Leipzig - Die Polizei rüstet sich für einen Großeinsatz im Leipziger Süden am Samstag. Gegnerische linke Gruppierungen treffen dort aufeinander, insgesamt wurden sieben Veranstaltungen in Connewitz angemeldet.
Um 13 Uhr veranstalten mehrere propalästinensische Gruppierungen, darunter Handala, die Migrantifa, Students for Palestine sowie das Palästinaaktionsbündnis Leipzig, eine Demonstration unter dem Motto "Antifa heißt Free Palestine" direkt am Connewitzer Kreuz.
Insbesondere das LinXXnet-Büro der Linke-Abgeordneten Juliane Nagel (47) und das Conne Island stehen im Fokus der Teilnehmenden. "Unser Ziel ist eine störungsfreie Durchführung unserer Demonstration", heißt es dazu auf Instagram.
Die sich mit Israel solidarisch zeigende Gegenseite der Connewitzer Antifa hat ihrerseits zu einem Gegenprotest aufgerufen, der zeitgleich mit dem Slogan "Kein Platz für Antisemit*innen" stattfinden soll. Auch die Leipziger SPD und Grünen unterstützen die Solidaritätskundgebung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft an der Connewitzer Paul-Gerhardt-Kirche.
Die Leipziger Polizeidirektion wird bei dem Großeinsatz, der am Samstag wohl von Mittag bis in die Nacht andauern wird, von der sächsischen Bereitschaftspolizei, dem LKA sowie Kräften aus anderen Bundesländern unterstützt werden. Ein Hubschrauber soll zudem über dem Stadtteil kreisen.
Laut Innenminister Armin Schuster (64, CDU) wolle die Polizei "genau hinsehen", von wem Störungen ausgehen und die "Schwelle zum Einschreiten" dementsprechend niedrig halten. Bei Ausschreitungen haben die Beteiligten demnach mit konsequenter Strafverfolgung zu rechnen.
Demo-Samstag in Connewitz: Linke Szene bekriegt sich gegenseitig
"Wenngleich wir in Leipzig demonstrationserfahren sind, ist die Konstellation am kommenden Samstag neu", beschreibt Polizeipräsident René Demmler die angespannte Situation.
"Die linke Szene mobilisiert stark. Dabei stehen sich verschiedene Lager konfrontativ gegenüber. Dies macht einen höheren Kräfteansatz erforderlich, um unseren verfassungsrechtlichen Auftrag zu erfüllen. Es bleibt die Verantwortung der Demonstrierenden, dass die Versammlungen friedlich verlaufen."
Aufgrund der Mobilisierung in sozialen Netzwerken rechnet die Behörde mit einem "hohen, auch überregionalen Personenaufkommen" und damit möglicherweise auch mit dem gewaltvollen Aufeinandertreffen der gegnerischen Lager.
Im Zuge der Demonstrationen muss im Leipziger Süden mit erheblichen Verkehrseinschränkungen gerechnet werden. Die Polizei empfiehlt, den Bereich rund um Connewitz weiträumig zu umfahren und ausreichend Zeit einzuplanen.