Bahnstrecke zwischen Köln und Düsseldorf lahmgelegt: Bekennerschreiben im Netz aufgetaucht
Von Dorothea Hülsmeier, Christian Thiele, Maurice Hossinger
Düsseldorf - Im Netz ist nach den Böschungsbränden zwischen Düsseldorf und Köln ein mutmaßliches Bekennerschreiben aufgetaucht. Wurden die Feuer wirklich absichtlich gelegt?
Aus Sicherheitskreisen gehe man derzeit von einem Sabotageakt aus. Inzwischen tauchte auf der linken Plattform indymedia.org ein mutmaßliches Bekennerschreiben auf.
Die Bahnstrecke ist seit Freitag gesperrt. Noch ist unklar, wann Züge wieder regulär fahren. Die Bahn sprach von "immensen Schäden".
Das Schreiben wurde mit dem Namen der Gruppe "Kommando Angry Birds" veröffentlicht. Darin schreibt die Gruppe, dass sie verantwortlich "für die Sabotage der Bahnstrecke nördlich von Leverkusen" sei.
Es seien Brandsätze in einem großen Kabelschacht an der nordöstlichen Ecke der Wupperbrücke und in einem schmaleren Schacht deponiert worden.
Als Motiv für den Anschlag wurde ein "Massensterben" durch die "technologische Eskalation" genannt, das aufgehalten werden müsse.
War es Brandstiftung? Staatsschutz übernimmt Ermittlungen
In Sicherheitskreisen wird davon ausgegangen, dass das Schreiben echt ist, wie die Deutsche-Presse-Agentur erfuhr. Dass ein technischer Defekt den Böschungsbrand an der Bahnstrecke auslösen konnte, gelte als wenig wahrscheinlich. Über das Bekennerschreiben hatte zuerst der WDR berichtet.
Ein Sprecher der Polizei Köln sagte auf Anfrage, das Bekennerschreiben sei bekannt. Es würden Ermittlungen geführt, ob es authentisch sei. In einem solchen Bereich werde auch geprüft, ob gegebenenfalls Zusammenhänge zu anderen Delikten bestünden.
Der Staatsschutz der Kölner Polizei hatte bereits am Freitag die Ermittlungen übernommen. Es werde untersucht, ob strafrechtliches Handeln vorliege und das Feuer absichtlich gelegt worden sei, hatte ein Polizeisprecher gesagt.
Erstmeldung vom 11. Juli, 10.03 Uhr, aktualisiert um 14.56 Uhr.
Titelfoto: Patrick Schüller/dpa
