"Eine Beleidigung": So trickst die Deutsche Bahn im Bordrestaurant

Deutschland - Die Deutsche Bahn möchte Fahrgäste nicht nur schnell und sicher ans Ziel bringen, sondern ihnen ebenso ein tolles Erlebnis während ihrer Fernreise bieten. Dazu gehört auch eine qualitativ hochwertige und nachhaltige Verpflegung, wie die DB auf ihrer Webseite schreibt. Starkoch Sebastian Lege (47) hat einzelne Gerichte des Bordrestaurants genauer unter die Lupe genommen und dabei nicht ganz so Erfreuliches festgestellt.

Sebastian Lege (47) hat einige Gerichte des Bordrestaurants der Deutschen Bahn nachgekocht - und dabei einige unschöne Entdeckungen gemacht.  © ZDF/Lilian Pürthner

Ziemlich enttäuscht ist der 47-Jährige vom in der Speisekarte für die vegane Zielgruppe angebotenen Falafel-Wrap. In der Teigtasche befinden sich lediglich drei kleine Bällchen, die vom Original weit entfernt sind.

Diese bestehen nicht nur klassischerweise aus Kichererbsen, sondern hauptsächlich aus Hartweizen und Paniermehl. Statt cremigem Tahini, also Sesammus mit Joghurt, werden die vermeintlichen Falafelbällchen mit einer pikant-süßen Sauce und Karottenstreifen serviert.

Insgesamt elf Zutaten verwendet die Deutsche Bahn für die "Falafel", darunter lauter Ersatzzutaten und Protein. Preis: 6,90 Euro.

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"Das finde ich schon frech", klagt Lege in der Reportage "besseresser: Die Tricks im DB-Bordrestaurant". "Nennt es Falafel-Art, Typ Falafel oder sonst was, weil DAS ist für echte Falafel eine Beleidigung."

Auch bei den anderen Gerichten sieht es nicht besser aus. Während eine klassische Tomatensuppe in der Regel aus nicht mehr als fünf Zutaten besteht, setzt die Bahn bei ihrer Version auf stolze 20 Komponenten - und nur 54 Prozent Tomatenanteil. Wasser und Bindemittel sind bei fast allen warmen DB-Speisen die wichtigsten Ingredienzien.

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Im Bordrestaurant wirbt die Deutsche Bahn mit "Genuss auf ganzer Strecke".  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Das sagt die Deutsche Bahn zu den Fertiggerichten im Bordrestaurant

Die Falafel der Deutschen Bahn fallen bei dem Sternekoch gnadenlos durch.  © ZDF/Lilian Pürthner

Alexander Thies, Leiter Bordservice DB Fernverkehr, sagt dazu: "Es muss schmecken und ich bin ganz ehrlich: im Moment der Produktauswahl haben wir uns nicht den Wasseranteil angeguckt."

Mit über 600.000 verkauften Portionen pro Jahr ist der Verkaufsschlager im DB-Bordrestaurant die Currywurst. Doch auch hier wird ordentlich getrickst, wie Sebastian Lege zeigt. Die typischen Grillstreifen kommen schon während der Produktion auf das Fleisch und nicht durchs Grillen in der Bordküche.

Ebenso werden die Pommes nicht frisch frittiert, sondern vor Ort - wie alles andere - in der Mikrowelle aufgewärmt. Den stolzen Preis von 10,90 Euro sieht die Deutsche Bahn als gerechtfertigt an: "Wenn ein Gast sagt, es ist ihm zu teuer, dann verstehe ich das. In diesem Ambiente, in dieser Mobilität ist das unser Preis", so Thies.

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Welche Zutaten im berüchtigten Apfelstreuselkuchen stecken und was Sebastian Lege davon hält, seht Ihr am Dienstagabend, um 20.15 Uhr, beim ZDF oder schon jetzt in der ZDF-Mediathek.

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