Wütende Kurden ziehen mit Pyrotechnik durch Dresden und legen Postplatz lahm

Dresden - Aufgeheizte Stimmung in Dresden! Am Mittwochabend sind wütende Kurden durch die Innenstadt gezogen. Dabei kam der ÖPNV an manchen Haltestellen zum Erliegen.

Mit Fahnen und lauten Rufen liefen verärgerte Kurden durch die Dresdner City.  © Screenshots/Instagram/kassem.tahersaleh (2)

Wie die Verkehrsbetriebe via X mitteilten, war besonders der Postplatz betroffen. Mehrere Linien mussten zeitweise umgeleitet werden.

Der Protestmarsch unter dem Motto "Hände weg von Rojava!" startete um 17 Uhr am Wiener Platz vor dem Hauptbahnhof und verlief über die Augustusbrücke bis zum Neustädter Markt.

Die Veranstalter riefen dazu auf, sich gegen die syrische Übergangsregierung unter Machthaber Ahmed al-Sharaa (43) zu stellen, dessen Armee im kurdischen Autonomiegebiet Rojava massiv gegen die kurdischen SDF-Truppen vorgeht. Es droht ein blutiges Ende.

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"Heute erleben die Kurden eine der dunkelsten Stunden ihrer jüngeren Geschichte. Und heute brauchen sie unsere Solidarität", sagte der Bundestagsabgeordnete Kassem Taher Saleh (32, Grüne), der selbst Teil des Demozugs war. "Ich appelliere an die internationale Gemeinschaft, an Europa und an die Bundesregierung: Stoppt die Angriffe, schützt die Zivilbevölkerung, verhindert weitere Eskalation."

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Grünen-Bundestagsabgeordneter Kassem Taher Saleh ruft zu Solidarität auf

Polizei muss wegen Pyrotechnik eingreifen

Das Zünden von Pyrotechnik hatte eine polizeiliche Maßnahme zur Folge.  © xcitepress/Finn Becker

Die Polizei teilte auf TAG24-Nachfrage mit, dass insgesamt zwei kurdische Versammlungen stattgefunden haben, die beide genehmigt waren und friedlich verliefen.

Beim Protestmarsch jedoch sei Pyrotechnik gezündet worden. "Die Beamten stellten zwei Personen fest, die dafür verantwortlich waren", so ein Sprecher.

Die angemeldete Teilnehmerprognose lag für den Demozug bei 200 Menschen. Laut eines Fotoreporters hat die Anzahl jedoch mindestens das Doppelte betragen.

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Einsatzkräfte sicherten das Geschehen ab. Gegen 20 Uhr fand der Protest schließlich seinen Abschluss.

Bereits am Dienstagabend waren Kurden in Dresden auf die Straße gegangen.

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