Bahnsanierung Hamburg-Berlin dauert länger als geplant! Das ist der Grund
Von Matthias Arnold
Hamburg/Berlin - Der Abschluss der umfassenden Sanierung der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Berlin verzögert sich auf unbestimmte Zeit.
Aufgrund der Winterwitterung in den vergangenen Wochen sei der Fertigstellungstermin Ende April nicht zu halten, teilte die Deutsche Bahn mit. Kernproblem sei der Kabeltiefbau für die Signalanlagen, hieß es.
Die Bahnstrecke Hamburg-Berlin ist seit Anfang Augst 2025 für die Sanierung gesperrt - zunächst war mit neun Monaten Bauzeit geplant worden. Die 280 Kilometer lange Strecke führt durch fünf Bundesländer und ist eine der wichtigsten Pendlerstrecken in Deutschland mit täglich rund 30.000 Fahrgästen im Fernverkehr und insgesamt 470 Zügen pro Tag.
Die Generalsanierung wurde nach Bahn-Angaben dringend notwendig, da die wichtige Verbindung dem Verkehrsaufkommen kaum mehr standhalten kann.
Während der Sperrung wird der Fernverkehr über Stendal und Uelzen umgeleitet. Die Fahrtzeit verlängert sich dadurch im Schnitt um 45 Minuten. Statt zwei Verbindungen pro Stunde gibt es nur noch eine Verbindung pro Stunde. Die Halte Ludwigslust und Wittenberge entfallen komplett.
Bahn saniert wichtigste Korridore
Die Generalsanierung der Strecke Hamburg-Berlin ist Teil einer größeren Initiative: Die Bahn will bis 2030 mehr als 40 viel befahrene Schienenkorridore grundlegend modernisieren.
Den Anfang machte 2024 die sogenannte Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim. Hamburg-Berlin gilt als besondere Herausforderung, da sie deutlich länger und komplexer ist als die Riedbahn.
Im Regionalverkehr fallen viele Verbindungen aus oder verkehren nur auf Teilstrecken. Für betroffene Pendlerinnen und Pendler wurde ein umfangreiches Ersatzverkehrskonzept mit Bussen eingerichtet. Die Fahrzeiten mit den Ersatzbussen sind deutlich länger.
Eine Fahrt von Wittenberge nach Berlin dauert statt eineinhalb nun dreieinhalb Stunden, von Perleberg nach Berlin drei statt zwei Stunden.
Titelfoto: Jens Büttner/dpa

