lerngruppe von zehn Schülerinnen und Schülern getestet werden, weil ein positiv getestetes Kind möglicherweise Kontakte zu dieser Gruppe hatte. Die übrigen vier positiv getesteten Kinder hatten nach Angaben des Landkreises keine bekannten Kontakte zu anderen Kindern außerhalb ihres Hausstandes. Sie bleiben weiter in Quarantäne, ebenso die Kinder der Lerngruppe. Eltern und Schulen sollten noch am Donnerstagabend informiert werden.

Am vergangenen Freitag wurde der zur Wiesenhof-Gruppe gehörende Schlacht- und Zerlegebetrieb Geestland Putenspezialitäten komplett heruntergefahren, nachdem für die rund 1100 Mitarbeiter und deren direkte Kontaktpersonen vom Landkreis Oldenburg Quarantäne angeordnet wurde. 

Bei 1183 Testergebnissen waren 46 positive Fälle einer Coronavirus-Infektion festgestellt worden.

Update, 2. Juli, 17.29 Uhr: Viele coronabedingte Zahlungsausfälle bei Gewerbemieten

Zwar haben viele Geschäfte wieder geöffnet, doch bei Gewerbemieten gibt es viele Ausfälle.
Zwar haben viele Geschäfte wieder geöffnet, doch bei Gewerbemieten gibt es viele Ausfälle.  © Christian Charisius/dpa

Hamburg - Wegen der Corona-Krise können in Hamburg immer häufiger Gewerbemieten nicht mehr gezahlt werden. 

Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der wohnungswirtschaftlichen Verbände im Hamburger Bündnis für das Wohnen weisen von 10.000 erfassten Gewerbemietverträgen 1751 Zahlungsausfälle auf. 

Mehr als 2600 Monatsmieten stehen demnach aus. Das ergebe einen zwischenzeitlich aufgelaufenen durchschnittlichen Zahlungsrückstand von 2961 Euro je betroffenem Gewerbemietverhältnis. Besonders stark betroffen seien die Gastronomie und der Einzelhandel.

An der Online-Umfrage des BFW Landesverbands Nord, des Grundeigentümer-Verbands Hamburg, des IVD Nord sowie des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) beteiligten sich den Angaben zufolge Ende Juli 891 Hamburger Unternehmen sowie private Vermieter.

"Auf dem Gewerbeimmobilienmarkt ist die Lage dramatisch", erklärten die wohnungswirtschaftlichen Verbände. Im Gegensatz zu Wohnungsmietern könnten Gewerbetreibende in finanzieller Not kein Wohngeld beantragen. Sie forderten deshalb gezieltere staatliche Unterstützung für Gewerbetreibende.

Bei den Wohnungsmieten ergab die Umfrage der Verbände ein völlig anderes Bild. Bei weniger als einem Prozent der mehr als 300.000 erfassten Wohnungsmietverhältnisse habe es coronabedingte Zahlungsschwierigkeiten gegeben, hieß es.

Update, 2. Juli, 16.21 Uhr: Keine weitere Corona-Neuinfektion in MV nachgewiesen

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern ist am Donnerstag keine neue Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Die Zahl der landesweit registrierten Infektionsfälle blieb bei 803 (Stand 15.08 Uhr), wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Donnerstag mitteilte. 

Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20.

769 der Infizierten gelten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - als genesen. Das sind zwei mehr als noch am Mittwoch. 118 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 21 davon auf Intensivstationen. 

Diese beiden Zahlen veränderten sich gegenüber dem Vortag nicht.

Update, 2. Juli, 14.41 Uhr: Mindestens sieben Corona-Infektionen bei Familienfeier in Kiel

Kiel - Bei einer Familienfeier in Kiel haben sich mindestens sieben Menschen mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Dies sei am vergangenen Wochenende geschehen, sagte ein Sprecher der Stadt am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. 

Zuvor hatten die "Kieler Nachrichten" (KN) berichtet. Den Angaben zufolge arbeiten drei Infizierte in Einrichtungen der Altenhilfe. Ein infiziertes Kind besuche eine Kita im Stadtteil Mettenhof, die laut KN am Mittwoch geschlossen wurde. 

Die Feier fand der Stadt Kiel zufolge im Freien statt. Sie sei im Rahmen der geltenden Corona-Regeln erlaubt gewesen.

Update, 2. Juli, 12 Uhr: Fünf neue Corona-Fälle in Hamburg

Hamburg – In Hamburg bleibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter auf niedrigem Niveau. Im Vergleich zu Mittwoch stieg die Zahl der Neuinfektionen um 5 und liegt nun bei 5211, teilte die Gesundheitsbehörde am Donnerstag auf ihrer Homepage mit. Rund 4900 der Infizierten gelten nach Schätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) als genesen.

Die Zahl der Todesfälle in Hamburg liegt laut RKI bei 260, das war einer mehr als am Vortag. Das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf hat laut Senat bislang in 231 Fällen bestätigt, dass die Menschen an der Corona-Infektion starben.

Mit 2,2 Neuinfizierten pro 100.000 Menschen in Hamburg in den vergangenen sieben Tagen liegt der Wert derzeit weit unter dem Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, ab dem der Senat über erneute Einschränkungen zur Eindämmung der Pandemie beraten müsste. Das wäre bei 900 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen nötig. In Hamburg sind in dieser Zeit 39 neue Fälle gezählt worden.

21 Corona-Infizierte aus der Stadt und dem Umland wurden am Mittwoch stationär in Hamburger Krankenhäusern behandelt, davon 9 auf der Intensivstation. Das waren jeweils einer mehr als am Vortag.

Update, 2. Juli, 11 Uhr: Niedersachsen will Veranstaltungen mit 500 Teilnehmern erlauben

Zuschauer sitzen unter Mindestabstand in einem Theater. (Symbolbild)
Zuschauer sitzen unter Mindestabstand in einem Theater. (Symbolbild)  © Luca Bruno/AP/dpa

Hannover – Die niedersächsische Landesregierung bereitet eine Anhebung der erlaubten Teilnehmerzahl bei Veranstaltungen vor.

Zum 6. Juli könnte die Obergrenze von 250 auf 500 Besucher angehoben werden. Das geht aus einem Entwurf für die neue Corona-Verordnung des Landes hervor, die am kommenden Montag in Kraft treten soll.

Voraussetzung ist weiterhin, dass die Zuschauer den Mindestabstand von eineinhalb Metern zu anderen Gästen einhalten, wenn sie nicht zu einer gemeinsamen Gruppe von maximal zehn Personen gehören. Außerdem müssen die Gäste Sitzplätze einnehmen. Die neue Verordnung ist noch nicht final abgestimmt, Änderungen sind also noch möglich.

Ursprünglich wollte die Regierung in dieser Woche eine komplett überarbeitete, kompakte Neufassung des Corona-Regelwerks vorlegen. 

Weil der Entwurf dafür aber immer noch 34 Seiten umfasste, wird die bestehende Verordnung zunächst nur in einigen Details verändert. Die verständlichere Kurzfassung soll nun zum 13. Juli in Kraft treten.

Update, 2. Juli, 9.30 Uhr: Fünf weitere Corona-Infektionen in Schleswig-Holstein gemeldet

Kiel – In Schleswig-Holstein sind zuletzt innerhalb eines Tages fünf weitere offiziell erfasste Infektionen mit dem neuen Coronavirus gemeldet worden. 

Wie die Landesregierung auf ihrer Webseite unter Berufung auf das Robert Koch-Institut mitteilte, wurde ein zuvor mitgezählter Fall gestrichen. Damit stieg die Zahl der positiv Getesteten mit Stand Mittwochabend auf 3163. 

Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Virus Gestorbenen liegt nach wie vor bei 152. Rund 3000 der seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Sars-CoV-2-Virus Infizierten gelten inzwischen als genesen. 

In Krankenhäusern wurden zuletzt fünf an Covid-19 Erkrankte behandelt.

Update, 2. Juli. 6.30 Uhr: Schmidts Tivoli öffnet wieder als blühende Oase

Hamburg – Nach mehr als drei Monaten Corona-Pause feiert das Schmidts Tivoli auf der Reeperbahn am Donnerstag (20 Uhr) als erste Hamburger Bühne seine Wiedereröffnung. 

Für die Show "Paradiso" wurde das Theater in eine tropische Oase verwandelt. Die Zuschauer sollen in kleinen Inseln zusammensitzen, statt der sonst üblichen 620 können dann 255 Besucher in dem Theater Platz finden. Um Wartezeiten zu verkürzen, beginnt das Programm schon draußen vor der Tür. Um alle Auflagen zur Corona-Prävention zu erfüllen, gibt es einen neuen Saalplan, drei verschiedene Eingänge und zwei Einlasszeiten. 

Die Show dauere nur 75 Minuten und werde ohne Pause gespielt. Zur Premiere werden auch Prominente wie Udo Lindenberg und der ehemalige "Tagesschau"-Sprecher Jo Brauner erwartet.

Update, 1. Juli, 17.18 Uhr: Hamburgs Fischmarkt kann wieder öffnen

Der Marktschreier "Nudel-Olli" preist auf dem Hamburger Fischmarkt seine Waren an. (Archivbild)
Der Marktschreier "Nudel-Olli" preist auf dem Hamburger Fischmarkt seine Waren an. (Archivbild)  © Axel Heimken/dpa

Hamburg - Seit Mitte März in der Corona-Zwangspause, kann der Hamburger Fischmarkt nun wieder öffnen. Mit den am Mittwoch in Kraft getretenen Lockerungen seien Messen und Flohmärkte in der Hansestadt wieder möglich, sagte eine Sprecherin der Wirtschaftsbehörde. 

Das gelte auch für den Fischmarkt. Voraussetzung sei allerdings ein Hygienekonzept der Veranstalter. Außerdem gelte das Abstandsgebot und die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasenbedeckung.

Zuerst hatte der NDR darüber berichtet. Demnach arbeitet der zuständige Bezirk Altona an einem Konzept für den Fischmarkt. Eine entsprechende Regelung werde aber noch etwas dauern, hieß es.

Der Kult-Markt war Mitte März wegen der Ausbreitung des Coronavirus zum ersten Mal in 300 Jahren Marktgeschichte abgesagt worden. 

Seitdem müssen Touristen und Hamburger sonntagmorgens auf den traditionellen Fischmarkt an der Elbe verzichten. Üblicherweise sind dort etwa 120 Marktstände aufgebaut.

Update, 1. Juli, 16.41 Uhr: Keine weitere Corona-Neuinfektion in MV nachgewiesen

Rostock - In Mecklenburg-Vorpommern ist am Mittwoch keine neue Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Die Zahl der landesweit registrierten Infektionsfälle blieb bei 803 (Stand 15.21 Uhr), wie das Landesamt für Gesundheit und Soziales am Dienstag mitteilte. 

Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20.

767 der Infizierten gelten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - als genesen. 118 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 21 davon auf Intensivstationen. 

Diese beiden Zahlen veränderten sich gegenüber dem Vortag ebenfalls nicht.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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