Coronavirus in NRW: Südafrika-Mutation in NRW nachgewiesen

Köln – Die NRW-Politik hat auf die steigenden Corona-Zahlen mit neuen Maßnahmen reagiert. Wir geben einen Überblick auf auf die aktuelle Corona-Entwicklung in NRW.

Die Corona-Zahlen bleiben in NRW auf hohem Niveau.
Die Corona-Zahlen bleiben in NRW auf hohem Niveau.  © Friso Gentsch/dpa

Die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner ist in Nordrhein-Westfalen erstmals seit rund drei Monaten unter den Wert von 100 gesunken.

Am Mittwochmorgen lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei 97,2, wie aus Zahlen des Robert Koch-Institutes (RKI) hervorging. Zuvor lag dieser Wert zuletzt am 25. Oktober landesweit mit 96,0 unter der 100er-Schwelle. In den vergangenen Tagen war die wichtige Kennziffer der Neuinfektionen kontinuierlich gesunken.

Angestrebt ist die Zahl 50 - ab dann können die Gesundheitsämter nach eigenem Bekunden die Infektionsketten wieder nachvollziehen.

Die Zahl der Corona-Todesfälle in NRW stieg auf 10.301 an. Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter in NRW zudem 2532 weitere Neuinfektionen.

Seit Montag gilt in NRW eine Spezialmaskenpflicht in Bussen und Bahnen, Supermärkten, Arztpraxen und Gottesdiensten.

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Update, 27. Januar, 19.24 Uhr: Südafrika-Variante des Coronavirus im Kreis Viersen nachgewiesen

In einer Behinderteneinrichtung im Kreis Viersen ist die aus Südafrika stammende mutierte Variante B.1.351 des Coronavirus nachgewiesen worden. 11 Bewohner und 13 Mitarbeiter seien mit dem Coronavirus infiziert, teilte der Kreis am Mittwoch mit. Es habe sich auffallend schnell verbreitet, heißt es in einer Mitteilung.

Bei zwei Proben wurde das mutierte Virus nachgewiesen, doch ist davon auszugehen, "dass alle 24 Infizierten des Clusters die Mutante in sich tragen", wie der Kreis mitteilte. Weitere der Proben gezielt auf die Mutation hin zu untersuchen, sei nicht nötig.

Alle 17 Bewohner sind demnach seit dem 23. Januar in ihren Einzelzimmern in Quarantäne. Für negativ getestet Mitarbeiter sei eine Arbeitsquarantäne angeordnet worden. Sie dürfen sich von Zuhause zum Arbeitsplatz bewegen, um den Betrieb der Einrichtung aufrecht zu halten.

Update, 27. Januar, 15.22 Uhr: Kölner Inzidenz sinkt

Wie die Stadt Köln mitgeteilt hat, liegt die Inzidenzzahl in Köln am Dienstag bei 77,2 (Vortag: 85,7). 1.086 Kölnerinnen und Kölner sind aktuell mit dem Corona-Virus infiziert.

Im Krankenhaus befinden sich derzeit 224 Personen, 72 davon auf der Intensivstation. Laut Angaben des Gesundheitsamts sind fünf weitere verstorbene Personen gemeldet, die positiv auf Covid-19 getestet wurden.

Es handelt sich um einen 63-Jährigen, einen 71-Jährigen, einen 83-Jährigen, eine 84-Jährige und eine 90-Jährige. Sie waren alle mehrfach vorerkrankt. Bislang sind damit 422 Kölnerinnen und Kölner verstorben, die positiv auf Covid-19 getestet wurden.

Update, 27. Januar, 14.40 Uhr: NRW erwägt Impfung in Schwerpunktpraxen

Corona-Schutzimpfungen in den Hausarztpraxen sind nach Worten des nordrhein-westfälischen Gesundheitsministers Karl-Josef Laumann (CDU) aus Kapazitätsgründen vorerst nicht möglich.

Mit nur 80.000 Dosen eines sehr schwer zu transportierenden Impfstoffs, die derzeit pro Woche in NRW zur Verfügung stünden, sei es nicht möglich, in die Hausarztpraxen zu gehen, bekräftigte Laumann am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde des Düsseldorfer Landtags.

Im Prinzip sei er natürlich auch für dezentrale Impfungen, sagte Laumann zu entsprechenden Forderungen der Opposition. In den nächsten Tagen werde überlegt, ob das mit Impf-Bussen oder in "Schwerpunktpraxen" möglich wäre.

"Ich tendiere eher zu Schwerpunktpraxen", sagte Laumann. Angesichts der begrenzten Impfstoffmenge und insgesamt rund 11.000 Hausarztpraxen in NRW könne man sich zunächst ohnehin nur auf Schwerpunktpraxen konzentrieren.

Update, 27. Januar, 14.36 Uhr: Alkoholverbot in NRW laut Gericht wohl rechtswidrig

Laut eines Gerichts-Hinweises ist das Alkoholverbot in NRW wohl rechtswidrig gewesen. (Symbolbild)
Laut eines Gerichts-Hinweises ist das Alkoholverbot in NRW wohl rechtswidrig gewesen. (Symbolbild)  © Daniel Karmann/dpa

Das mit der aktuellen Coronaschutzverordnung in Nordrhein-Westfalen gestrichene Alkoholverbot in der Öffentlichkeit war wohl rechtswidrig.

Darauf weist das Oberlandesgericht für das Land Nordrhein-Westfalen in einem Einstellungsbeschluss hin, wie ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch sagte.

Ein Rechtsanwalt aus Düsseldorf hatte am OVG in Münster Klage per Eilverfahren gegen das Verbot zum Infektionsschutz in der Öffentlichkeit eingelegt.

Die Landesregierung hatte das Verbot dann aber vor dem Hintergrund der eingereichten Klage von sich aus in der ab dem 25. Januar gültigen Verordnung gestrichen. Damit hatte sich das Eilverfahren erledigt.

In dem Einstellungsbeschluss des OVG weisen die Richter daraufhin, dass die Landesregierung die Kosten für das Verfahren tragen muss. Grund: Das Alkoholverbot sei voraussichtlich rechtswidrig gewesen, weil eine notwendige Ermächtigungsgrundlage, die sich auf das Infektionsschutzgesetz stützt, gefehlt habe.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte bereits Mitte Januar das bayernweite Alkoholverbot im öffentlichen Raum vorläufig außer Vollzug gesetzt. Das Gericht gab am 19. Januar dem Eilantrag eines Mannes aus Regensburg statt.

Update, 27. Januar, 11.35 Uhr: SPD wirft NRW-Landesregierung verpatzten Impfstart vor

Angesichts der Verzögerungen bei den Impfungen in Nordrhein-Westfalen hat SPD-Landtagsfraktionschef Thomas Kutschaty der Landesregierung vorgeworfen, falsche Hoffnungen bei den Menschen geweckt zu haben.

In Deutschland gebe es kaum noch Bundesländer, die langsamer impften als Nordrhein-Westfalen, sagte der SPD-Oppositionsführer am Mittwoch im Landtag in Düsseldorf.

Dass Rheinland-Pfalz oder Mecklenburg-Vorpommern dreimal so schnell vorankämen wie NRW zeige, "dass andere Bundesländer besser auf das Impfen vorbereitet waren als unser Land". Zuvor hatte Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) den Start der Impfterminvergabe in NRW trotz der Anlaufschwierigkeiten verteidigt.

Update, 27. Januar, 11.34 Uhr: NRW bemüht sich um Pharma-Kooperation im Kampf gegen Corona

Nordrhein-Westfalen bemüht sich um die beschleunigte Produktion und Lieferketten für Corona-Impfstoffe im eigenen Land. Die Landesregierung sei derzeit in Gesprächen mit Unternehmen, um eine Ausweitung von Pharma-Kooperationen zu erreichen, berichtete Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag.

Laschet bezog sich auf die Bayer AG und das Tübinger Unternehmen Curevac, die einen Kooperationsvertrag zur Impfstoffproduktion geschlossen haben. Mit den Unternehmen werde er in den nächsten Tagen zusammen mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) das Gespräch suchen, sagte Laschet.

Nach dem Vorbild der Zusammenarbeit von Biontech und dem US-Unternehmen Pfizer werde der Bayer-Konzern sein globales Netzwerk nutzen, um die aufwendigen Arbeiten bei der Zulassung und beim Aufbau der Lieferketten des Impfstoffes von CureVac zu beschleunigen.

"Wenn die Pandemie mal vorbei ist, werden wir in einer anderen Tonlage über Pharma-Unternehmen reden müssen", mahnte Laschet. Starke Pharma-Firmen im eigenen Land seien unerlässlich, um sich nicht abhängig vom Ausland zu machen.

Update, 27. Januar, 10.48 Uhr: Laschet motiviert zum Durchhalten in kritischster Pandemie-Phase

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Menschen aufgerufen, "in der wohl kritischsten Phase der Pandemie" den Kampf gegen Corona nicht aufzugeben.
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Menschen aufgerufen, "in der wohl kritischsten Phase der Pandemie" den Kampf gegen Corona nicht aufzugeben.  © Marijan Murat/dpa-Pool/dpa

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Menschen aufgerufen, "in der wohl kritischsten Phase der Pandemie" den Kampf gegen Corona nicht aufzugeben.

"Der Kampf gegen das Virus ist kein Sprint, er ist ein Marathon", sagte Laschet am Mittwoch im Landtag in Düsseldorf. "Wir haben mehr als die Hälfte hinter uns - aber wir alle wissen, dass die letzten Kilometer die härtesten sind", sagte er mit Blick auf den andauernden Lockdown.

"Wir müssen unbedingt verhindern, dass es zu einer dritten Welle kommt", so Laschet.

Die nächsten Wochen müssten durchgehalten werden, damit das Geschehen neu bewertet werden könne.

"Die Corona-Pandemie ist eine Jahrhundertkatastrophe, eine Belastungsprobe historischen Ausmaßes - das müssen wir uns immer wieder bewusstmachen", so Laschet, der auch der neue CDU-Bundesvorsitzende ist.

Für viele Familien werde Corona für immer ein tiefer Einschnitt bleiben. Allein in NRW sei die traurige Marke von 10.000 Todesfällen schon überschritten.

Update, 27. Januar, 10.44 Uhr: Projekt soll Mutationen-Verbreitung in NRW klären

Das NRW-Gesundheitsministerium hat ein Projekt gestartet, das "möglichst schnell und umfassend" die Verbreitung von Corona-Mutationen im Bundesland erfassen soll. Bisher sei weitgehend unklar, wie weit sich Virusmutationen in NRW verbreitet hätten, teilte das Ministerium am Mittwochmorgen mit.

Leiten wird das Projekt Professor Alexander Mellmann vom Institut für Hygiene des Universitätsklinikums Münster. Es werde mit 200.000 Euro gefördert, so das Ministerium.

Update, 26. Januar, 21.01 Uhr: Landesbeamte erhalten mehr Sonderurlaub für Kinderbetreuung

NRW-Landesbeamte bekommen zur Kinderbetreuung mehr Sonderurlaub. (Symbolbild)
NRW-Landesbeamte bekommen zur Kinderbetreuung mehr Sonderurlaub. (Symbolbild)  © Julian Stratenschulte/dpa

Die Landesbeamten in Nordrhein-Westfalen erhalten wegen der Corona-Pandemie im Jahr 2021 mehr Sonderurlaub zur Betreuung ihrer Kinder. Dies hat die Landesregierung in ihrer Kabinettssitzung am Dienstag beschlossen. Zuvor hatte die Bundesregierung für 2021 eine Erweiterung der Kinderkrankentage für gesetzlich Versicherte eingeführt.

Die Landesregierung legt außerdem ein Landesprogramm auf, damit auch selbstständig oder freiberuflich tätige Eltern einen Anspruch auf Betreuungstage erhalten.

"Die Regelungen gelten auch dann, wenn die Einrichtungen der Kindertagesbetreuung geöffnet sind, aber an die Eltern appelliert wird, die Kinder nicht betreuen zu lassen", hieß es in einer Mitteilung.

Landesbeamte können laut einer Mitteilung der Ministerien für Inneres und Familie pro Kind bis zu 20, insgesamt jedoch maximal 45 Sonderurlaubstage pro Jahr geltend machen. Für Alleinerziehende erhöht sich die Zahl auf bis zu 40 Sonderurlaubstage pro Kind und maximal 90 Sonderurlaubstage im Jahr.

Wie bisher können die Tage auch weiterhin zur Betreuung kranker, behinderter oder auf Hilfe angewiesener Kinder gewährt werden. "Ergänzend können die Tage nun auch bewilligt werden, wenn Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulen oder Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen Corona-bedingt vorübergehend geschlossen werden müssen oder ihr Angebot nur eingeschränkt zur Verfügung stellen können."

Die Regelung werde über eine Änderung der Freistellungs- und Urlaubsverordnung NRW umgesetzt. Diese gelte nur für das Jahr 2021 und trete rückwirkend zum 5. Januar in Kraft.

Update, 26. Januar, 16.43 Uhr: Etwa 70.000 Dosen für Erstimpfungen pro Woche erwartet

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat eine Prognose über die erwartete Impfdosen-Menge in NRW abgegeben.
Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat eine Prognose über die erwartete Impfdosen-Menge in NRW abgegeben.  © Federico Gambarini/dpa-POOL/dpa

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann geht davon aus, dass in nächster Zeit etwa 70.000 Impfdosen pro Woche für die Erstimpfung der Über-80-Jährigen in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung stehen werden.

Wenn sich rund 700.000 Menschen impfen lassen wollen, werde man dementsprechend zehn Wochen brauchen, rechnete Laumann am Dienstag in Düsseldorf vor. Bei einer Million Menschen brauche man 14 Wochen.

Der Start der Terminvergabe am Montag ist nach Ansicht von Laumann mit Blick auf die hohe Nachfrage auch durch Verwandte der Betroffenen gelungen. Es seien bisher 275.000 Termine für die Erstimpfung vergeben worden.

Laumann sicherte zu, dass alle Impfwillige im Alter von über 80 Jahren einen Termin erhalten werden. Das System der Terminvergabe werde erst dann geschlossen, wenn alle dieser Personengruppe einen Termin erhalten haben.

Die älteren Menschen könnten da beruhigt sein. Nordrhein-Westfalen wird nach seiner Ansicht nach das erste Bundesland sein, in dem jeder Impfwillige über 80 Jahre über einen Termin verfügen werde.

Titelfoto: dpa/Patrick Pleul

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