Aufruf von Collien Fernandes: Tausende demonstrieren gegen digitale Gewalt

Von Andreas Rabenstein

Berlin - Mehrere tausend Menschen haben in Berlin an einer Demonstration "Gegen sexualisierte digitale Gewalt - Solidarität mit allen Opfern" teilgenommen.

Als prominente Rednerin bei der Demo am Brandenburger Tor wurde Luisa Neubauer (29) angekündigt. (Archivbild)
Als prominente Rednerin bei der Demo am Brandenburger Tor wurde Luisa Neubauer (29) angekündigt. (Archivbild)  © Michael Matthey/dpa

Sie versammelten sich am Nachmittag am Brandenburger Tor auf dem vollständig gefüllten Pariser Platz. Auf Plakaten stand: "Menschenrechte auch im Internet" und "Die Scham muss die Seiten wechseln".

Die Polizei sprach zunächst von deutlich mehr als tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmern bei weiterem Zustrom. Die Veranstalter sprachen sogar von 13.000 Menschen.

Die Klimaschutzaktivistin Theresia Crone sagte: "Digitale Gewalt endet nicht so richtig. Sie bleibt in den Suchmaschinen in den Köpfen." Sie berichtete von einem Fake-Profil mit ihrem Namen und Gesicht und Fotos von sexuellen Situationen und Gewalt. Sehr lange habe es gedauert, bis ein Täter bestraft worden sei. Und so etwas passiere tausendfach. Angekündigt war auch die bekannte Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer (29).

Aufruf zum 1. Mai: Linksradikale Szene sagt Görli-Zaun den Kampf an
Demonstrationen Aufruf zum 1. Mai: Linksradikale Szene sagt Görli-Zaun den Kampf an

Die Kundgebung am Brandenburger Tor fand nach Angaben der Veranstalter wegen der aktuellen Diskussion in Solidarität mit der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes (44) statt. Hintergrund sind schwere Vorwürfe von Fernandes gegen ihren Ex-Partner, den Schauspieler Christian Ulmen (50), über die zuerst der "Spiegel" berichtet hatte.

Schauspielerin Collien Fernandes (44) hatte der Debatte mit ihren jüngsten Vorwürfen gegen Ex-Mann Christian Ulmen (50) zuletzt starken Auftrieb gegeben.
Schauspielerin Collien Fernandes (44) hatte der Debatte mit ihren jüngsten Vorwürfen gegen Ex-Mann Christian Ulmen (50) zuletzt starken Auftrieb gegeben.  © Daniel Bockwoldt/dpa
Viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen folgten den Aufruf.
Viele Teilnehmer und Teilnehmerinnen folgten den Aufruf.  © Carsten Koall/dpa

Cyberstrafrecht soll reformiert werden

Mit Schildern solidarisieren sich die Demonstranten.
Mit Schildern solidarisieren sich die Demonstranten.  © Carsten Koall/dpa

Ulmens Anwalt Christian Schertz kündigte rechtliche Schritte gegen die Berichterstattung an, bei der es sich "in großen Teilen um eine unzulässige Verdachtsberichterstattung" handle. Zudem würden "unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung verbreitet".

Fernandes warb ebenfalls für die Demonstration und schrieb bei Instagram: "Sexuelle Gewalt, physische und psychische Gewalt sind weiter verbreitet, als man ahnen mag. Sie finden statt, in der Mitte unserer Gesellschaft."

Auf Bundesebene hatten Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, das Cyberstrafrecht zu reformieren und Strafbarkeitslücken zu schließen, etwa "bei bildbasierter sexualisierter Gewalt. Dabei erfassen wir auch Deep Fakes", heißt es darin.

Ausnahmezustand in NRW: Tausende Menschen gehen auf die Straßen - auch Köln betroffen
Demonstrationen Ausnahmezustand in NRW: Tausende Menschen gehen auf die Straßen - auch Köln betroffen

Bundesjustizministerin Hubig hatte angekündigt, noch im Frühjahr einen Gesetzentwurf vorzulegen.

Erstmeldung um 13.58 Uhr, aktualisiert um 17.23 Uhr

Titelfoto: Montage: Daniel Bockwoldt/dpa, Carsten Koall/dpa

Mehr zum Thema Demonstrationen: