Coronavirus im Norden: Normaler Unterricht an Grundschulen erst nach den Ferien

Hamburg/Kiel/Schwerin/Hannover – Das Coronavirus hat das Land weiter fest im Griff - doch auch im Norden steigen die Infektionszahlen nur noch langsam an. 

Mit Mund-Nasen-Schutz sind Besucher auf dem Isemarkt in Hamburg unterwegs.
Mit Mund-Nasen-Schutz sind Besucher auf dem Isemarkt in Hamburg unterwegs.  © Christian Charisius/dpa

In Hamburg sind mittlerweile 5071 Menschen an dem neuartigen Covid-19-Virus erkrankt, in Schleswig-Holstein sind 3070 Fälle bekannt, in Bremen 1348, in Mecklenburg-Vorpommern 759 und in Niedersachsen 11.687. (Stand 28. Mai, 16.11 Uhr) 

Am 23. März wurde zunächst ein erweitertes Kontaktverbot in Deutschland angeordnet, die Menschen mussten mit massiven Einschränkungen ihres Lebens umgehen.  

Inzwischen einigten sich Bund und Länder auf schrittweise Lockerungen der Schutzmaßnahmen. 

Es gilt jedoch weiterhin eine bundesweite Maskenpflicht in Geschäften und im öffentlichen Nahverkehr. Verstöße gegen das Tragen der Mund-Nasen-Bedeckung werden mit einem Bußgeld geahndet.

Alle weiteren Informationen dazu findet Ihr in unserem  +++ Coronavirus-Liveticker +++.

Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus Sars-CoV-2 im Norden gibt es hier:

Update, 28. Mai, 21.46 Uhr: Verbandstag zum Abbruch der Regionalliga-Nord-Saison am 25. Juni

Bremen - Der Außerordentliche Verbandstag des Norddeutschen Fußball-Verbandes, auf dem der Abbruch der Saison in der Regionalliga Nord beschlossen werden soll, findet am 25. Juni um 18.30 Uhr in digitaler Form statt. Das teilte der Verband am Donnerstagabend mit. 

Der Verbandstag ist nötig, um den Beschluss des NFV-Präsidiums vom 22. Mai, die laufende Spielzeit 2019/2020 wegen der Corona-Krise nicht fortzusetzen, von den Mitgliedern des Verbandes offiziell bestätigen zu lassen.

"Wichtig ist, dass nach diesem letzten Schritt ein Schlussstrich unter die Saison 2019/2020 gezogen werden kann und alle Vereine absolute Gewissheit haben, in welcher Liga sie in Zukunft starten werden", sagte NFV-Präsident Günter Distelrath. 

Durch den Abbruch der Saison steigt Tabellenführer VfB Lübeck in die Dritte Liga auf.

Update, 28. Mai, 19.50 Uhr: Fast drei Viertel der Kinder wieder in der Kita

Alle schon ausgeflogen: Bis auf den Turnbeutel eines Kindes ist die Garderobe der Kita leer. (Symbolbild)
Alle schon ausgeflogen: Bis auf den Turnbeutel eines Kindes ist die Garderobe der Kita leer. (Symbolbild)  © Uwe Anspach/dpa

Schwerin - Ungeachtet kritischer Stimmen hat Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) eine positive Zwischenbilanz des Kita-Betriebs für alle Kinder seit Montag gezogen. 

Fast drei Viertel der Mädchen und Jungen besuchen demnach wieder die Kita. Bei den Krippenkindern seien es 70 Prozent, bei den Kindergartenkindern 72 Prozent, sagte Drese am Donnerstag. In den Hort gingen zurzeit etwa 25 Prozent der angemeldeten Kinder. Dort werden schwerpunktmäßig Erst- und Zweitklässler betreut.

"Das sind bemerkenswerte Zahlen in der Übergangswoche, wir haben die doppelte Anzahl von Kindern in der Kita im Vergleich zur Vorwoche", betonte Drese. Die Kitas und die Jugendämter leisteten hervorragende Arbeit, um dieses Angebot zu gewährleisten. 

"Wir bieten den Kindern und ihren Eltern in Corona-Zeiten eine Kindertagesförderung fünf Tage die Woche, oft mehr als acht Stunden am Tag." Garantiert sind derzeit bei berufstätigen Eltern sechs Stunden am Tag. In normalen Zeiten umfasst ein Ganztagsplatz 10 Stunden. Die Eltern bat die Ministerin um Verständnis für die Schutzmaßnahmen und die damit verbundenen Einschränkungen.

Am Vortag hatte die Erziehergewerkschaft GEW von schwierigen Bedingungen für die Erzieherinnen unter den gegenwärtigen Corona-Bedingungen berichtet. Es gebe zu wenig Personal, zu wenige Räume und zu große Gruppen. Eine Betreuung unter der Wahrung des Rechtes auf Bildung und eine das Kind schützende Umgebung sei unter den gegenwärtigen Voraussetzungen oftmals nicht möglich. 

Die Linke forderte in den Kitas Mindeststandards für die Corona-Zeit. Auf die Kritik ging Drese nicht ein.

Update, 28. Mai, 18.48 Uhr: Hamburg hat 500 Millionen Euro Corona-Soforthilfe fast komplett vergeben

Hamburg - Die 500 Millionen Euro an Corona-Soforthilfen für kleine und mittlere Unternehmen in Hamburg sind nahezu vergeben. Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) sagte am Donnerstag vor dem Corona-Sonderausschuss der Bürgerschaft, 480 Millionen Euro seien ausgezahlt worden, fast der gesamte Rest sei zugesagt. 

Die Anträge konnten seit Ende März gestellt werden. Rund zwei Drittel der Antragsteller seien Solo-Selbstständige, größere Unternehmen machten nur ein Prozent aus. Von den Branchen sei vor allem das kreative Milieu in Kunst und Unterhaltung vertreten, das Gastgewerbe mache 14 Prozent aus.

Von den 500 Millionen Euro kamen 40 Prozent von der Stadt und 60 Prozent vom Bund. Dressel hofft, dass das an diesem Wochenende auslaufende Hilfsprogramm vom Bund verlängert wird. Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) deutete an, dass die Zuschüsse möglicherweise um mehrere Monate oder gar bis Ende des Jahres verlängert werden könnten.

Eine andere Form der Hilfe startet aber bereits an diesem Freitag, wie Dressel sagte. Kleine und mittlere Unternehmen bis zu zehn Mitarbeiter sowie soziale Unternehmen können günstige Darlehen zu einem Zinssatz von einem Prozent und einer Laufzeit von zehn Jahren bei ihrer Hausbank beantragen. 

Das Programm Hamburg Kredit Liquidität der städtischen Investitions- und Förderbank getragen, die Stadt garantiert ein Volumen von 300 Millionen Euro.

Update, 28. Mai, 18.39 Uhr: Rund 350 Anträge für Überbrückungsstipendium eingegangen

Schwerin - Rund 350 Menschen in Mecklenburg-Vorpommern haben bislang einen Antrag auf ein Überbrückungsstipendium in Zeiten der Corona-Krise gestellt. Davon seien bis Ende vergangener Woche 279 bewilligt worden, wie das Kulturministerium am Donnerstag auf Anfrage mitteilte. 31 Künstler hätten ihren Antrag wieder zurückgezogen.

Ein Überbrückungsstipendium ist den Angaben zufolge eine einmalige Zahlung von 2000 Euro für freischaffende Künstler und Solo-Selbstständige, die durch Absagen von Engagements im Zuge der Corona-Pandemie in Existenznot geraten sind.

Die Landesregierung hatte Anfang April eine millionenschwere Unterstützung für die Kultur beschlossen. Künstler, Kulturschaffende, Träger der allgemeinen und politischen Weiterbildung sowie Gedenkstätten soll mit insgesamt 20 Millionen Euro geholfen werden.

Update, 28. Mai, 17.05 Uhr: Corona-Tests in mehreren Schlachthöfen negativ

Mitarbeiter von Schlachthöfen in Niedersachsen werden derzeit auf das Coronavirus getestet. (Archivbild)
Mitarbeiter von Schlachthöfen in Niedersachsen werden derzeit auf das Coronavirus getestet. (Archivbild)  © picture alliance / Ingo Wagner/dpa

Osnabrück - Nach Corona-Infektionen in niedersächsischen Fleischbetrieben liegen die Ergebnisse weiterer Tests vor. Nach Angaben der Landkreise Osnabrück und Vechta sowie der Stadt Wilhelmshaven wurden in den nun untersuchten Schlachtbetrieben keine Infektionen festgestellt.

Das Ergebnis sei erfreulich, keiner der getesteten 158 Beschäftigten sei infiziert, teilte der Landkreis Osnabrück am Donnerstag über Tests in einem Schlachthof im Nordkreis mit. Im Kreis Osnabrück sollen sechs weitere Betriebe mit rund 700 Beschäftigten überprüft werden.

Im Landkreis Vechta wurden 428 Beschäftigte von drei Schlacht- und Zerlegebetrieben getestet. "Es ist sehr erfreulich, dass die bisherigen Tests – auch wenn sie nur einen Teil der Gesamtzahl abbilden – allesamt negativ sind", sagte Landrat Herbert Winkel (CDU). 

Demnach wurden weitere 400 Personen in vier Firmen am Donnerstag getestet, die Ergebnisse sollen voraussichtlich am Freitag feststehen. Im Landkreis Vechta sollen insgesamt rund 2800 Beschäftigte von Schlacht- und Zerlegebetrieben auf Corona getestet werden.

Bei Tests im Wilhelmshavener Schlachthof sind ebenfalls keine Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Alle 94 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen seien negativ getestet worden, teilte die Stadt mit.

Die Landesregierung hat angeordnet, dass alle Mitarbeiter von Schlacht- und Zerlegebetrieben, die mit Subunternehmern zusammenarbeiten, auf das neuartige Virus getestet werden.

Update, 28. Mai, 16.48 Uhr: Bordelle bleiben in Niedersachsen zunächst geschlossen

Hannover - Prostitution bleibt in Niedersachsen angesichts der Corona-Epidemie bis auf Weiteres verboten, obwohl das Gewerbe auf eine Teilöffnung mit dem Angebot von Massagen dringt. 

Wie das Sozialministerium in Hannover am Donnerstag mitteilte, ist für die Öffnung von Bordellbetrieben und die Erlaubnis von Straßenprostitution noch kein Zeitpunkt ins Auge gefasst. Allerdings liege dem Land ein umfangreiches Hygienekonzept des in Hannover ansässigen Unternehmerverbands Erotikgewerbe Deutschland zu einem Teilstart des Gewerbes vor. Es sieht eine Wiedereröffnung der Bordellbetriebe unter Beschränkung auf erotische Massagen vor.

Der Verband argumentiert damit, dass körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik, Fußpflege, Tätowieren und medizinische Massagen bereits wieder unter Sicherheitsvorkehrungen zugelassen seien. 

Das Erotikgewerbe brauche eine Perspektive für eine verantwortungsvolle Wiedereröffnung. Statt die Beschäftigten in die Illegalität und somit in die Schutzlosigkeit zu drängen, sollten die Bundesländer die Schließung der Erotikbetriebe mit Einschränkungen aufheben. 

Verbandssprecher Holger Rettig sagte der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, man wolle Niedersachsen und sieben andere Bundesländer auf eine Teilöffnung verklagen.

Update, 28. Mai, 16.21 Uhr: 72 UPS-Mitarbeiter nahe Hannover mit Coronavirus infiziert

Langenhagen - Beim Postdienstleister UPS in Langenhagen bei Hannover haben sich 72 Mitarbeiter des Verteilzentrums mit dem Coronavirus infiziert. Das teilten das Sozialministerium und die Region Hannover am Donnerstag mit. 

55 Mitarbeiter, deren Test zunächst negativ ausfiel, sollten erneut getestet werden. Auch Covid-19-Fälle in einer Kita und einer Schule in Hannover ständen im Zusammenhang mit dem Infektionsgeschehen bei UPS, teilte die Region mit. 

Familien mit einem beruflichen Bezug zum Unternehmen wurden gebeten, wachsam auf eventuelle Krankheitssymptome zu achten. Nach derzeitigen Erkenntnissen sind Paketzusteller nicht betroffen. 

Postsendungen könnten daher risikolos in Empfang genommen werden.

Update, 28. Mai, 16.11 Uhr: Erneut keine weitere nachgewiesene Corona-Neuinfektion in MV

Rostock - Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock hat am Donnerstag erneut keinen weiteren nachgewiesenen Fall einer Corona-Neuinfektion in Mecklenburg-Vorpommern gemeldet. 

Damit blieb die Zahl der landesweit registrierten Infektionsfälle bei 759 (Stand Donnerstag, 15 Uhr), teilte das Lagus am Donnerstag mit. Die Zahl der im Nordosten bislang im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung gestorbenen Menschen blieb bei 20.

715 der Infizierten gelten - ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer - als genesen. 112 Menschen mussten oder müssen landesweit in Krankenhäusern behandelt werden, 19 davon auf einer Intensivstation. Mecklenburg-Vorpommern hat bundesweit mit Abstand die geringsten Corona-Zahlen. 

In den vergangenen sieben Tagen gab es mehrfach keinen weiteren nachgewiesenen Fall einer Corona-Neuinfektion.

Update, 28. Mai, 15.41 Uhr: Normale Grundschule frühestens nach den Sommerferien

Erst nach den Sommerferien wird wohl der Unterricht an Grundschulen in Hamburg wieder normal ablaufen. (Symbolbild)
Erst nach den Sommerferien wird wohl der Unterricht an Grundschulen in Hamburg wieder normal ablaufen. (Symbolbild)  © Arne Dedert/dpa

Hamburg - In Hamburg müssen sich die Grundschüler wohl nur noch einige Wochen gedulden, bis sie alle ihre Klassenkameraden wieder gemeinsam in einem Klassenzimmer sehen werden. 

Schulsenator Ties Rabe (SPD) hoffe darauf, dass zumindest die Grundschüler nach den Sommerferien wieder regulären Schulunterricht haben werden, sagte ein Behördensprecher am Donnerstag auf dpa-Nachfrage. Es gebe in der Wissenschaft immer stärkere Diskussionen darüber, ob die sehr strengen Corona-Regeln gerade für kleine Kinder angemessen sind. 

"Wir hoffen, nach den Sommerferien wieder zu einer absoluten Normalität zurückkehren zu können, allerdings fehlen noch genauere Erkenntnisse hinsichtlich der Infektionsgefahr", so der Sprecher weiter.

Hamburg plane daher für Mitte Juni ein Digital-Symposium mit Kultusministern anderer Bundesländer und namhaften Experten für Virologie, Pädiatrie, Hygiene und Öffentliche Gesundheit.

Am Mittwoch hatte die Entscheidung der schleswig-holsteinischen Landesregierung, in den Grundschulen alle Schüler ab 8. Juni wieder ohne Corona-Abstandsregeln zu unterrichten, eine kontroverse Debatte ausgelöst. Lehrer- und Fachverbände kritisierten das Vorgehen als verfrüht, als Gesundheitsgefährdung von Lehrkräften und angesichts der ohnehin nahen Sommerferien ab 29. Juni kaum sinnvoll. Dagegen begrüßte der Landeselternbeirat das Vorgehen, es kehre ein bisschen Normalität in die Schulen zurück.

Ab Mitte Juni peilt auch Sachsen-Anhalt für Grundschüler wieder einen Betrieb in gesamter Klassenstärke an. Vertreter anderer Bundesländer hatten zuletzt nicht mehr ausgeschlossen, dass zumindest nach den Sommerferien an den Schulen wieder ein Regelbetrieb stattfinden kann.

Update, 28. Mai, 15.33 Uhr: Einschulungsfeiern trotz Corona

Schwerin - Für die Erstklässler gibt es im August trotz der Corona-Pandemie Einschulungsfeiern in den Schulen. Die Feiern werden jedoch unter anderen Bedingungen ablaufen als in den Jahren zuvor, wie Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) am Donnerstag erklärte. 

Die Hygienevorschriften müssten eingehalten werden. Details nannte sie nicht. Die Schulen planten die Einschulungsfeiern abhängig von den örtlichen Gegebenheiten und stimmten sie mit dem staatlichen Schulamt ab. 

Gleiches gelte für Abschlussfeiern zum Ende dieses Schuljahres. Auch Zeugnisausgaben vor den Ferien seien möglich.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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